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Wer im DCS eine Hornet fliegt, kennt den Bruch. Man sitzt vor drei Bildschirmen, hat einen Stick in der rechten und einen Schubhebel in der linken Hand, alles fühlt sich für einen Moment richtig an. Und dann kommt der Moment, in dem ein neuer Wegpunkt eingegeben, eine Frequenz gerastet oder ein Kurs vorgegeben werden muss. Man lässt los, greift zur Maus, klickt in ein virtuelles Bedienfeld, dessen Tasten so groß sind wie ein Stecknadelkopf, und sucht sich die richtige Schaltfläche zusammen. Die Illusion, die sich über zwanzig Minuten aufgebaut hat, ist in drei Sekunden weg.

Genau hier setzt das TOP GUN MIP 2 an. Es ersetzt das virtuelle vordere Instrumentenbrett der Hornet durch echte Hardware, und es tut das in der zweiten Generation an der Stelle gründlicher, an der es beim Vorgänger am ehesten geknirscht hat.

Warum überhaupt ein Instrumentenbrett?

Bevor wir uns das Gerät ansehen, lohnt der Blick auf das Problem, das es löst. Ein Kampfflugzeug der Hornet-Generation wird nicht über einen Steuerknüppel geflogen, sondern über ein Bedienkonzept. Stick und Schubhebel decken ab, was in der Luft schnell gehen muss. Alles andere, also Navigation, Funk, Waffenauswahl und Sensorsteuerung, läuft über das Bedienfeld oberhalb des Instrumentenbretts und über die Tastenrahmen um die Displays.

In der Simulation fällt dieser zweite Teil traditionell unter den Tisch. Man bildet ihn mit der Maus ab, oder man legt sich Dutzende Tastenkombinationen auf die Tastatur und vergisst die Hälfte davon wieder. Beides funktioniert, beides ist ein Kompromiss. Ein Instrumentenbrett aus Hardware löst diesen Kompromiss auf, indem es den Handgriff wieder dorthin verlegt, wo er im echten Cockpit stattfindet: an eine feste Stelle, die man blind findet.

Das ist der Maßstab, an dem sich so ein Gerät messen lassen muss. Nicht daran, wie gut es aussieht, sondern daran, ob ich die Hand hinführen kann, ohne den Blick von der Szenerie zu nehmen.

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WINCTRL. Wer da eigentlich baut

Ein kurzer Blick auf den Hersteller, denn den kennen die meisten unter einem anderen Namen. Die Chengdu WinWing Tech Co. Ltd. wurde im März 2013 gegründet und sitzt in Chengdu in der westchinesischen Provinz Sichuan. Im Endkundenmarkt der Flugsimulation ist das Unternehmen seit rund sechs Jahren aktiv.

Groß geworden ist die Firma mit Steuerungen für Kampfflugzeuge. Die Kombinationen aus Stick und Schubhebel, die die Bedienelemente von F/A-18 und F-16 im Maßstab eins zu eins nachbilden, trafen im DCS einen Nerv, weil sie die Lücke zwischen Massenware und Kleinserien für vierstellige Beträge füllten. In den letzten Jahren ist das Programm weit über diese Nische hinausgewachsen. Für die zivile Seite baut das Unternehmen inzwischen Panels für Airbus- und Boeing-Cockpits, darunter Steuereinheiten für Autopilot und Fluginstrumente sowie voll funktionsfähige Bedieneinheiten für das Flugmanagementsystem.

Ende 2025 kündigte die Firma an, den Markennamen WINWING aufzugeben. Seit Anfang 2026 firmiert sie als WINCTRL. Begründet wird der Schritt mit mehr Klarheit und langfristigem Wachstum, der neue Name soll für präzise Steuerung stehen. Als Hintergrund gelten zudem Auseinandersetzungen um die Marke in den Vereinigten Staaten. Verbunden ist der Wechsel mit Zusagen an die Kundschaft: präziser abgestimmte Hardware, ein verstärkter Kundendienst, erweiterte Garantieleistungen und eine engere Anbindung der Nutzerschaft über Beta-Programme und Treffen vor Ort. Ob das eintritt, wird sich zeigen müssen. Beim Kundendienst hatte der Hersteller in der Vergangenheit einen gemischten Ruf.

