In der kommenden DCS-Kampagne „Operation Cerberus North“ schickt „Ground Pounder Sims“ einen RAF Austausch-Piloten mit dem Namen „Steep“ wieder in den Einsatz. Diesmal soll er an der Seite der MARINES mit der „Joint Syrian Task Force“ syrische Rebellen unterstützen. Wir haben uns jetzt schon die erste Mission der Kampagne angesehen und uns mit den realistischen Prozeduren und der komplexen Freund-Feind-Situation vertraut gemacht.

Operation Cerberus North“ - Höllenhunde im Einsatz

Hinweis in eigener Sache: Wir möchten verdeutlichen, dass dieser Artikel von einer fiktiven Mission in einem Computerspiel handelt. Die dargestellten Ereignisse, Dokumente und Verfahren entstammen der Fantasie des Designers und sind nicht in irgendeinem Bezug zur Realität zu setzen!

In einem leicht abgewandelten und alternativen Nahost-Konflikt wollen „Ground Pounder Sims“ eine spannende, realistische und komplexe Kampagne erschaffen. Die Geschehnisse basieren auf der „Operation Persian Freedom“ Kampagne, welche erst vor Kurzem für die „Persian Gulf“ Map und die A-10C „Warthog“ veröffentlich wurde. Wieder schlüpfen wir in die Rolle des „Royal Air Force“ (RAF) Austauschpiloten Lt. David „Steep“ Hill. Dieses Mal schließen wir uns den „Red Devils“ der MARINES an, welche mit ihren F/A-18C „Hornet“ auf der Incirlik Air Base in der Türkei stationiert sind. Von dort aus sollen sie die syrischen Rebellen unterstützen und eine Flugverbotszone überwachen. Da ist es naheliegend, dass die neue „Syria Map“ als Schauplatz gewählt wurde. Obwohl das Szenario fiktiv ist, finden die komplexen ethischen, geopolitischen und religiösen Verstrickungen der Konfliktparteien aus der Realität in der Kampagne Beachtung.

Ganz im Stil eines richtigen Einsatzes bekommen wir vorab eine ganze Menge Informationen zur Verfügung gestellt. Dazu gehören zu einem die „SPINS“ (SPecial INStructions) die uns Auskunft darüber geben, in welchem Gebiet wir operieren dürfen, wie wir in dieses Ein- und Ausfliegen und welche Gebiete wegen Lärmrestriktionen oder aus Sicherheitsgründen nicht überflogen werden dürfen. Daneben erhalten wir noch ein „Syrian Intel Doc“ – also den Bericht des Geheimdienstes. In diesem werden über 92 Seiten Einheiten, Stellungen und Gerät des Feindes dargestellt. Es ist durchaus ratsam, sich in diese Dokumente einzulesen, bevor die Mission gestartet wird.

Die Mission - Flugverbotszone über Nordsysrien

Zum Einstieg sitzen wir in einer „kalten Hornet“ in einem Shelter der Incirlik Air Base. Als Erstes starten wir unsere Batterie und erbitten die Freigabe zum Triebwerksstart. Dafür müssen wir das Funkmenü anwählen und dann die F10-Taste zum Interagieren. Sobald die Funkgeräte Strom haben, melden wir uns bei unserem Flight-Lead „Poodle“. Wir haben dann die Möglichkeit auszuwählen, ob er uns noch mal das Abflugverfahren erklären soll.

Nachdem die Hornet hochgefahren ist, erbitten wir die Freigabe zum Rollen. Beim Taxi zur Runway können wir einen Blick auf die Beladung werfen: zwei Zusatztanks unter den Flügeln, ein FLIR-Pod und Bomben unter uns und an der einen Tragfläche, AMRAMMs auf der anderen Seite und an den Flügelspitzen die obligatorischen Sidewinder. Überflüssig zu erwähnen, dass sich dieses schwere und asymmetrische Loadout fliegen wird, wie ein nasser Sack Schrauben ganz hinten Links auf einem Anhänger…

Nachdem „Poodle“ in der Luft ist, erhalten wir vom Tower die Freigabe zum Start auf der Runway 05. Dabei müssen wir beachten, dass wir in ersten 5nm unterhalb von 1500 Feet AGL bleiben, damit wir nicht in Konflikt mit landenden Verkehr kommen. Danach holen wir uns die Freigabe um auf 25.000 Fuß zu steigen und erhalten nach kurzer Zeit das Hand-Off zur eigenen Navigation zum Rendezvous mit „Poodle“. Anschließend fliegen die beiden Hornets über den „Gold Corridor“ in den syrischen Luftraum. Wir melden unsere Patrouille bei „Sentinel“ an und kommen mit „Poodle“ ins Gespräch.

