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Wingflex

Vor rund 15 Jahren gab es in jedem Flusi-Forum eine Frage, die zuverlässiger kam als das Amen in der Kirche: „Hat der Flieger eigentlich Wingflex?“ Sie tauchte unter jedem Screenshot und jeder Add-on-Ankündigung auf, gern noch vor der Frage nach dem Preis. Systemtiefe, Flugmodell und Sound waren zweitrangig, solange der Flügel sich nicht bewegte. Wer Wingflex hatte, war vorn dabei. Wer keinen hatte, musste sich rechtfertigen.

Ein paar Simulator-Generationen später ist die Frage nicht verschwunden, nur die Ansprüche sind gewachsen. Bewegen soll sich der Flügel längst nicht mehr, er soll sich auch richtig bewegen. Genau da setzt „Realistic Wing Flex“ von tomwhoca an, den es für die FSLabs A321neo in Microsoft Flight Simulator 2024 gibt.

Den Namen kennt man in der Community bereits. Von ihm stammt EFB+ für die PMDG 737 und 777, das dem Tablet unter anderem eine Flugseite mit SimBrief-Route, ein interaktives Flight Log und einen Kartenbrowser mit den MSFS-eigenen Lido-Charts spendiert. Auf flightsim.to kommt EFB+ auf rund 21.000 Downloads und eine Durchschnittsbewertung von 5,0 (98 Bewertungen). Für einen Ein-Mann-Mod ist das eine ordentliche Hausnummer.

Jetzt mit Flügelwackeln

Der neue Mod tauscht nicht das Modell aus, sondern nur die Logik hinter FSLabs‘ vorhandener Flügelanimation. Der Flügel verhält sich laut Beschreibung wie eine Masse an einer Feder und folgt der tatsächlichen Last auf das Flugzeug. Die Eigenfrequenz liegt bei etwa 2,7 Hz, die Dämpfung ist leicht. Böen und Turbulenzen sollen den Flügel also anregen, und er schwingt dann aus.

Laut Autor und Beschreibungstext auf flightsim.to sieht das so aus:

  • Start: Der Flügel bleibt während der Startrollstrecke tief und biegt sich bei Rotation und Abheben nach oben, sobald er das Gewicht übernimmt.
  • Landung: Er sackt beim Aufsetzen des Hauptfahrwerks ab und noch einmal, wenn die Ground Spoilers den Auftrieb abbauen.
  • Taxi: Er hängt und wippt leicht, bei höherem Tempo stärker. Steht die Maschine, steht auch der Flügel.
  • Sonstiges: Gewicht und Treibstoff wirken sich leicht aus, linker und rechter Flügel bewegen sich unabhängig, und die Bewegung ist in Cockpit, Kabine und Außenkamera identisch.

Installation und Haken

Der Mod enthält keine FSLabs-Dateien. Der Installer baut ihn auf dem eigenen Rechner aus den vorhandenen FSLabs-Dateien und legt einen Ordner namens z-fslwfx-wingflex in den Community-Ordner. Er besteht aus lesbarem PowerShell-Code, es gibt keine kompilierten Programme. Windows warnt trotzdem, das kennen Nutzer wohl schon von EFB+. Deinstalliert wird per Doppelklick auf Uninstall.bat.

Ein paar Punkte solltet ihr vorher wissen:

  • Nach jedem FSLabs-Update muss Install.bat erneut laufen, weil der Mod zwei Verhaltensdateien von FSLabs anpasst. Ändert FSLabs seine Flügelkonfiguration grundlegend, bricht der Installer ab, bis ein Mod-Update erscheint.
  • Turbulence sollte auf „Low“ stehen. Der Mod wurde damit abgestimmt.
  • Andere Mods, die dieselben zwei Dateien ersetzen, sind nicht kompatibel. Add-ons, die FSLabs‘ eigenen Flex-Wert auslesen (etwa manche Flügelkondensations-Effekte), folgen weiter der Original-Bewegung.
  • AI- und Multiplayer-A321 nutzen eine vereinfachte Variante, weil die Lastdaten nicht geteilt werden.
  • In Replays kann der Flügel starr bleiben.
  • Bei sehr hohen Lasten stößt die Animation an FSLabs‘ Wegbegrenzung, der Flügeltip hört dann irgendwann auf zu steigen.

Als Stand nennt Tom den Microsoft Flight Simulator 2024 in Version 1.8.16.0 und die aktuelle FSLabs A321neo, geprüft am 28. September 2026. Der Mod steht unter MIT-Lizenz, das Original-Credit muss also erhalten bleiben.

Ob der Flügel tatsächlich so überzeugend schwingt, wie die Beschreibung verspricht, könnt ihr selbst testen. Ein Vorschau-Video zeigt schon ein wenig, was der Mod macht. Ja, der Flieger hat (jetzt) Wingflex. Gut, hat er auch von Haus aus. Mit Mod aber vielleicht realistischer.

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