Aller Anfang ist schwer. Vor allem wenn es um das Eintauchen in die komplexe Welt der Flugsimulatoren geht. Gerade beim DCS geht es ja nicht nur ums reine Fliegen, sondern auch um die Steuerung der Waffensysteme und vieles mehr. In diesem kleinen „How to DCS“ wollen wir euch die wichtigsten Grundbegriffe erläutern. Vom ersten Schritt bis zum Abheben in der besten militärischen Flugsimulation, die aktuell am Markt zu finden ist.

Der Simulator

DCS steht für „Digital Combat Simulator“ und ist eine militärische Flugsimulation von Eagle Dynamics für den PC. Die Wurzeln reichen zurück bis in die Mitte der 90er zu „Su27-Flanker“. Die Veröffentlichung von DCS erfolgte 2011 und ist als Sandbox bzw. Basisprogramm zu verstehen. Es kann mit Modulen (Flugzeugen), Terrains (Karten) und Kampagnen (Missionen) erweitert werden.

Die Kosten

Das Basisprogramm DCS ist kostenfrei. Darin enthalten ist die Kaukasus-Map (Bereich Schwarzes Meer und Georgien) sowie die Trainerversion der P-51 „Mustang“ ohne Kanonen mit der Bezeichnung „TF-51“, und der sowjetische Erdkampf-Jet „SU-25T“. Alle anderen Erweiterungen sind kostenpflichtig. Flugzeuge und Hubschrauber bewegen sich im Rahmen von 50 bis 80 Euro, neue Terrains (Karten) im Bereich um die 50 Euro und Kampagnen je nach Umfang 10 bis 15 Euro. Es finden mehrmals im Jahr Sales mit Rabatten von bis zu 50% statt, üblicherweise synchronisiert mit den großen Steam-Sales zum Black Friday, dem Chinesischen-Neujahr, dem Summer-Sale sowie dem Halloween / Herbst-Sale und vielen weiteren. Neuerscheinungen sind häufig davon ausgenommen. Vor Veröffentlichungen und im Early-Access finden immer wieder „Pre Sales“ und Rabattierungen statt.

Die Systemvorraussetzungen

Von moderner Kernverdoppelung oder Multicore Prozessoren profitiert DCS kaum, wohl aber von einem hohen Single-Core takt. Damit auch umfangreiche Missionen in annehmbarer Zeit geladen werden und ohne Ruckler laufen, sollten mindestens 16GB RAM, besser sogar 32GB RAM an Arbeitsspeicher vorhanden sein und eine SSD-Festplatte, auf die DCS installiert ist. Aktuelle Grafikkarten können den DCS in Full-HD gut handeln. Wer allerdings in 4K oder gar mit einer VR-Brille spielen möchte, kommt nicht um eine High-End Grafikkarte mit einem Arbeitsspeicher von wenigstens 12GB herum. Seit dem Update auf DCS 2.7 wurde der Support für Windows 7 eingestellt. Wer weiterhin die neueste Version spielen und Updates erhalten möchte, muss Windows 10 als Betriebssystem nutzen. Die weiteren Systemanforderungen findet ihr auf der Eagle Dynamics Homepage.

Bezugsquelle: Steam oder Eagle Dynamics?

Vor der Installation müsst ihr euch entscheiden, ob ihr über diese über Steam oder den Eagle Dynamics-Client startet. Dies bestimmt nämlich, über welche Plattform ihr in Zukunft Updates und Module bezieht. Steam-User sind an ihr Konto gebunden und davon abhängig, wie schnell die Updates übernommen werden. Während Eagle-Dynamics hier meistens ein wenig schneller die Updates bereitstellt, aber nicht immer die beste Performance auf ihren Servern haben. So kann der Download gerade bei umfangreichen Neuerscheinungen oder großen Updates ein wenig länger dauern. Wichtig ist auch zu wissen, dass Module, die über den DCS E-Shop gekauft werden, nicht Steam-kompatibel sind. Wohingegen über Steam erworbenen Module einmalig zum DCS E-Shop überschrieben werden können. Auf den Mulitplayer-Modus hat dies keine Auswirkungen.

Ein Sim - zwei Versionen

Vom DCS gibt zwei Versionen. Zum einen die Stable-Fassung. Sie ist die offizielle Version von Eagle Dynamics, die am meisten getestet wurde und kaum Fehler oder Bugs enthält. Diese Version sollten vor allem Personen nutzen, die ein umfangreiches Home-Cockpit oder VR-Brillen haben. Es dauert länger, bis neue Module und größere Updates zur Verfügung stehen, allerdings machen diese auch weniger Probleme in der täglichen Benutzung.