Mitgewandert ist die Produktbenennung. Die Hornet läuft bei WINCTRL als NavyAce beziehungsweise CarrierAce, der Zweig rund um die F-16 unter Legend, die Strike Eagle als StrikeAce E. Das Bedienfeld im Testgerät heißt deshalb CarrierAce UFC 2.0, obwohl auf dem Panel unverkennbar die Hornet steht.

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Sieben Kartons, ein Brett

Das TOP GUN MIP 2 ist kein einzelnes Gerät, sondern die größte Zusammenstellung für die Hornet aus einem modularen Programm. Enthalten sind:

  • eine CarrierAce UFC 2.0, also das Bedienfeld oberhalb des Instrumentenbretts,
  • eine NavyAce-HUD-Einheit, das Bedienteil unterhalb des Blickfelddisplays,
  • drei MFD-Einheiten, also die Tastenrahmen um die Anzeigen,
  • drei USB-Displays,
  • drei Panel-Mount-Halterungen.

Das ist der Vollausbau. Wer alles aufbaut, hat das komplette vordere Instrumentenbrett der Hornet als Hardware vor sich: links und rechts die beiden Displays, in der Mitte unten die dritte Anzeige, darüber das Bedienfeld und das HUD-Bedienteil.

Was diese Aufzählung nicht sofort verrät: Es sind sieben eigenständige Baugruppen, die einzeln montiert, einzeln verkabelt und einzeln in der Software zugewiesen werden wollen. Das ist kein Nachteil, sondern die Grundlage der Flexibilität, auf die wir später noch zurückkommen. Man sollte es nur wissen, bevor man den Karton öffnet und erwartet, ein fertiges Brett herauszuziehen.

UFC 2.0. Der Grund für die Zwei im Namen

Wenn ich den Unterschied zur ersten Generation auf einen Satz eindampfen soll, dann diesen: Die Silikontasten sind weg.

WINCTRL hat das Bedienfeld auf Hardkeys umgestellt und begründet den Schritt mit besseren Materialien, höherer Haltbarkeit und einem knackigeren Schaltgefühl. Als verschleißfest und alterungsbeständig bewirbt der Hersteller die neue Generation, was in dieser Preisklasse kein Marketinggeplänkel ist, sondern eine berechtigte Erwartung. Ein Panel, das man über Jahre benutzt, muss die Tastenbeschriftung überleben. Ob die Hardkeys das nach fünf Jahren tatsächlich tun, kann ich nach wenigen Wochen naturgemäß nicht beurteilen.

Was ich beurteilen kann, ist das Gefühl, und da merkt man den Wechsel sofort. Silikon fühlt sich immer ein wenig nach Fernbedienung an. Es gibt weich nach, der Druckpunkt verschwimmt, und wenn man schnell tippt, weiß man nicht zuverlässig, ob der Anschlag angekommen ist. Die neuen Tasten haben einen definierten Punkt mit sauberem Anschlag und einer klaren Rückmeldung an den Finger. Wer eine Frequenz eintippt, ohne hinzusehen, zählt die Anschläge mit, statt sie zu erraten.

Für ein Gerät, dessen einziger Daseinszweck darin besteht, den Blick draußen lassen zu können, ist das kein Detail, sondern der Kernpunkt. Ein Bedienfeld, bei dem man zur Kontrolle doch wieder hinschauen muss, ob die Ziffer angekommen ist, hat seine Aufgabe nur zur Hälfte erfüllt.

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Beibehalten hat WINCTRL zwei Eigenschaften, die schon die erste Generation ausgezeichnet haben. Zum einen den bewusst langen Tastenweg, der versehentliche Eingaben verhindern soll, wenn man mit der Handkante über das Panel streift. Zum anderen die integrierte Hintergrundbeleuchtung, die sich in der Helligkeit regeln lässt.