Schnell wird klar: Funken und der Überblick über die Kanäle und Prozeduren, ist absolute Pflicht für diese Mission und die Kampagne. Damit alle Trigger funktionieren, müssen daher die Funkhilfen und das vereinfachte Funksystem in den DCS-Einstellungen deaktiviert sein. Die realistischen Verfahren und die gelungenen Voice-Overs lassen schnell das Gefühl aufkommen, mitten im Geschehen zu sein. Dafür ist es wichtig, die entsprechenden Tasten für das Funken über Radio 1 und Radio 2 belegt zu haben. Des Weiteren werdet ihr auf einen kleinen Bug hingewiesen: Damit im Funkmenü die Auswahl für die Interaktion mit F10 funktioniert, ist es notwendig, am UFC nicht nur den Kanal einzudrehen, sondern auch mit ENT zu bestätigen.

Während wir mit „Poodle“ über Nordsyrien fliegen, erklärt er uns die komplizierten Verstrickungen in diesem Konflikt. Die Türkei als NATO-Partner hat eher zähneknirschend die MARINES auf ihrer Basis aufgenommen. Damit wir die türkischen Operationen nicht beeinflussen, wurde uns der Einflug in den syrischen Luftraum nur über einen bestimmten Korridor erlaubt. Unsere Aufgabe ist es, die Flugverbotszone über Nordsyrien zu überwachen. Dabei müssen wir aber peinlich genau darauf achten, dass wir keine russischen Flugzeuge angreifen, die ebenfalls in dem Gebiet tätig sind. Damit das Ganze spannend wird, befinden sich um uns herum SAM-Stellungen. Weichen wir von unserer Patrouillen-Route ab, riskieren wir eine Radaraufschaltung und Abschuss. Des Weiteren haben wir nicht umsonst ein Load-Out für alle Eventualitäten an Board. Wenn unsere Bodentruppen nach Hilfe fragen, sind wir in der Lage mit „Warheads on Foreheads“ zu antworten.

Bisher war es relativ ruhig und die Flugverbotszone konnte schnell etabliert werden, auch wenn die Syrische-Luftwaffe diese hin und wieder testet. Von „Sentinel“ erfahren wir, dass sich aktuell russische Flugzeuge im Korridor aufhalten, welche wir nicht angreifen dürfen. Gerade als wir die vorherige Patrouille ablösen, erhalten wir die Information, das syrische Flugzeuge auf den Weg in den Norden sind, um offenbar unsere Reaktionsbereitschaft zu testen. Zum Abfangen drehen wir also in den Süden und identifizieren mit unserem FLIR-Pod die beiden syrischen MiG-21. Dann wird es spannend, je weiter wir südlich von unserer Route fliegen, umso eher kommen wir auch in die Reichweite von syrischen SAM-Stellungen. In letzter Sekunde drehen aber die MiGs wieder ab und wir können uns ebenfalls zurückziehen und die Patrouille fortsetzen, bis wir von unseren Kollegen abgelöst werden.

Besonders hervorzuheben sind die interaktiven Auswahlmöglichkeiten über das Funkmenü, die uns während des Fluges immer wieder angeboten werden. So haben wir die Möglichkeit, unseren Lead zu fragen, wie er die Gastgeber so einschätzt oder er fragt uns, wie die „Operation Persian Freedom“ verlaufen ist. Je nachdem, welche Antwort wir auswählen, ändert dies auch seine Reaktion. Wenn wir also erklären, dass das alles ziemlich einfach war, wird er Nachhaken, ob dies die gefallenen Kameraden auch so gesehen haben. Dann kann sich „Steep“ nur rausreden, dass er es nicht so meinte. Erklären wir hingegen, dass die Sache ein ziemlicher Schlamassel war, wird uns „Poodle“ zustimmen und erklären, dass es hier nicht viel anders werden wird. Ganz besonders nicht, wenn so viele Parteien mitmischen. Das ist großartig und steigert die Immersion noch mal gewaltig. So kommt auf dem Patrouillenflug über Nordsyrien nie Langeweile auf.