In der Open-Beta werden alle neuen Features und Module zuerst veröffentlicht. Obwohl die Version in einer internen „Closed-Beta“ bereits umfangreich getestet worden ist, können Fehler enthalten sein. Probleme in der Darstellung und sogar Abstürze sind möglich. Da aber hier schnell und oft nachgepatcht wird, kann die Version ohne Probleme verwendet werden. In der Tat wird dies sogar von einem Großteil der DCS-Spielerinnen und Spieler getan, weil alle neuen Module, Terrains und Kampagnen hier zuerst zugänglich sind und die Einschränkungen relativ gering sind. Mitunter kann es auch sein, dass die Open-Beta-Version besser und schneller läuft, da sie schneller kleinere Updates erhält.

Ein Wechsel zwischen den Versionen und sogar der parallele Betrieb ist möglich. Es gilt dabei zu beachten, dass die User der Open Beta nicht auf den gleichen Online-Servern spielen können wie die der Stable-Version.

Was bedeutet Early-Access?

Hinter diesen Begriff verbergen sich Module oder Terrains, die sich noch in der Entwicklung befinden und noch nicht den vollen Umfang des fertigen Produktes haben. So kann es sein, dass auf den Terrains noch nicht alle Flughäfen oder Städte zu finden sind. Bei Flugzeugen können bestimmte Waffen oder Systeme noch nicht genutzt werden. Diese werden nach und nach veröffentlicht. Ein erneuter Kauf der Release-Fassung ist nicht notwendig, wenn ein Modul in der Early-Access Phase gekauft wurde. Die jeweiligen Updates werden über Steam oder den Eagle-Dynamics-Client automatisch heruntergeladen.

Welche Sprache sollte ich auswählen?

Die meisten Module besitzen eine hervorragende deutsche Synchronisation. Das ist gerade in den Trainingsmissionen von Vorteil. Dennoch ist die Sprache der Luftfahrt nun mal Englisch und nicht alle Begriffe lassen sich sauber übersetzen. Wenn ihr z. B. nach einer Steuerungszuweisung aus einem englischsprachigen Tutorial sucht, werdet ihr Schwierigkeiten beim Zuordnen der deutschsprachigen Übersetzung bekommen. Die Sprache lässt sich nach der Installation über einen Trick auch wieder ändern. Im Zweifelsfall raten wir dazu, gleich in Englisch zu starten.

Die ersten Schritte

Nachdem ihr Euch für Steam oder Eagle Dynamics, Stable oder Open Beta und eine Sprache entschieden habt, startet der Download und die Installation. Ihr solltet nie vergessen: Probieren kostet nichts! Ihr könnt in Ruhe und ohne Zeitbegrenzung die beiden mitgelieferten Flugzeuge auf der Kaukasus-Map testen. Hierbei könnt ihr herausfinden, ob euer System geeignet ist und ob euch die Simulation zusagt.

Grafik-Einstellungen

Der erste Weg sollte euch ins Grafikmenü führen. Dies ruft ihr über das Zahnrad am oberen Bildschirmrand auf. Je nach Systemleistung könnt ihr hier eure Einstellungen tätigen oder eines der Presets auswählen. Ihr werdet nicht um ein bisschen Testen und Ausprobieren herumkommen. Als Zielwert solltet ihr durchgängig 60FPS oder mehr erreichen, auch bei regnerischem Wetter mit weiteren Einheiten um euch herum. Einige Einstellungen haben nur wenig Einfluss auf die Performance, aber einen großen auf die Darstellung. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil, Einstellungen, die jede Grafikkarte in die Knie zwingen. Daher gehen wir kurz die Werte von oben nach unten durch – ohne Gewähr! 😉.