Zur Bauweise nennt der Hersteller ein vollstrukturiertes Werkzeug im Maßstab eins zu eins mit dreidimensional texturierter Oberfläche sowie hochpräzise industriell geformte Tastenkappen. Übersetzt heißt das: Das Panel ist keine glatte Plastikplatte mit aufgedruckten Symbolen, sondern hat die Oberflächenstruktur des Vorbilds, und die Tastenkappen sind einzeln gefertigte Teile statt einer durchgehenden Matte. So fühlt es sich auch an.

Wer das Bedienfeld einzeln haben will, findet es im Store ab 195,60 Dollar. Verfügbar ist es seit Mai, vorgestellt wurde es bereits zur FSWeekend 2026, gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Neuheiten.

Die HUD-Einheit. Das unterschätzte Bauteil

Das Bedienteil unterhalb des Blickfelddisplays steht in jeder Produktbeschreibung im Schatten des Bedienfelds, ist im Betrieb aber mindestens genauso oft im Zugriff. Hier liegen die Drehgeber, mit denen Kurs und Steuerkurs vorgegeben werden, dazu die Schalter für die Betriebsarten.

Die Baugruppe arbeitet mit gedämpften Drehgebern, die sich ohne Rasten drehen lassen, sowie mit metallenen Dreistellungsschaltern, deren Schaltgefühl deutlich satter ausfällt als bei den üblichen Kunststoffkippschaltern. Zwei der Schalter kehren nach dem Betätigen selbsttätig in die Mittelstellung zurück, was der Bedienlogik des Vorbilds entspricht. Auch hier ist die Hintergrundbeleuchtung regelbar, und auch hier ist die Baugruppe im Maßstab eins zu eins nachgebildet.

Angebunden wird das HUD-Bedienteil nicht über einen eigenen Anschluss am Rechner, sondern über ein Datenkabel an das Bedienfeld. Beide Baugruppen teilen sich also einen Anschluss. Bei einem Bündel mit sieben Baugruppen ist jede eingesparte Buchse ein echter Gewinn, und darauf kommen wir gleich noch zurück.

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Die Tastenrahmen. Mehr Tasten, als die Hornet hat

Jede der drei MFD-Einheiten ist deutlich üppiger bestückt, als man auf den ersten Blick vermutet. Verbaut sind vier hintergrundbeleuchtete Wipptasten aus Silikon, zwanzig hintergrundbeleuchtete quadratische Tasten und sechzehn rechteckige Tasten, dazu Dreistellungs-Schiebeschalter und ein Drehgeber.

Das ergibt eine Tastenzahl, die weit über das hinausgeht, was die Hornet an ihren Displayrahmen tatsächlich besitzt. Und das ist volle Absicht. WINCTRL nennt das Prinzip eine formangepasste Erweiterung im Raster neun mal neun und begründet es mit der Abdeckung sämtlicher Bedienszenarien. Im Klartext: Der Rahmen bildet nicht nur die Hornet ab, sondern hat genug Reserven für Muster, die mehr Tasten am Displayrand haben.

Der eigentliche Clou steckt im Dreistellungsschalter. Über ihn lassen sich drei hinterlegte Tastenbelegungen umschalten. Man richtet sich also einmal ein Profil für die Hornet ein, eines für ein zweites Muster, eines für ein drittes, und wechselt danach mit einem Handgriff am Gerät, statt in der Software zu wühlen. Wer regelmäßig zwischen zwei oder drei Mustern springt, spart sich die immer gleiche Klickerei vor dem Start.

Dass die Tastenzahl über das Vorbild hinausgeht, hat allerdings eine Konsequenz: Man braucht eine Orientierungshilfe, welche Taste in welchem Profil was tut. Der Hersteller löst das über Auflagen und Übersichten in der Software, und man tut gut daran, sich diese für die Muster einzurichten, die man tatsächlich fliegt. Ohne Zuordnung ist ein Rahmen mit vierzig Tasten schlicht ein Rahmen mit vierzig Tasten.

