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Bluebird757

SELCAL als Schlussstein

Auf dem eigenen Discord hat BlueBird Simulations mitgeteilt, dass die kommende Boeing 757 über eine simulierte SELCAL-Funktion verfügt. Möglich macht das eine Zusammenarbeit mit SayIntentions.AI. Es sei, so das Team, das letzte Feature vor dem Release – und nach eigenem Kenntnisstand das erste Flugzeug im Microsoft Flight Simulator, das SELCAL überhaupt abbildet.

Der Rest der Arbeit findet ab jetzt außerhalb des Cockpits statt: Webshop, DRM, Kundensupport und Server. BlueBird formuliert es selbst nüchtern: „The majority of the work left is all of the backend items.“ Wer auf einen Termin gehofft hat, bekommt stattdessen eine To-do-Liste aus der IT-Abteilung.

Zur Erinnerung: Das Team hatte auf der FSWeekend im März einen neuen Trailer gezeigt und dabei ein Release-Fenster für Q3 2026 bestätigt. Im Juli bekräftigte BlueBird, man liege voll im Zeitplan; der Preis bleibt bei 80 US-Dollar bzw. 69,92 Euro. Das dritte Quartal endet am 30. September. Man darf gespannt sein, wie schnell ein Webshop entstehen kann.

Was SELCAL ist – und wofür es gebraucht wird

SELCAL steht für Selective Calling. Es handelt sich um ein Verfahren, mit dem eine Bodenstation ein einzelnes Flugzeug gezielt anrufen kann; die Übertragung besteht aus einer Kombination von vier vorab festgelegten Audiotönen und dauert rund zwei Sekunden.

Der Hintergrund ist praktischer Natur. Über Ozeanen und in radarlosen Gebieten läuft der Funkverkehr über Kurzwelle (HF), und HF-Frequenzen sind notorisch rauschbehaftet – stundenlanges Mithören ist eine Zumutung. Entsprechend üblich ist es, die Lautstärke herunterzudrehen, bis der Funk tatsächlich gebraucht wird. Trifft der zugewiesene SELCAL-Code ein, löst das im Cockpit ein Rufsignal aus – eine Leuchtanzeige, ein Gong oder beides.

Der Code selbst folgt festen Regeln. Er besteht aus vier Buchstaben, geschrieben als zwei Paare (etwa AB-CD), wobei nur die Buchstaben A bis S ohne I, N und O zulässig sind. Jeder Buchstabe entspricht einem definierten Ton zwischen 312,6 und 1479,1 Hz, festgelegt in ARINC Characteristic 714A. Vergeben werden die Codes von Aviation Spectrum Resources (ASRI), und zwar formal an den Halter, nicht an das Flugzeug – beim Verkauf muss ein neuer Code beantragt werden.

SELCAL auf VATSIM: eine Sache des Clients

Auf VATSIM existiert SELCAL seit Langem, allerdings am Flugzeug vorbei. Wer beim Verbinden einen SELCAL-Code hinterlegt, kann von Lotsen über diesen Code angerufen werden – gedacht für lange Strecken, auf denen VHF nicht reicht und stattdessen HF simuliert wird. In xPilot ist das Feld beim Connect optional, in vPilot findet es sich ebenfalls im Verbindungsdialog.

Der Haken: Der Ruf landet im Pilot-Client, nicht im Cockpit – das Flugzeug ist an dem Vorgang schlicht nicht beteiligt. Statt eines Gongs im Overhead blinkt ein Fenster in der Taskleiste. Für X-Plane gibt es mit xSelcal immerhin ein separates Tool, das die Lücke notdürftig füllt. Die VATSIM-Divisionen empfehlen, den Code passend zum jeweiligen Muster zu wählen; Datenbanken wie airframes.org oder rzjets.net listen die realen Zuweisungen.

Genau hier liegt der Unterschied zu dem, was BlueBird ankündigt: Der Ruf soll im simulierten Flugzeug ankommen und dort das Rufsignal auslösen – nicht in einem Zusatzfenster daneben.

Die Rolle von SayIntentions.AI

Und hier kommt das ständig wachsende KI-Tool SayIntentions.AI ins Spiel – sorry, die Simulation. Es bietet ja KI-gestützte Flugsicherung für MSFS und X-Plane. Ozeanische Verfahren werden vom Dienst bereits unterstützt und mit funktionalem ATC-Handling abgebildet – der passende Anwendungsfall also: Wer über den Nordatlantik unterwegs ist, meldet Positionen und wartet ansonsten darauf, dass sich jemand meldet.

Für Entwickler ist das Muster nicht neu. Bei CPDLC/ACARS geht SayIntentions denselben Weg: Der Anbieter stellt eine dokumentierte Schnittstelle bereit und wirbt damit, dass die Integration für Flugzeugentwickler in den meisten Fällen in wenigen Minuten erledigt sei. Seit Anfang 2026 gibt es zusätzlich eine offene Developer-API mit Echtzeit-Flugdaten, ATC-Status und Webhooks.

Wie die SELCAL-Anbindung im Detail funktioniert – ob der Code im Pilot Portal hinterlegt wird, ob er aus dem Flugplan gezogen wird, und was passiert, wenn zwei Simmer denselben Code nutzen –, hat bislang weder BlueBird noch SayIntentions öffentlich beschrieben. Wir tragen das nach, sobald belastbare Informationen vorliegen. Bzw. wird es uns bestimmt einer der beiden Player wissen lassen.

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10 Stunden zuvor

Na wenn alles eingebaut ist – her mit der Kiste 😬

Dennis
Dennis
9 Stunden zuvor

Man bin ich bereit!

Patrick
Team
Patrick
8 Stunden zuvor

Nice! Jetzt nur noch schnell ein paar kurze Monate ( so zwei bis 5) Bugfixing und dann kann es auch schon direkt soon tm voll losgehen 😀

Nee im Ernst, ich freu mich da drauf, wird hoffentlich ein tolles AddOn und mal wieder ein Flugzeug mit ganz viel Seele und Geschichte. Eine willkommene Abwechslung zum aktuellen Computertrend bei den Flugzeugen (A339/380/A220).

Eckehard
Eckehard
7 Stunden zuvor

SayIntentions hat bereits kommuniziert, dass das SELCAL von SimBrief gezogen wird. Dort gibt es ja ein entsprechendes Feld dafür. Wird dieses befüllt, ist die Funktion automatisch aktiviert. Bleibt es leer, steht auch kein SELCAL zur Verfügung (siehe Artikel in der SayIntentions Knowledgebase).
Konflikte mit anderen Simmern kann es bei Verwendung mit SI nicht geben, da der Traffic ja rein offline bzw KI ist.

mike
mike
8 Stunden zuvor

Release date???

Jan Lucas
Jan Lucas
7 Stunden zuvor
Antwort auf  mike

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mike
mike
6 Stunden zuvor
Antwort auf  Jan Lucas

Awesome!!!!, but I was looking for an actual day. Thanks anyway!!!

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