Ihr liebt Flugsimulation.
Wir berichten darüber.

Da ist sie also. Die Leonardo Maddog MD-82. Ab sofort kann sie im SimMarket zu einem Preis von 75€ plus Steuern gekauft werden. Ursprünglich für den FS2004 und FSX im Jahr 2006 veröffentlicht, bringt die bekannte Softwareschmiede den legendären Flieger nun auch in den Microsoft Flight Simulator. Für viele wird sie sicherlich ein bekannte, alte Lady sein, doch für mich ist sie neu. Wie viele, bin auch ich mit dem Release des Microsoft Flight Simulator erst auf die Flugsimulation aufmerksam geworden.

Ich habe mich zwar schon früher für Flugzeuge interessiert, aber so wirklich war das nie ein großes Thema. Heute sind die Wochenenden ohne einen kleinen Flug im MSFS oder X-Plane kaum noch vorstellbar. Entsprechend ohne große Vorkenntnisse bin ich auch an die MD-82 herangetreten. Fragt ihr euch also, ob die Schraube BT-12 am Bugfahrwerk richtig animiert ist, muss ich euch leider enttäuschen. Seid ihr jedoch an einer frischen Sicht auf den Flieger interessiert, lade ich euch auf die Reise eines Simulations-Neulings ein.

Flugzeug mit Charakter

Die McDonnell Douglas MD-80 ist eine Familie von zweistrahligen Schmalrumpfflugzeugen des US-amerikanischen Flugzeugherstellers McDonnell Douglas. Dieses aus der Douglas DC-9 entwickelte Kurz- und Mittelstreckenflugzeug ist mit 1191 verkauften Exemplaren der erfolgreichste Jet von McDonnell Douglas. Seinen Erstflug absolvierte das Flugzeugmuster in der Version MD-81 am 26. Juni 1979. 

Im August 1981, etwa ein Jahr nach der MD-81, wurde die MD-82 beim Erstkunden Republic Airlines in den Liniendienst gestellt. Bei ihr handelte es sich um eine etwas schwerere Version, die mit Pratt & Whitney JT8D-217- oder -219-Triebwerken auch eine erheblich größere Reichweite von bis zu 3789 km bot. Hauptabnehmer der MD-82 waren dabei die Alitalia und American Airlines.

Beiwerk

Doch genug Geschichte für heute. Wie man es bereits von einigen anderen Fliegern gewöhnt ist, liefert auch Leonardo nach der Installation der MadDog eine ganze Menge Handbücher mit. Egal ob Quick Guide, ein EFB Manual oder ein wirklich umfangreiches Operations Manual, für jeden Anfänger oder Simulanten ist hier das passende Buch parat. Neben den Handbüchern findet auch ein weiteres externes Tool den Weg auf unseren PC. Die MadDog kommt, wie auch schon die Starfighter, mit einem externen Konfigurations-Tool.

Neben der Installation und Lizenzaktivierung sowie Verwaltung der Liveries können wir mit dem Load Manager unseren Flieger beladen oder auch vorab den Treibstoff und die Route planen. Wer das weiter in Simbrief und Co. machen möchte braucht hier keine Angst haben, die Daten lassen sich auch ganz einfach von Extern importieren. Entsprechend unserer eingestellten Daten im Tool übernimmt die MD-82 dann später ganz einfach per Klick auf den “save & sync” Knopf diese Daten in den Sim. Neben weiteren Optionen und Lichteinstellungen können wir hier auch Fehler triggern, welche die MadDog bereits von Beginn an rudimentär von Haus aus unterstützt.

Schöne Formen

Doch kommen wir zum eigentlichen Flieger. Wenn ihr das erste Mal die MD-82 im Sim startet, kompiliert der Simulator das Flugzeug und alle benötigten Abhängigkeiten: Dieser Vorgang ist normal und dauert je nach Hardware etwa 10/20 Minuten. Beim nächsten Start sind die Ladezeiten dann wieder normal. Wenn man den Flieger dann das erste Mal live erblickt, wird einem sofort bewusst, dass Leonardo hier ganze Arbeit geleistet hat. Jedenfalls ging es mir so. Obwohl das ganze Außenmodell laut den Entwicklern eine Portierung aus dem Prepared ist, hab die Jungs es so weit mit den Möglichkeiten des Microsoft Flight Simulator angepasst und verbessert, dass es mir zu keinem Zeitpunkt auffällt, auch als ich einige Screenshots verglichen habe.