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Die Displays. Ein Kabel, kein Bildschirmanschluss

Die drei Anzeigen laufen als USB-Displays. Strom und Bildsignal kommen gemeinsam über USB 3.0, ein Anschluss für HDMI oder DisplayPort existiert nicht. Windows behandelt sie trotzdem als vollwertige zusätzliche Monitore, weshalb sie im Anzeigedialog eingeordnet werden wollen, üblicherweise unterhalb des Hauptbildschirms.

Das ist der bequemste Teil der ganzen Konstruktion. Ein Kabel je Anzeige genügt, und man braucht weder eine Grafikkarte mit fünf Ausgängen noch einen Adapterturm. Für Aufbauten mit einem Ultrawide-Bildschirm oder einer Datenbrille als Hauptausgabe ist das ein erheblicher Vorteil, weil die Grafikkarte für das eigentliche Bild frei bleibt.

Es ist gleichzeitig der Teil, bei dem ihr vorher nachzählen solltet. Bedienfeld samt HUD-Einheit, drei Tastenrahmen und drei Displays summieren sich zu einer Anzahl belegter Anschlüsse, die den meisten Rechnern die vorderen Buchsen komplett wegnimmt. Ein aktiver USB-Hub mit eigener Stromversorgung gehört bei diesem Bündel praktisch zum Pflichtzubehör. Im Lieferumfang ist keiner enthalten, und auch sonst hat WINCTRL keine Sammelanbindung vorgesehen, über die sich derKabelbaum bündeln ließe.

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Material und Maße.

Als Werkstoffe nennt WINCTRL eine Kombination aus Acrylnitril-Butadien-Styrol, Polycarbonat und Aluminium. Das ist die übliche Mischung in diesem Segment: tragende und sichtbare Flächen aus Kunststoff, versteifende und lasttragende Teile aus Metall.

Für die MFD-Einheit gibt der Hersteller ein Verpackungsmaß von 20,6 mal 9,1 mal 23 Zentimetern bei einem Kilogramm Gewicht an. Das klingt handlich, sollte aber mit drei multipliziert werden, wenn ihr den Platzbedarf auf dem Tisch abschätzt.

Der Gesamteindruck folgt dem, was man von der Marke kennt. Die Rahmen geben unter Druck kaum nach, die Tasten haben einen tiefen, satten Druckpunkt, die Schalter rasten hörbar ein, und die Drehgeber laufen mit gleichmäßigem Widerstand statt mit Spiel. Es ist kein Metallgerät im Stil professioneller Trainingsanlagen, aber es ist erkennbar mehr als ein Kunststoffgehäuse mit Mikroschaltern darin. Wer andere Hardware von WINCTRL sein Eigen nennt, weiß, was ihn erwartet.

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Der Aufbau. Schrauben, messen, sitzen bleiben

Der Zusammenbau hält keine Überraschungen bereit, und das ist ausdrücklich als Lob gemeint. Jede MFD-Einheit bringt eine linke und eine rechte Montagehalterung, eine Rahmenplatte, das USB-Kabel, Nanoklebepunkte, ein Zubehörpaket und Werkzeug mit. Es liegt also alles bei, was man braucht, und man muss nicht mit eigenem Schraubendreher und Baumarktmaterial nacharbeiten. Die drei Panel-Mount-Halterungen bieten je zwei Einbaupositionen, sodass sich die Anordnung an die Tischtiefe und die eigene Sitzhöhe anpassen lässt.

Wer schon einmal Hardware dieses Herstellers verschraubt hat, ist in überschaubarer Zeit durch. Die Anleitungen sind bebildert, die Reihenfolge ist logisch, und die Toleranzen stimmen, sodass nichts mit Gewalt zusammengedrückt werden muss.

Ein Rat aus der Praxis trotzdem: Vor dem endgültigen Festziehen einmal Sitzposition und Blickhöhe im Simulator gegenprüfen. Ein Instrumentenbrett, das zwei Zentimeter zu hoch sitzt, verdeckt den unteren Rand des Hauptbildschirms. Ein Brett, das zu tief sitzt, zwingt zum Blick nach unten und untergräbt damit den ganzen Zweck. Nachträgliches Verschieben ist möglich, bedeutet aber, dass die Zuordnung der Anzeigen in der Software erneut geprüft werden will.