  • Textures: sollten auf „High“ stehen für eine gute optische Darstellung

  • Civ. Traffic: die Einstellung bestimmt, wie viele Bodenfahrzeuge oder Autos auf Straßen herumfahren, schwächere Systeme sollten hier „Off“ wählen, wenn es euch wichtig ist, dass auf Parkplätzen Autos stehen und auch auf den Straßen herumfahren, dann „Medium“

  • Water: sollte auf „Low“ stehen, der optische Gewinn gegenüber den höheren Einstellungen ist gering, außerdem frisst es ziemlich viel Performance, da unter jeder Map das Wasser dauerhaft berechnet wird, auch wenn es nicht sichtbar ist

  • Visible Range: eine sinnvolle und ausreichende Einstellung wäre „High“, hier kann man sich aber schrittweise nach oben testen, dann fallen aufpoppende Objekte weniger auf

  • Heat Blur: das sind die Hitzeeffekte, sehen hübsch aus, aber kosten Leistung, „Low“ genügt bereits den optischen Ansprüchen

  • Shadows: fressen auch ziemlich viel Leistung, bereits ab „Medium“ erzielt man ansehnliche Resultate

  • Resolution: die Monitorauflösung

  • Aspect Ratio: 4:3, 16:9 oder 21:9 (jeweils als Dezimalwert)

  • Monitors: 1, es sei denn, ihr benutzt ein Triple-Screen Setup oder weitere Monitore, um euch Anzeigen auszulagern

  • Res. of Cockpit Display: sollte auf 1024 stehen, ein klein wenig Performance kann hier gewonnen werden, wenn man runtergeht

  • MSAA: trägt wesentlich zur Vermeidung von Kantenflimmern bei, ihr solltet es wenigstens auf „2x“ stehen haben

  • Depth of Field: Ausschalten, verwischt den Hintergrund für eine Tiefenwirkung und kostet sehr viel Leistung

  • Lense Effect: Verbraucht auch Leistung wenn aktiv, daher besser „None“

  • Motion Blur: Ausschalten, verwischt den Hintergrund bei Bewegung und kostet massiv Leistung

  • SSAA: Damit zwingt ihr jede Grafikkarte in die Knie. Mit einem zusätzlichen Weichzeichner wird das Kantenflimmern weiter reduziert, kostet aber sehr viel Grafikrechenpower. Nur einschalten bei einer absoluten High-End Grafikkarte

  • Schieberegler auf der rechten Seite: Hier könnt ihr einstellen, wie viele Büsche und Bäume sichtbar sein sollen und wie groß der Radius ist, in dem die Objekte geladen werden. Hier hilft nur experimentieren, gerade mit schwächeren Systemen. Aktuelle Grafikkarten verkraften hier durchaus hohe Werte. Der geladene Radius hat hingegen hohen Einfluss auf euren Arbeitsspeicher und Grafikkarten RAM, am besten in einer 2/3 Stellung herum anfangen zu testen. Kaminrauch-Intensität kann runtergestellt oder gar ausgeschaltet werden. Mit Gamma könnt ihr die Helligkeit regulieren.

  • Anisotropic Filtering: moderne Grafikkarten schaffen locker „16x“

  • Terrain Object Shadows: hier solltet ihr „Flat“ auswählen, alles andere ist nur auf High-Class Grafikkarten darstellbar

  • Cockpit Global Illumination: Solltet ihr für Lichteffekte im Cockpit beim Sonnenuntergang auf „On“ stellen

  • Rain Droplets: Solltet ihr auf „On“ stellen, damit am Boden Regentropfen auf der Scheibe sichtbar sind

  • Vsync: nach Bedarf

  • Full Screen: nach Bedarf

  • Scale GUI: bestimmt die Größe der Texteinblendungen

Steuerung einstellen

Nachdem die Grafik passt, solltet ihr euch um die Steuerung kümmern. Theoretisch reichen für den Anfang Maus und Tastatur, praktisch wird euch alles helfen, was eine Achse hat, die man frei belegen kann. Ein Joystick wäre natürlich optimal, ein Yoke tut es zur Not auch, und Game-Controller haben mit ihren Analog-Sticks auch sowas wie „Joysticks“. Egal für welches Flugzeug, ihr solltet immer zuerst die Achsen für Pitch (Nase rauf und runter), sowie für Roll (Flügel auf die Seite drehen), Ruder (zum Gieren und zum Lenken auf dem Boden) und für den Schub einstellen. Damit könnt ihr jedes Flugzeug fliegen. Weitere sinnvolle Tastenbelegungen ergeben sich dann je nach Muster und mit der Zeit. Das kann dann entweder die Klappenstellung sein (Flaps), eine Taste für das Ein- und Ausfahren des Fahrwerkes oder des Fanghakens, einen Knopf, um Waffen abzufeuern oder um die Luftbremse zu betätigen. Ihr solltet auch Controller bzw. Belegungen „clearen“, die ihr nicht verwendet oder diese Geräte vorher vom PC trennen. Das kann der zweite Controller oder das Lenkrad sein, was sonst im wahrsten Sinne des Wortes dazwischenfunken kann.