Das Modell ist wirklich gelungen. Die Dimensionen und Proportionen scheinen soweit ich es beurteilen kann zu stimmen, es stechen nirgendwo grobe Ecken und Kanten am Flieger hervor und selbst die von mir benutzte Livery, welche auch eine Portierung ist, legt sich geschmeidig auf den Flieger. Nur bei ganz starken zoomen auf dem Flieger fällt auf, dass die Auflösung noch nicht ganz optimal ist. Das sollte sich jedoch spätestens jetzt mit der Veröffentlichung des 4k-Paintkits und dem Release ändern. Fahrwerk, die hinten verbauten Triebwerke oder Flügel wirken wie aus einem Guss und runden die Optik des Fliegers ab. Türen und Treppen sind animiert und bewegen sich geschmeidig. Leonardo zeigen hier ihre Liebe zum Detail. Da aber Bilder mehr als 1000 Worte sagen, könnt ihr euch in der folgenden Galerie selbst ein Bild davon machen.

Wild gewürfelte Innereien

Diese Liebe setzt sich auch im Inneren fort. Wie auch das Außenmodell ist das Cockpit wirklich stimmig und gelungen. Schöne Texturen, runde Schalter und Knöpfe sowie die überall vorhandenen Abnutzungserscheinungen geben hier einen guten ersten Eindruck. Auch die Galley und Kabine sind animiert. Dabei wirken die dort benutzen Texturen jedoch nicht ganz so hochwertig wie beim Rest des Fliegers. Hier muss aber auch bedacht werden, dass die Umsetzung erst relativ spät ihren Einzug in den Flieger gefunden hat. Ich denke, Leonardo wird auch hier und da noch weiter nachbessern und die gesamte Optik weiter abrunden. Doch zurück ins Cockpit.

Wer das der MD-82 das erste Mal erblickt, könnte vom Eindruck erschlagen werden. Jedenfalls ging es mir so. Alles wirkt auf den ersten Blick wild durcheinander gewürfelt. Wenn ich sage, dass ich beim ersten Mal mehrere Minuten gebraucht habe, um alle Lichtschalter zu finden, könnte das sogar noch untertrieben sein. Bis heute ließ sich von mir als Neuling auf dem Flieger nicht wirklich ein richtiges System beim Platzieren der Instrumente erkennen. Es scheint teils so, als wenn die Ingenieure ein paar wilde Abende vor dem Platzieren der Instrumente hatten und dann schnell fertig werden mussten. Gerade für jemanden, der noch nicht mit der Maschine vertraut ist, sind hier die mitgelieferten PDFs definitiv hilfreich.

Auch das EFB hat erst relativ spät seinen Einzug in den Flieger gefunden. Hier lassen sich die GPU oder A/C rufen sowie Türen, Treppen und Wartungsklappen öffnen und schließen. Neben den bereits aus dem Tool bekannten Fuel und Gewichtseinstellungen liefert uns das EFB auch einen Takeoff- und Landing Performance Kalkulator mit. Gerade für die doch komplexeren Klappen und Takeoff Einstellungen hat es mir ungemein geholfen. Auch hier empfiehlt sich gerade Anfängern wie mich auch wieder ein Blick in das Handbuch. Die passenden Einstellungen sind gerade bei der MadDog wichtig und können bei Fehlern gerne mal zu einem überschießen der Runway führen. Woher ich das weiß? Nun, das bleibt lieber mein Geheimnis.

Kommen wir daher lieber zum Flight Management Computer. Mit dessen Umsetzung steht und fällt ja sehr viel. Gut das Leonardo auch hier wieder seine ganze Erfahrung hat einfließen lassen, und den FMC meinem Eindruck nach quasi voll umgesetzt hat. Alte Hasen werden sich hier sicher sofort zurechtfinden, aber auch Neulinge werden mit einem Grundverständnis für die Bedienung schnell zurechtkommen.

