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So lange die meisten von uns Airliner im Microsoft Flight Simulator fliegen, funktionierte FS2Crew immer nach demselben Prinzip: Man lernte die Phrasen, sprach sie korrekt aus, und der First Officer antwortete aus einer Bibliothek vorproduzierter Audiodateien. Starr, aber bewusst so gebaut. Diese Starrheit war Teil des Deals, denn ein Skript ist berechenbar, und Berechenbarkeit ist genau das, was Muskelgedächtnis für standardisierte Abläufe aufbaut.

Damit ist jetzt Schluss. FS2Crew hat Generation AI: FBW A32NX Edition veröffentlicht, laut Entwickler die größte technologische Umstellung in der zwanzigjährigen Firmengeschichte und das Ergebnis von rund achtzehn Monaten Entwicklungsarbeit. Es handelt sich um den ersten Titel einer neuen Reihe, weitere Flugzeug-Editionen sollen folgen.

Der Copilot hört jetzt anders zu

Die zentrale Änderung betrifft die Spracherkennung. Sie wandert vom heimischen PC in die Cloud, was laut FS2Crew das leidige Thema der Windows-Sprachkonfiguration erledigt, an dem über die Jahre unzählige Nutzer gescheitert sind. Mikrofon anschließen, losfliegen.

Dazu kommt: Kommandos sind nun dynamisch. Ihr müsst also nicht mehr die exakte Formulierung aus dem Handbuch aufsagen, sondern könnt eine Anweisung in euren eigenen Worten geben. Wer ohne Mikrofon fliegt oder zu Uhrzeiten unterwegs ist, in denen lautes Reden mit dem Monitor keine gute Idee ist, greift weiterhin auf Button Control zurück.

Briefings kommen aus euren echten Flugdaten

Der zweite Punkt ist der spannendere. Briefings und Kabinendurchsagen sind nicht länger Konserve. Departure Briefs, Approach Briefs, Captain PAs und Kabinenansagen werden laut FS2Crew aus euren tatsächlichen Flugdaten generiert, die über die SimBrief-Anbindung einfließen. Flugnummer, City Pair, Gate und Crewnamen landen also direkt in dem, was eure Besatzung sagt.

Die Crewnamen erzeugt das System automatisch passend zu Region und Airline. Persönlichkeiten lassen sich entweder manuell zuweisen oder zufällig verteilen.

Ergänzt wird das Ganze durch eine dynamische Kabinensimulation mit nach Entwicklerangaben über 100 Szenarien, die eine Entscheidung von euch verlangen. Dazu kommt ein Comms Center für offene Gespräche mit First Officer, Flugbegleitung, Ramp Agent, Ground Crew und Company Operations.

Kein Abo, aber Credits

Bei einem Punkt wird FS2Crew sehr deutlich: Es gibt kein Abonnement. Es gibt allerdings Credits, und die werden verbraucht, sobald das Gespräch mit der Crew vom eigentlichen Ablauf abweicht.

Die Aufteilung sieht so aus: Alles, was zum Betrieb des Fluges gehört, also Flows, Checklisten, Callouts, Briefings und PAs, ist mit dem Kaufpreis abgegolten. Credits verbraucht ausschließlich das optionale Comms Center, also die Plauderfunktion. 10.000 Credits liegen jedem Kauf kostenlos bei.

Ein normaler Flug mit der KI-Crew verbraucht laut FS2Crew null Credits, solange ihr auf Smalltalk verzichtet. Wer mehr braucht, kauft nach: 100.000 Credits kosten 9,99 Euro, 200.000 Credits 17,99 Euro und 500.000 Credits 39,99 Euro.

Der Haken: ohne Internet läuft nichts

An anderer Stelle gibt es allerdings einen Kompromiss. Die Systemanforderungen nennen eine stabile Internetverbindung, einen Offline-Modus gibt es nicht. Eine Produktreihe, die historisch komplett auf dem eigenen Rechner lief, hängt damit künftig davon ab, dass die Server von FS2Crew erreichbar sind und eure Leitung hält.

Der Entwickler verweist darauf, dass Generation AI auf einer verteilten Cloud-Architektur über mehrere Server läuft und Nutzer aus Redundanzgründen zwischen Backup-Systemen wählen können.

Preise und Zusatzpakete

Generation AI: FBW A32NX Edition kostet 29,99 Euro, also exakt so viel wie die ältere FS2Crew: FlyByWire A32NX Project Edition, die weiterhin im Shop steht. Es handelt sich um einen separaten Kauf, allerdings läuft aktuell zeitlich begrenzt ein Treue-Coupon über 5 Euro Rabatt.

Daneben stehen zwei optionale Pakete zu je 24,99 Euro. Das Language Pack deckt rund 50 Sprachen ab und ermöglicht zweisprachige Kabinendurchsagen passend zu Airline und Region. Das Voice Pack liefert über 300 zusätzliche Crew-Stimmen.

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1 Kommentar
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Artur
Artur
58 Minuten zuvor

Ja, FS2Crew musste unbedingt liefern, um nicht komplett abgehängt zu werden. Gerade wenn SayIntentions die Checklisten-Funktion weiter verbessert und dann Traffic und ATC liefert, wüsste ich nicht, warum FS2Crew überhaupt benötigt wird. Da leider nur sehr wenige, wenn auch komplexe, Flugzeuge überhaupt verfügbar sind. Bei SayIntentions kommt dann noch die Möglichkeit dazu, die Checklisten nach Belieben zu bearbeiten und nach Airline-Vorgaben zu optimieren. Das geht bei FS2Crew komplett ab.

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