
Im eigenen Forum hat iniBuilds ein umfangreiches Development Update zur kommenden Umsetzung der Lockheed L-1011 TriStar veröffentlicht. Nach der ersten Grundsatzvorstellung im Dezember rückt nun die konkrete Ausgestaltung der Systeme, des Flight Models und der visuellen Umsetzung in den Fokus. Laut Entwickler befindet sich das Projekt in den finalen Bauabschnitten.
Was die L-1011 besonders macht
Die TriStar war nie einfach nur ein weiterer Widebody. Ihr Markenzeichen war die Dreistrahlanordnung mit dem zentral im Heck sitzenden Triebwerk, kombiniert mit einer für ihre Zeit außergewöhnlich komplexen Automatisierung. Triple INS, ein ausgeprägtes Automatic Flight Control System inklusive CAT IIIB Autoland und die Integration eines Performance Management Systems machten sie Anfang der 1970er Jahre zu einem technologischen Statement.
Hinzu kam das Drei-Mann-Cockpit mit vollwertigem Flight Engineer Panel. Genau diese operative Identität stellt iniBuilds in den Mittelpunkt.
Flight Model und RB211 Logik
Im Zentrum der Simulation stehen die drei Rolls-Royce RB211-524. Die Triebwerkslogik basiert auf klassischem EPR-Betrieb, inklusive realistisch modellierter Spool-Trägheit und transientem Verhalten. Schubänderungen sollen bewusst nicht spontan, sondern mit der für das RB211 typischen Verzögerung erfolgen. Wer schnelle Power Corrections gewohnt ist, wird sich also umstellen müssen.
Auch das Handling wird als zentrales Merkmal hervorgehoben. Besonders betont wird das Direct Lift Control System, bei dem Spoiler und Pitch gekoppelt werden, um den Glidepath ohne größere Pitchänderungen zu steuern. Gerade im Short Final war die TriStar für ihre Stabilität bekannt.
AFCS und Autoland
Das Automatic Flight Control System wird laut iniBuilds vollständig umgesetzt. Dazu gehört CAT IIIB Autoland mit korrekter Flare Logik, De-Rotation und Rollout Control. Die Lateral und Vertical Modes orientieren sich an der realen Logik der Maschine. Wer moderne Airbus oder Boeing Automatisierung gewohnt ist, wird hier eine andere Philosophie erleben, aber eine erstaunlich fortschrittliche für ihr Baujahr.
Systeme Tiefe inklusive Flight Engineer
Hydraulik mit drei unabhängigen Systemen, vollständige Pneumatik mit realistischem Bleed Verhalten, komplette AC und DC Architektur, Fuel Transfer inklusive Trim Effekten, zonale Temperatursteuerung und authentische Pressurisation Logik sind laut Entwickler vollständig modelliert.
Das Flight Engineer Panel ist voll bedienbar. Sämtliche Flows können manuell abgearbeitet werden. Alternativ übernimmt ein KI-basierter Flight Engineer die Aufgaben, steuerbar über das neue Paper Flight Bag Interface.
Navigation zwischen RADNAV, INS und GPS
Interessant ist der Ansatz bei der Navigation. Ursprünglich war eine klare Staffelung aus RADNAV, INS und später INS plus PMS vorgesehen. Nun werden alle Varianten ab Release unterstützt. Über das sogenannte PFB (das P steht für Paper) lässt sich auswählen zwischen RADNAV, INS, GPS oder INS plus GPS. Entscheidend ist, dass das Cockpit visuell unverändert bleibt. Es gibt keinen künstlich eingefügten GPS-Button. Wird GPS gewählt, ersetzt das System intern die INS Quelle durch einen Garmin GNS 530, während der bestehende INS-Button genutzt wird. Damit bleibt die AFCS-Optik authentisch.
SimBrief Routen sollen direkt ins INS importiert werden können, was die manuelle Eingabe reduziert, ohne das inertiale Konzept auszuhebeln.
Paper Flight Bag statt Tablet
Statt eines modernen EFB setzt iniBuilds auf ein periodengerechtes Paper Flight Bag. Optisch analog gehalten, funktional aber voll ausgestattet mit Performance Calculations, Konfiguration, Fuel Planning und Systemsteuerung inklusive Flight Engineer Automation. Der Spagat zwischen Immersion und Komfort ist offensichtlich gewollt.
Art, Alterung und Licht
Das Cockpit der L-1011-500 wird mit bewusst gealterten Texturen umgesetzt. Polierte Schalter, abgegriffene Panels, Staub, ausgeblichene Beschriftungen. Keine sterile Werksoptik, sondern ein Flugdeck mit Geschichte.
Auch bei der Beleuchtung setzt iniBuilds auf physikalisch basierte Intensitäten statt übertriebener Effekte. Cockpit Flood, Integral Lighting, Engineer Station Beleuchtung und externe Lichter reagieren dynamisch auf Wetter, Nebel und Niederschlag. Gerade bei Nachtanflügen dürfte das die Atmosphäre stark prägen.
Liveries zum Start
Zum Release sollen mehrere klassische Betreiber der L-1011-500 enthalten sein, darunter Delta, British Airways, Air Transat, LTU, Pan Am und United. Umgesetzt werden sie mit 3D Decals nach MSFS Empfehlung.
Ein weiteres Update vor Release wurde mit dem Post auch angekündigt. Einen Termin nennt iniBuilds noch nicht. Klar ist jedoch, dass hier kein Schnellschuss entsteht, sondern eine Simulation, die die Eigenheiten der L-1011 in den Mittelpunkt stellt.

Instant Buy für mich.
Bin selbst noch mit dem Flieger in Urlaub geflogen, mit LTU ab DUS
Dito!
Bei mir steht die Tristar von JustFlight für X-Plane im Hangar. Und ich war mit der Tristar 500 ab DUS unterwegs, D-AERL und D-AERV. Das waren noch Zeiten! Ich war keine 3 Jahre alt, als ich das erste mal 1011 geflogen bin, das ist wohl auch der Grund, warum ich „hier“ bin. 🙂
Und der nächste ini-Release. Kann ja wieder nichts allzu gescheites werden.
Anstatt sich einfach mal mehr Zeit zu lassen…naja die Kiddies werden es schon kaufen.
Ich glaube, die „Kiddies“ sind nicht unbedingt besonders scharf auf eine 1011…
Sehe ich auch so. Umso unverständlicher, dass ini wieder im Schnelltempo baut. Die Firma steht halt für Rendite-Maximierung. Vielleicht wirds ja trotzdem gut, ich bleibe vorerst aber mal skeptisch.
Mit einem Herz für die Uhrenläden natürlich eine schöne Sache! Wenns soweit ist muss ich aber überlegen, ob mein Retro-Airliner-Trieb nicht schon durch die 727 einfach genügend abgedeckt wird.
Bin in den USA mal von LAX nach ATL damit geflogen in den 90ern. Geiles Teil muss ich sagen, allein schon der Sound der Triebwerke ist faszinierend.