Zu bedenken ist außerdem die Art der Befestigung. Die Klemmlösung dieser Baureihe ist für Schreibtischplatten ausgelegt. Wer ein selbst gebautes Cockpit mit dünner Trägerplatte betreibt, sollte vorher prüfen, ob die nutzbare Klemmtiefe reicht, oder gleich Adapter einplanen. In der Bastlergemeinde kursieren dafür passende Druckvorlagen.

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SimAppPro – Acht Schritte bis zum ersten Flug

Die gesamte Einrichtung läuft über SimAppPro, die hauseigene Verwaltungssoftware. WINCTRL wirbt mit Plug and Play und unterstützt sowohl DCS als auch Falcon BMS, weitere Module sollen laufend nachgezogen werden.

In der Praxis läuft die Einrichtung in mehreren Schritten ab:

  1. Treiber für die USB-Displays installieren.
  2. Die Anzeigen in den Windows-Anzeigeeinstellungen anordnen, üblicherweise unterhalb des Hauptbildschirms.
  3. In SimAppPro die Betriebsart der Kameraausgabe bestätigen.
  4. Den Anzeigen ihre Rollen zuweisen, also linkes Display, rechtes Display und untere Anzeige.
  5. Die Position der Tastenrahmen bestätigen, damit die Software weiß, welcher Rahmen zu welcher Anzeige gehört.
  6. Die passenden Belegungsprofile für das jeweilige Luftfahrzeug laden.
  7. Tasten und Drehgeber einmal durchprüfen und kalibrieren.
  8. Die Hintergrundbeleuchtung mit der Simulation koppeln.

Der letzte Punkt ist der, den man beim ersten Start unterschätzt und danach nicht mehr missen will. Die Beleuchtung der Panels passt sich der Cockpitbeleuchtung in der Simulation an. Wer nachts fliegt und im Cockpit das Licht herunterregelt, sieht die Panels auf dem Schreibtisch mit dunkler werden. WINCTRL nennt dafür mehrere Betriebsarten, darunter die automatische Synchronisierung mit dem Spiel sowie eine Steuerung über das Netzwerk.

Am Rande erwähnt, weil es für Käufer eine Rolle spielt: WINCTRL hat zur FSWeekend 2026 eine vollständig neu gebaute Fassung von SimAppPro mit überarbeiteter Oberfläche angekündigt. Wer die Software bislang als sperrig empfunden hat, darf auf Besserung hoffen.

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Im Cockpit – Was sich wirklich ändert

Der Unterschied im Alltag lässt sich am besten an einer einzelnen Handlung zeigen. Ein Wegpunkt soll geändert werden. Bisher hieß das: Blick auf den Bildschirm, Maus greifen, Zeiger im virtuellen Cockpit positionieren, Ziffern anklicken, Eingabe bestätigen, Maus loslassen, wieder zum Stick greifen. Mit dem Panel heißt es: linke Hand vom Schubhebel, drei Ziffern auf dem Bedienfeld, Bestätigung, Hand zurück. Der Blick bleibt draußen.

Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist in Wahrheit der Unterschied zwischen einem Spiel, das man bedient, und einem Flugzeug, das man fliegt. Der Effekt verstärkt sich, sobald mehrere Dinge gleichzeitig laufen. Wer im Anflug zeitgleich Funk und Sensor bedient, merkt am deutlichsten, wie viel Aufmerksamkeit die Maus vorher gekostet hat.

Der Hersteller lässt auf der Produktseite einen Verkehrspiloten und Luftfahrtautor zu Wort kommen, der die Hornet nach eigener Aussage vor über zwanzig Jahren zuletzt real geflogen ist und das Panel als das Näheste bezeichnet, was ihn zurück ins Cockpit bringt. Ob das der Realität entspricht, kann ich mangels Flugstunden auf der Hornet nicht beurteilen. Was ich sagen kann: Das Gerät gewinnt nicht durch Optik, sondern durch die Handgriffe.