Egal ob Boeing, McDonnell Douglas oder Airbus, die FMS sind doch von Grundaufbau und Logik sehr ähnlich. SID / Stars, Holding, ACARS oder die Eingabe eines 2. Flugplans sind hier möglich. Zusätzlich ist auch hier Servicepage vorhanden, über die sich auch nochmal die Türen und der Ground Service bedienen lässt. Da ich bereits einige Stunden im Airbus oder der CRJ verbracht habe, stellte mich das Konfigurieren nicht vor allzu große Probleme. Solltet ihr nicht zurechtkommen, hilft auch hier wieder der Blick ins ausführliche Handbuch.

Schön und gut, DOCH WIE FLIEGT SIE SICH?!

Ich gebe zu, ich habe mich etwas verliebt in die MadDog. Nach der CRJ letztes Jahr haben wir hier endlich den nächsten Study-Level-Flieger auf den viele so lange gewartet haben. Die Bedienung ist herausfordernd und kann gerade Anfänger schon mal überfordern. Daher immer wieder der Tipp: Schaut ins Handbuch oder den Quick Start Guide. Oder arbeitet mit einer der vielen, verfügbaren Checklisten. Der Flieger wird es euch danken, wirklich. 

Wenn wir auf der Startbahn das erste Mal in den Take Off gehen und die beiden Triebwerke langsam hörbar ihren Schub aufbauen und uns beschleunigen, zauberte es mir ein kleines Lächeln ins Gesicht. Die MadDog will während des ganzen Fluges geführt werden und das zeigt sie auch. Sie passt sich geschmeidig unseren leichten Steuerbewegungen an und fliegt sich per Hand wunderbar, solange man sich bewusst ist, dass wir hier kein modernes Fly-by-Wire System im Einsatz haben. Wer zu stark am Steuer reißt, kann den Flieger auch in unangenehme Lagen bringen. Gefühlte Eingaben ist hier das Zauberwort. Wer kurz zuvor die F15 geflogen ist, sollte sich vielleicht erst etwas beruhigen und einen Kaffee trinken. 

Während all meinen Flügen folgte der Autopilot stets der richtigen Route und machte weder beim Start noch der Landung mit ILS oder per Autoland Anstalten. Auch die anderen Systeme oder das Flugmodell zeigen den hohen Qualitätsstandard, den Leonardo auch schon im FSX oder Prepar3D an den Tag gelegt hat.

Da ist sie also. Die Leonardo MadDog MD-82. Ursprünglich für den FS2004 und FSX im Jahr 2006 veröffentlicht, bringt die bekannte Softwareschmiede den legendären Flieger nun auch in den Microsoft Flight Simulator. Für viele wird sie sicherlich ein bekannte, alte Lady sein, doch für mich ist sie neu, daher war es Zeit sie aus der Sicht eines Neulings testen.

Leonardo Maddog MD-82

  • Qualität 9.0
  • Performance 9.0
  • Umsetzung 9.0
  • Systemtiefe 9.0
  • Preis-Leistungsverhältnis 9.0
  • Wenn ihr die Maschine aus anderen Simulatoren kennt, könnt ihr auch hier bedenkenlos sofort zugreifen. Doch auch als Anfänger so wie ich werdet ihr euren Spaß mit dem Flieger haben. Die MadDog liefert alles mit, um auch Anfängern erfolgreiche Starts- und Landungen zu ermöglichen. Wer die MD-82 das erste Mal fliegt, wird sie lieben lernen. Da bin ich mir sicher.
    Unser Gesamtergebnis
9.0
Leserbewertung: 3.2 (9 Bewertungen)
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17 Kommentare
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Dennis
Dennis
7 Monate zuvor
Antwort auf  Björn

Schönes Review. Bissel zu viele Vorschusslorbeeren für meinen Geschmack, aber das ist wohl bei der Maddog kaum zu vermeiden.

Eckehard
Eckehard
7 Monate zuvor
Antwort auf  Björn

Ich persönlich fliege lieber modernere Flieger und freue mich somit sehr auf die Fenix und die PMDG. Dein Review war allerdings klasse!

ChrisS
ChrisS
7 Monate zuvor
Antwort auf  Björn

Top Review, macht direkt Lust auf den Flieger!