Falls die Achsen zu sensibel ansprechen, könnt ihr eine „Krümmung“ (Curvature) einfügen. Die Folge ist, dass ihr mehr Spielraum beim Bewegen der Achsen habt, aber die jeweiligen Steuerflächen sanfter auf die Eingaben reagieren. Auch eine kleine „Totzone“ von wenigen Prozent ist sinnvoll, falls die Achse in der Mittelstellung eine leichte Ungenauigkeit hat.

Früher oder später werdet ihr bei einem „HOTAS“-System landen. Der Begriff umschreibt, dass die Hände immer am Schubhebel (linke Hand) und am Steuerhebel (rechte Hand) sind. Zum DCS-Standard hat sich hier der Thrustmaster Warthog entwickelt, der in der oberen Mittelklasse spielt. Wenn es etwas mehr sein darf, wird man bei VIRPIL fündig. Für den schmaleren Geldbeutel gibt es von Thrustmaster ein T1600 FCS System bzw. diverse Logitech / Saitek X52 bzw. X56 auf dem Gebrauchtmarkt, die auch relativ gut ihren Dienst verrichten, gerade für den Anfang. Wer gerne „Warbirds“, Helikopter oder ältere Flugzeuge fliegt, die noch kein „Fly-by-Wire“ System haben, wird um die Anschaffung von Ruderpedalen nicht herumkommen. Eine Twist-Achse am Joystick hilft nur für den Anfang.

Training

Ihr findet unter dem Menüpunkt „Training“ interaktive Lernmissionen für fast alle Muster, die ihr besitzt. Manchmal sogar mit einer deutschen Übersetzung. Schritt für Schritt bekommt ihr dann erklärt, wie das jeweilige Muster angelassen, gestartet und gelandet werden kann. Mit Einblendungen welcher Knopf zu drücken oder welche Aktion auszuführen ist, habt ihr schnellen Lernerfolg.

Beim Erlernen von Mustern solltet ihr euch nämlich immer als erstes mit diesen „Basics“ vertraut machen. Wenn ihr diese beherrscht, dann kümmert ihr euch um die Waffensysteme. Natürlich ist das Internet voll mit Tutorials und mehr weniger hilfreichen Videos. Wir empfehlen in jedem Fall den YouTube Kanal von Rakuzard (auf Deutsch) und „Chucks Guides“ (auf Englisch). Auch Eagle Dynamics hat Benutzerhandbücher für viele Module bereit, die hier zu finden sind. Achtet jeweils auf die Version und wann zuletzt ein Update erschienen ist.

Freeware und Module

Nach den ersten Schritten seid ihr hoffentlich auf den Geschmack gekommen und wollt mehr. Als aller Erstes könnt ihr Freeware-Flugzeuge ausprobieren. Da gibt es aktuell sehr gute Umsetzungen von der A-4 Skyhawk (hier zu finden) und von der T-45 Goshawk (hier). Diese beiden Flugzeuge sind schon recht fortgeschritten in der Entwicklung und setzen keine weiteren Module voraus, sind also „Standalone“. Leider werden Freeware Module nie über Funk oder komplexe Waffensystem verfügen, da hier Eagle Dynamics das nötige Software-Development-Kit nur offiziellen 3rd-Party Entwicklern zur Verfügung stellt.

Wer etwas Geld in die Hand nehmen möchte, wird bestimmt im Shop fündig. Der Vertrieb läuft hier exklusiv über Steam bzw. im Eagle Dynamics E-Shop (Unterschied siehe oben). Ihr solltet euch nicht fragen, welches das Modul das „einfachste“ ist, sondern welches euch am meisten interessiert. Ebenso wenig „ob“ es bald wieder einen Sale geben wird sondern „wann“. Einige Vorüberlegungen geben wir euch dennoch völlig wertfrei mit auf dem Weg:

Die Eier legende Wollmilchsau ist aktuell die F/A-18 „Hornet“ von Eagle Dynamics. Die kann sowohl von Land als auch von einem Flugzeugträger aus starten und landen. Umfangreiche Waffensysteme für den Luftkampf und Bodenangriffe sind vorhanden. Durch das Fly-By-Wire-System trimmt sie sich von alleine und ist dadurch einfach zu fliegen. In die Systeme muss man sich allerdings auch einarbeiten (wollen), um sie effektiv nutzen zu können. Die F-16 steht dem in nichts nach, tauscht aber ihre größere Agilität gegen die Fähigkeit, nicht von Flugzeugträgern aus zu operieren.