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Der Baukasten – Nicht jeder braucht alles

Dass das TOP GUN MIP 2 aus Einzelmodulen besteht, ist mehr als eine Fußnote, denn WINCTRL verkauft mehrere Zuschnitte desselben Baukastens. Wer den vollen Betrag nicht ausgeben will oder schlicht anders fliegt, hat echte Alternativen.

Den größten Umfang bietet der hier beschriebene Vollausbau mit Bedienfeld, HUD-Einheit, drei MFD-Einheiten, drei Displays und drei Halterungen. Direkt daneben steht eine Zusammenstellung für Nutzer einer Datenbrille, die auf die Displays verzichtet und nur Bedienfeld, HUD-Einheit, drei MFD-Einheiten und die Halterungen umfasst. Das ergibt Sinn, denn wer in der Brille fliegt, sieht die Anzeigen ohnehin im virtuellen Cockpit und braucht deshalb nur die Tasten darunter, die er blind findet. Wer den Stick mittig zwischen den Beinen führt, greift zur Kombination aus Bedienfeld, HUD-Einheit, MFD-Einheit und Display, die mit einer mittigen Stickaufnahme und einem schnellen Wechsel des mittleren Bedienteils daherkommt.

Weiter geht es mit zwei Zuschnitten für spezielle Bedürfnisse. Für den hinteren Arbeitsplatz zweisitziger Muster gibt es eine Zusammenstellung für den Waffensystemoffizier aus vier Paaren von MFD-Einheit und Display, was den Schwerpunkt konsequent von der Flugführung auf die Sensor- und Waffenbedienung verschiebt. Wer dagegen keinen Platz für ein volles Brett hat, findet in der Schreibtischvariante mit Bedienfeld, zwei MFD-Einheiten, zwei Displays und drei Halterungen den vernünftigen Mittelweg. Und für den Bereich neben dem Schubhebel bietet WINCTRL eine schlanke Erweiterung aus MFD-Einheit und Halterung an, die den Aufbau nach links ergänzt, ohne das ganze Cockpit umzubauen.

Diese Staffelung ist bei Preisen in dieser Region ein ernstzunehmendes Argument. Man steigt klein ein, sammelt Erfahrung und rüstet nach, wenn klar ist, welche Baugruppen man im Flug tatsächlich anfasst und welche nur gut aussehen. Wer beim Einstieg unsicher ist, fährt mit der Schreibtischvariante oder mit dem einzelnen Bedienfeld erfahrungsgemäß besser als mit dem Sprung ins Vollpaket.

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Was ihr vorher wissen solltet

Vier Punkte gehören in einen ehrlichen Test.

Erstens die Anschlüsse. Sieben Baugruppen bedeuten eine entsprechende Anzahl belegter Buchsen, auch wenn sich Bedienfeld und HUD-Einheit einen Anschluss teilen. Wer die Kabelführung nicht plant, hat hinterher ein Nest unter dem Tisch. Ein aktiver Hub mit eigener Stromversorgung ist die deutlich bessere Lösung, als sich durch die Anschlüsse am Mainboard zu hangeln.

Zweitens die Montage an dünnen Aufbauten. Die Klemmen sind für Schreibtischplatten gedacht. Bei selbst gebauten Cockpits mit dünner Trägerplatte reicht die nutzbare Klemmtiefe unter Umständen nicht, und man braucht Adapter.

Drittens die Helligkeit der Anzeigen. Für ihren Zweck sind sie klar genug, an einem hellen Arbeitsplatz mit Fenster im Rücken stoßen sie aber an Grenzen. Das betrifft vor allem dunkle Darstellungen wie ein Zielbehälterbild, das ohnehin kontrastarm ist.

Viertens die Dokumentation. Bei einem Bündel aus mehreren Baugruppen bekommt man auch mehrere Anleitungen, und die greifen nicht immer sauber ineinander. Legt vor dem Aufbau alle Unterlagen einmal nebeneinander, statt Baugruppe für Baugruppe abzuarbeiten und am Ende festzustellen, dass die Reihenfolge anders sinnvoller gewesen wäre.