Burkhard Prem
Burkhard Prem
7 Monate zuvor
Antwort auf  Björn

Gratuliere, ein schönes Review! Danke

Tang0
Tang0
7 Monate zuvor
Antwort auf  Björn

Ein tolles Review. Gut zu lesen und die Bilder passten auch alle!
Denk immer dran, de Fenster vor dem Takeoff zu schließen hahaha 😀

Peter
Peter
7 Monate zuvor

Ein treffendes Review
Ich kenne die Maddog aus dem FS2006 und FSX, und sie war damals schon Top und neben den PMDG Produkten musste sie sich nicht verstecken. Das wird auch so bleiben. Sie ist eine Herausforderung mit ihrer Cockpitgestaltung, aber daher zieht sie ihren Charme. Auch hier stellt sich sicher Routine ein, wer sich auf den Flieger einlässt wird bald damit gut zurechtkommen. Sie ist genau auf der Schwelle von analoger Avionik und moderner Flugführung sehr interessant. Über das Aussehen des Fliegers kann man keine zwei Meinungen haben. Schlank, die hinten angesetzten Tragflächen, hohes T Leitwerk. Es was immer ein Erlebnis die A5 runterzufahren und die SAS MD82 wie eine Rakete von der 07 aufsteigen zu sehen. Zu einer guten Simulation gehört eine gute Dokumentation, da kommt man auch auf die Kosten. Wer sich für Airliner interessiert, gerne mehr mit Systemen arbeitet als nur einen Knopf zu drücken, etwas Zeit für Einarbeitung mitbringt, der macht damit nichts falsch. Einen einigermaßen leistungsfähigen PC sollte man haben, sollte man eh haben für die Flugsimmerei.

RandyESB25 D
Mitglied
RandyESB25
7 Monate zuvor

Mein erster Eindruck ist super. Sie läuft absolut stabil, die ganzen Zusatztools, SimBrief Integration, etc. funktionieren einwandfrei.
Auch das Update der Nav Data hat geklappt.
Positiv überrascht hat mich die Steuerung, die Empfindlichkeit ist top, Tillerachse von FSUIPC geht auch.
Jetzt muss ich nur noch lernen, mit dem Flieger umzugehen.

Beim Start in LEPA sind mir direkt die Triebwerke abgetaucht. 😀

Endlich high fidelity im MSFS 🍻

RandyESB25 D
Mitglied
RandyESB25
7 Monate zuvor

Simmarket ist schon down 😀

J.Heckers
J.Heckers
7 Monate zuvor

Motivierend geschriebenes Review.
Fällt schwer die Finger dann davon zu lassen 😀

Sven
Sven
7 Monate zuvor

Hab gerade den Stream von Cockpitlyrics auf YT mit der MD-82 gesehen. Sehr schön, dass es noch Addons gibt, die man mit Kauf auch benutzen kann. Auch wenn es für mich der “falsche” SIM war. 😀

Mika
Mika
7 Monate zuvor

Top Flieger von einem klasse Entwicklerteam, bin sehr zufrieden damit. Bin zuletzt im FSX damit geflogen und war sehr überrascht, wieviel ich doch wieder herleiten konnte. Jetzt ist viel Gassi gehen angesagt!

trackback

[…] Wer bis zur PMDG einen anderen Airliner auf Study Level ausprobieren will: Am Freitag hat Just Flight die 146 Pro veröffentlicht und Leonardo am Tag danach die MD-82 Maddog.  […]

CarstenS.
CarstenS.
7 Monate zuvor

Hab “Sie” mir gestern gekauft. Also Systemtiefe TOP! Aber Optisch sieht man es ihr aber schon an das es eine Portierung ist. Jedenfalls wenn man auf die Anzeigen rauf Zoomt. Freue mich schon das mit der PMDG zu vergleichen. Bis ich damit Online Fliegen kann, brauch es aber noch nen paar Meilen mehr. Ist bei jemanden noch die Anzeige vom Loadmanager bei einer 4K Auflösung auch so klein? Denke da kann man noch Hand anlegen. Macht auch Spaß das ganze mit dem ACARS zusammen zumachen. Man merkt aber schon das der Flieger aus den 80iger stammt. Man was für ein Chaos im Cockpit 😉

Dings
Dings
7 Monate zuvor

Dieser Vorgang ist normal und dauert je nach Hardware etwa 10/20 Minuten.

Das sind dann flotte 30 Sekunden? 🤔

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