Nachdem Flug aus den „Gold Corridor“ heraus überlässt uns „Poodle“ die Navigation. Jetzt zeigt sich, ob wir die SPINS gelesen und verstanden haben. Wir melden per Funk, dass wir nur noch 50nm außerhalb der Basis und bereit zum Landen sind. Von Incirlik Approach bekommen wir den Corridor 302 zur Landung auf der Runway 23 zugewiesen. Wir navigieren dann zum Radial 050 vom Incirlik TACAN-Signal und drehen am Punkt „FALCON“ (ein kleiner See) zum Endanflug an. Dabei müssen wir beachten, dass wir die Stadt Ceyhahn mit mindestens 5000 Fuß und in keinem Fall die Ölraffinerie an der Küste überfliegen. Je nachdem, ob uns das gelungen, ist erhalten wir einen Score von 100 Punkten oder Abzüge. So kann es z. B. sein, dass uns der Commander nach der Landung gern sprechen würde, wenn wir uns an die Verfahren nicht penibel gehalten haben.

Wenn ihr nun Lust bekommt, habt die Mission, selber einmal zu fliegen und ein erstes Gefühl für diese Kampagne bekommen möchtet, so könnt ihr diese in den DCS User Files herunterladen. Benötigt werden die F/A-18 Hornet, sowie die „Syria Map“ (im Early Access noch reduziert). Selbstverständlich stehen die oben genannten Dokumente ebenfalls zur Verfügung und können über diesen Google-Drive-Link betrachtet und runtergeladen werden.

Vielleicht schrecken dem einen oder anderen der Realismus-Overkill und das umfangreiche Begleitmaterial ein wenig ab. Es wird aber nicht lange dauern, bis es euch auch in den Fingern kribbelt und ihr die gut 70-80min lange Mission selber fliegen möchtet, auch gern mehrmals, bis ihr die Verfahren verinnerlicht und gemeistert habt.

Fazit - Da kommt etwas Großes auf uns zu

Einsteiger werden mit Sicherheit ein wenig an der Mission, insbesondere an den Verfahren zu knabbern haben. Obwohl eigentlich nie Hektik aufkommt oder unlösbare Aufgaben auf einen warten, so muss man dennoch vertraut im Umgang mit der Hornet, dessen Systeme und den geforderten Prozeduren sein. Wer einfach schnell ins Cockpit springen will für ein bisschen Action, der ist hier leider fehl am Platz. Eine gründliche Vorbereitung ist unabdingbar. Und genau diesem „As real as its gets“-Anspruch wird der Desginer mehr als gerecht.

Eine kleine Hilfestellung sind die Einblendungen am oberen rechten Rand, die uns erklären, was wir tun müssen oder welche Optionen wir haben. Am Anfang gibt man uns sogar noch den Kanal vor, beim Landeanflug hingegen müssen wir unsere Dokumente Bemühen um zu wissen, hinter welcher Frequenz sich der „Approach“ verbirgt.

Es ist geplant, dass die Kampagne 18 Missionen umfasst und alle Möglichkeiten der Hornet und der Syrien-Karte ausgereizt werden sollen, z. B. nach realistischem Vorbild besetzte Air Bases, Flüchtlingscamps und Terroristenstellungen verteilt über die gesamte Karte. Ebenso soll wieder das selbst erstellte, verbesserte JTAC-System Anwendung finden. Nach eigenen Angaben stecken bereits mehrere Monate intensiver Recherchearbeit in der Kampagne, was wir bei den reichhaltigen Begleitmaterial gerne glauben.

Wenn alles glattgeht, ist mit einem Release um den Jahreswechsel 2021 / 2022 herum zu rechnen. Wir sind uns sicher, dass an dieser Kampagne Freunde von realistischen und packenden Missionen nicht drum rumkommen werden. Mit den Voice-Overs, den umfangreichen Briefings, Begleitmaterial und den realistischen Verfahren wird alles aus dem DCS herausgeholt werden, was möglich ist.

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Dennis S.
Dennis S.
3 Tage zuvor

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