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Der Elefant im Raum: der Preis

Im europäischen Store steht das TOP GUN MIP 2 aktuell mit 774,25 Euro. Regulär sind es 831,54 Euro, macht derzeit sieben Prozent Nachlass.

Rund 775 Euro sind viel Geld, und daran gibt es nichts schönzureden. Wer den Betrag einordnen will, sollte zwei Rechnungen aufmachen. Die erste: Was kosten die enthaltenen Baugruppen einzeln? Allein das Bedienfeld steht mit 195,60 Dollar in der Liste, und dazu kommen sechs weitere Baugruppen. Die zweite: Was kostet ein selbst gebautes Panel dieser Qualität an Material, Werkzeug, Zeit und Nerven?

Wer beide Rechnungen aufstellt, kommt zu einem anderen Ergebnis als beim reinen Blick auf die Zahl. Billig ist das Gerät damit trotzdem nicht, und wer nur gelegentlich eine Runde im DCS dreht, wird den Betrag schwerlich rechtfertigen können.

Was WINCTRL 2026 sonst noch plant

Das TOP GUN MIP 2 steht nicht allein. Zur FSWeekend 2026 hat WINCTRL eine breite Produktoffensive angekündigt, die weit über den militärischen Bereich hinausreicht.

Für die zivile Seite kommt ein Overhead-Panel der A320-Familie mit funktionaler Nachbildung sämtlicher Schalter und Anzeigen, angesetzt mit 395,95 Dollar. Auf der militärischen Seite bekommt der ViperAce-Schubhebelgriff eine zweite Auflage für 244,06 Dollar, die seit April erhältlich ist. Dazu kommt die CyberTaurus-Reihe mit direkt angetriebenen und riemengetriebenen Sticks, Pedalen und einem Steuerhorn, allesamt mit Kraftrückmeldung. Und über allem steht die angekündigte Neufassung von SimAppPro.

Für Käufer heißt das zweierlei. Zum einen ist die Plattform erkennbar nicht am Ende ihres Lebenszyklus, die Investition altert also nicht sofort. Zum anderen lohnt es sich, vor dem Kauf zu überlegen, wohin der eigene Aufbau in den nächsten zwei Jahren wachsen soll, weil sich innerhalb eines Herstellerprogramms vieles kombinieren lässt, was über Herstellergrenzen hinweg zur Bastelaufgabe wird.

Dcs

Fazit

Das TOP GUN MIP 2 ist kein neues Produkt, sondern die konsequente zweite Auflage eines guten. Der Baukasten mit frei kombinierbaren Baugruppen, die Anzeigen über einen einzigen Anschluss, die Kopplung der Beleuchtung mit der Simulation, die Profilumschaltung direkt am Tastenrahmen: All das gab es im Kern schon in der ersten Generation, und all das funktioniert weiterhin gut.

Was den Unterschied macht, sind die Hardkeys im Bedienfeld. Sie beheben genau die Schwäche, die man der ersten Generation im Alltag am ehesten angemerkt hat. Ein Bedienfeld, bei dem ich blind zählen kann, statt hinzusehen, erfüllt seinen Zweck vollständig, und genau das tut die zweite Auflage.

Dem gegenüber stehen die bekannten Randbedingungen dieser Geräteklasse. Man braucht Platz, man braucht Anschlüsse, man braucht einen Hub, man sollte die Befestigung vorher durchdenken, und man muss sich mit der Software auseinandersetzen. Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, aber alles davon will vor dem Kauf bedacht sein.

Wer eine Hornet ernsthaft fliegt und ohnehin mit dem Gedanken an ein Instrumentenbrett spielt, bekommt hier ein rundes, sauber verarbeitetes und erfreulich flexibles Paket, dessen Aufbau in der gewohnten Zeit erledigt ist. Wer sparen muss oder wenig Platz hat, greift zu einem der kleineren Zuschnitte und wächst mit. Und wer bereits das erste TOP GUN MIP besitzt, muss sich die ehrliche Frage stellen, ob ihm ein besseres Tastengefühl den Aufpreis wert ist. Für mich lautet die Antwort ja, aber es ist eine Frage des Anspruchs und nicht der Notwendigkeit.

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