Die F-14 ist eher für den Luftkampf gemacht und verfügt nur über ältere Systeme, sie hat noch kein Fly-By-Wire und muss konsequent getrimmt und mit der Hand „geflogen“ werden. Eine A-10C ist zwar hässlich und langsam, dennoch ist das „Warzenschwein“ sehr beliebt für ausgelassene Bodenangriffe, egal ob mit freifallenden Bomben, Mavericks oder Präzisionsbomben. Hubschrauberfreunde werden mit der „Huey“ ihre wahre Freude haben, auch wenn sie nicht viele Waffen tragen kann und eher Transport- als Kampfhubschrauber ist.

Ein wenig vorsichtig solltet ihr beim Kauf von Modulen von „RAZBAM“ sein, diese erhalten aktuell umfangreiche Updates und die Dokumentationen und Tutorials sind noch nicht angepasst. Auch für „Exoten“ wie die Gazelle oder die JF-17 werdet ihr weniger bzw. gar keine Tutorials, Missionen oder Kampagnen finden. Achtet vorher auch darauf, wo ihr das jeweilige Muster später im Spiel einsetzen könnt.

Flaming-Cliffs 3

Im Shop werdet ihr auch auf Flugzeuge treffen, die nur wenige Euros kosten und dadurch weitaus günstiger sind. Diese sind dann weiterentwickelte Flugzeuge aus dem Vorgänger „Lock On – Modern Air Combat“. Im Gegensatz zu den Vollpreis-Modulen verfügen diese über ein simpleres Flugmodell, geringere Systemtiefe und haben keine „clickbaren“ Schalter im Cockpit. Als wirklich „Leichter“ oder „Einsteigefreundlich“ sind sie aber bzw. gerade deswegen nicht zu bezeichnen, da man viele Tastenkürzel lernen muss. Ihr könnt euch auch das ganze Bundle von den insgesamt fünf Flugzeugen kaufen und spart damit ein wenig Geld. Wir raten Einsteigern eher davon ab.

Es gilt – grundsätzlich sollte man nicht auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen und sich gerade für den Anfang auf ein Modul voll und ganz konzentrieren.

Rumdumblick mit Headtracker

Ihr werdet bereits nach kurzer Zeit bemerken, dass die Fähigkeit, sich im Cockpit schnell umsehen zu können, von enormemVorteil ist. Sei es, um Gegner im Luftkampf im Blick zu behalten oder um nach unten auf die Bedienpanels sehen zu können, um dort Schalter zu betätigen. Die gängigste Alternative heißt hierfür „TrackIR“. Eine Infrarotkamera auf euren Monitor verfolgt dabei die Bewegungen eures Kopfes, an dem ihre LED oder kleine Reflektoren angebracht habt. Dies geschieht mit einer Mütze bzw. einen Clip für das Headset.

Das System ist im Original recht teuer (aktuell um die 150 bis 200 Euro). Es gibt aber diverse Nachbauten und Tools, die mit einer Webcam ähnliche Funktionen möglich machen. Hier lohnt es sich bei „Delanclip“ vorbeizuschauen und dort eine modifizierte PS3 Eye-Toy Kamera mit LED-Clip zu bestellen. Natürlich kann man sich so was auch selber basteln oder ganz andere Wege gehen. Wichtig ist nur, dass die Kamera eine möglichst hohe Bildwiederholrate haben sollte und, dass keine Lichtquellen oder Reflexionen hinter euch sind. Dann kann die Kamera nämlich nicht mehr unterscheiden, welche Infrarot-Quelle die richtige ist.

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Beschleunigungs- bzw. Gyroskopsensor zu nutzen. Mit diesem kann man allerdings nur seinen Kopf im Spiel „drehen“, sich aber nicht nach vorne oder nach hinten lehnen. Auch ein Handy kann dafür modifiziert werden, wenn es solche Sensoren verbaut hat.

