In den letzten drei Jahren konnte man eine zunehmende Professionalisierung der Flugsimulator Hardware abseits des Homecockpits feststellen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Thrustmaster TCA Sidestick in den letzten Wochen so für Furore gesorgt hat. Der bereits am Markt erhältliche T16000M im neuen Airbus- Gewand kostet rund 70€ und ist an den Originalsidestick des Airbus angelehnt. Aufgrund der offiziellen Lizenzierung durch Airbus, sind die hohen Erwartungen der Community nicht unbegründet.

Wir haben uns die neue Hardware angeschaut…

Der erste Eindruck

Es heißt, nichts ist wichtiger als der erste Eindruck und dieser ist gut. Nach dem Auspacken aus dem Karton, findet man einen sehr sorgfältig eingepackten Joystick, eine kurze Bedienungsanleitung und die Tasten für den Rechtshänder- Umbau.

Der erste Anblick ist positiv, der Thrustmaster fühlt sich wertig an, die Form wirkt ansprechend und man findet keine scharfen Kanten etc. In diversen Foren wird darüber berichtet das der Sidestick billig wirkt, diese Meinung kann ich nicht ganz teilen. Dennoch, der Stick ist definitiv eher für Einsteiger bzw. als “günstige” Airbus-Hardware gedacht. Bei einem Preis von 70€  kann man nicht erwarten, dass man ein Produkt aus Metall bekommt das zum Teil noch mehrere Kilogramm schwer ist.

Thrustmaster wirbt mit folgenden Features:
  • insgesamt 4 Achsen
  • Hallsensoren
  • beidhändig nutzbar (Pilot, Co-Pilot)
  • 17 Tasten
  • Maßstab 1:1 zum Originalstick

Die Maße sind 19,8 cm x 19,8 cm x 22,1 cm. Das Gewicht beträgt ungefähr 1 Kilogramm.

Auch der Innenaufbau gefällt

Der TCA Sidestick in der Praxis

Der Joystick wird damit beworben, dass er schon kompatibel zum neuen Microsoft Flightsimulator ist und auch mit allen anderen gängigen Simulatoren funktioniert. Durch das Einstecken via USB Kabel ist der Stick eine Plug and Play Hardware und es bedarf auch keinerlei Programmierung, obwohl man dies auch mit Hilfe der Thrustmaster T.A.R.G.E.T Software könnte. Der Sidestick besitzt insgesamt 4 Achsen, wobei die Z-Achse mechanisch blockiert werden kann. Am unteren Rand gibt es noch einen Schubhebel mit Umkehrschubfunktion, aufgrund des kurzen Weges und der somit nicht vorhandenen Genauigkeit, ist die Nutzung für mich schlicht irrelevant. Rund um den Stick sind 12 Tasten verteilt, diese können frei belegt werden. Der Joystick ist umbaubar für Rechts- und Linkshänder, das Wechseln der Knöpfe geschieht durch 4 Schrauben und ist somit schnell erledigt. Am Stick selber gibt es insgesamt 4 Knöpfe und ein Coolie Hat.

Der Umbau geschieht innerhalb kürzester Zeit- zwei Schrauben halten jedes Element
Mehr Detailbilder findet ihr in der Galerie ganz unten

Standesgemäß wollte ich den Sidestick in Verbindung mit einem Airbus testen. Nach dem Start des Prepar3D und der Auswahl des FsLabs A320, habe ich nur die Empfindlichkeit angepasst und diverse Knöpfe belegt. Danach konnte der erste Testflug beginnen. Die Feder innerhalb des Joysticks ist relativ straff. Das mag anfangs etwas ungewohnt sein, sorgt jedoch für eine gute Steuerbarkeit und Präzision. Ich bin insgesamt mehrere Stunden komplett händisch geflogen und muss sagen, dass dieser Stick in seiner Preisklasse definitiv das beste Produkt in Sachen Handling ist. Es klappert nichts, es gibt kein Zittern um die Nulllage herum und man hat jederzeit ein gutes Gefühl dafür, wie die entsprechenden Ruderausschläge im Moment sind. Nach meinen Flügen im Flightsimlabs A320, wollte ich ebenfalls den FlightFactor A320 für X-Plane 11 testen. Auch dort das gewohnte Bildnach kurzer Kalibrierung und Setzen aller relevanten Joystickbelegungen funktionierte alles problemlos. Nach dem Release des neuen Microsoft Flightsimulator und der beworbenen Kompatibilität, testete ich den Joystick auch damit auf Herz und Nieren. Alle Schalter und Achsen sind ordnungsgemäß belegt und sofort startklar. Im FS2020 habe ich bisher nur VFR-Flüge gemacht, auch dort hat mich der Thrustmaster TCA mit seinem Handling überzeugt.

Das einzigste Defizit was ich bisher feststellen konnte, ist die etwas zu geringe Rutschfestigkeit auf meinem Tisch. Wenn man die vollen Steuermöglichkeiten nutzt, kann es passieren, dass der TCA rutscht bzw. er sogar leicht abhebt. Es wäre schön wenn der Hersteller sich diesem Punkt annimmt und eventuell noch Saugfüße beilegt.

Fazit

Thrustmaster hat mit dem TCA Sidestick Airbus Edition ein für den Preis sehr solides Produkt entwickelt. Im Hinblick auf die zukünftigen Erweiterungen in Form des Schubhebels, ist das System eine gute Einstiegshardware für Simmer. Wenn das angesprochene Problem mit der Haftung am Tisch noch geändert wird, kann ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

Wer weiß, vielleicht traut sich Thrustmaster ja den Sidestick so aufzuwerten, dass er eine Alternative zum Warthog wird?

Neue Hardware sorgt meist für mächtig Wirbel in der Flusiszene. Wir haben uns den neuen Thrustmaster TCA Airbus Edition angeschaut.

Thrustmaster TCA Airbus Edition

  • Optik 8.0
  • Haptik 8.5
  • Praxistest 8.5
  • Summa summarum ein sehr solides Produkt für den aufgerufenen Preis. Wenn die angesprochenen Defizite noch behoben werden, ist der Thrustmaster TCA Stick eine gute Hardware für Einsteiger bzw. für Nutzer mit begrenztem Budget.
    Unser Gesamtergebnis
8.3
Leserbewertung: 0.3 (17 Bewertungen)
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2 Kommentare
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Andreas Baader
Andreas Baader
2 Monate zuvor

Naja… mit ein wenig Recherche wäre man drauf gekommen das es halt der Typische T1600 ist, bzw dessen Vorgänger. Dieser Stick ist schon mehrere Jahre am Markt, durchaus solide. Das einzige Highlight ist der “Airbus Look”. Ansonsten hat sich wenig geändert. Vor allem mit der Ruderachse wird man früher oder später Probleme bekommen, da dort eben kein HALL Sensor sondern ein Poti verbaut ist, der nach kürzester Zeit “durchrutscht” und falsche Inputs liefert.

Ambitionierte Einsteigerklasse, aber kein Vergleich zum Warthog oder gar dem Segment darüber.

Thomas
Team
2 Monate zuvor
Antwort auf  Andreas Baader

Danke Andreas für den Hinweis. Ich habe es ergänzt.

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