Spielspaß

Nachdem ihr also richtig heimisch im DCS geworden seid, die Grafik und Steuerungseinstellungen nach euren Möglichkeiten angepasst und verbessert habt, sowie bereits das erste Muster besitzt und beherrscht, stellt sich die Frage: Was nun? Nun… einfach loslegen. Viele Muster bringen bereits eine Kampagne mit. Das ist eine Abfolge von mehreren Missionen, die mit einer Story verknüpft sind. Ihr könnt auch welche dazukaufen und damit ein völlig neues Spielerlebnis entdecken. Eine packende Story, gut erzählt in Verbindung mit einer knallharten Simulation, das erzeugt schnell ein Gefühl von mittendrin statt nur dabei. Achtet vor dem Kauf darauf, welche Module, Terrains und Assets benötigt werden. Die sind im Lieferumfang nicht enthalten, sondern nur die Missionen samt Briefings und anderem Material. Es gibt aber auch viele interessante Einzelmissionen, auch zum gezielten Umgang mit Waffen oder Systemen. Nachschub gibt es von kreativen Usern in den DCS-Benutzerdateien (User Files) zum Download. Da findet ihr auch allerlei Lackierungen für eure Jets.

Wer lieber online unterwegs ist, kann sich einem virtuellen Geschwader oder einer virtuellen Staffel anschließen. Gemeinsam lernt ihr dann den korrekten Umgang mit den Mustern. Von streng militärisch organisiert, mit präziser Missionsplanung und Ausführung, mit korrekten NATO-Brevity-Codes, bis zum lockeren Umherfliegen und der Bekämpfung einfacher Ziele ist für fast jeden Geschmack etwas dabei.

Es gibt auch Online-Server, auf denen in Echtzeit Schlachtfelder simuliert werden. Im klassischen Rot gegen Blau werden Stellungen bzw. Flugplätze besetzt und mit Flugabwehr befestigt. Dafür ist die Lufthoheit notwendig und die Durchführung von Versorgungsflügen oder das Erreichen einer bestimmten Punktzahl. Sieger ist, wer entweder alle Basen eingenommen hat, oder wer die meisten Erfolge nach X-Tagen erreicht hat.

DCS als Alternative

Die DCS-Welt ist groß und einzigartig. Klar macht es auch Spaß, eine Boeing 747 zu beherrschen und die Systeme bedienen zu können, oder mit einer Cessna von A nach B zu fliegen und die Landschaft zu bestaunen – doch wer mal in DCS eine packende Alternative sucht, wird sie finden.

Im DCS reizt vor allem die Aufgabe, eine Mission oder Kamapagne, die ihr erfüllen müsst. Selbstverständlich kann man auch hier ganz gemütlich von A nach B fliegen. Wer jedoch einmal einen Luftkampf für sich entschieden hat oder nach einem intensiven Bodenangriff nach einer Stunde Flugzeit wieder erfolgreich gelandet ist, der wird schnell „mehr“ davon haben wollen.

Probiert es einfach aus: DCS ist schließlich Free-to-Play in seiner Grundausstattung.

Noch Fragen zum DCS-Einstieg? Lasst uns einen Kommentar da oder schreibt eine Nachricht über unser Kontaktformular.

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Christian
Christian
1 Monat zuvor

Vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel. Auch für die anderen DCS-Artikel in den letzten Wochen.

Reverend
Reverend
1 Monat zuvor

Gut geschriebener Einstig.
Auch für alte Hasen lesenswert.
Bin auf weitere Artikel gespannt.

Ronny Grundmann
Ronny Grundmann
1 Monat zuvor

Mein Wunsch vom letzten Stream würde erhört, danke für den umfangreichen Einstieg!

Max
Max
1 Monat zuvor

Zum Headtracking: Ich benutze SmoothTrack, in Sachen Preis/Leistung für mich unschlagbar.

Patrick
Patrick
1 Monat zuvor

Sehr schöner Bericht wie man einsteigen kann.
Definitiv einen Versuch wert.

EngineIgnition
Mitglied
EngineIgnition
1 Monat zuvor

Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ideal für den Einstieg in DCS!

trackback

[…] vorher getestet und für gut befunden hat. An dieser Stelle möchten wir noch mal auf unseren „Einstieg leicht gemacht“ Artikel verweisen, der euch die ersten Schritte in DCS näher bringt. Die Aktion funktioniert nur […]

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Wie vermutet hat Eagle Dynamics in dieser Woche gleich zwei Updates für die Open Beta des Digital Combat Simulator veröffentlicht. Leider bleibt man hier den Konjunktiv treu, die Probleme mit den Programmabstürzen habe man „möglicherweise“ behoben. Abgehoben ist hingegen „Wags“ in seinem neuesten Video zum „Hind“. Während der fliegende Panzer aus russischer Fabrikation „möglicherweise“ demnächst als Early Access Modul erscheinen wird, widmet man sich nun verstärkt dem US-amerikanischen Pendant „Apache“ und wird den Vorverkauf „möglicherweise“ im Sommer starten.