Ihr liebt Flugsimulation.
Wir berichten darüber.

Ihr liebt Flugsimulation.
Wir berichten darüber.

Image 2026 06 12

iniBuilds hat im eigenen Forum ein umfangreiches Development Update zum A380 veröffentlicht — inklusive erstem offiziellem Trailer und einer Reihe von Screenshots aus Cockpit und Kabine. Es ist der erste, tiefere Einblick ins Projekt, und das Team nutzt es für einen breiten Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand.

Zwei Triebwerkstypen

Für das Flugmodell setzt iniBuilds auf CFD-Berechnungen über die Tragfläche sowie das Fuselage-Object-System von MSFS 2024. Letzteres erlaubt dem Simulator, die physische Form des Doppeldeckers direkt zu verarbeiten — einschließlich der Triebwerksgondeln, was sich laut iniBuilds unter anderem auf das Verhalten bei Seitenwind auswirkt. Beide Triebwerksvarianten, Engine Alliance GP7200 und Rolls-Royce Trent 900, werden separat modelliert und unterscheiden sich in Schubverhalten, Beschleunigungscharakteristik und ECAM-Anzeigen. Start- und Steigflugperformance wurden über ein breites Gewichtsspektrum hinweg abgestimmt.

Für die Validierung hätte das Team nach eigenen Angaben regelmäßigen Zugang zu aktiven, typzertifizierten A380-Piloten. Mehrere Teammitglieder sind im Nahen Osten ansässig, was diesen Kontakt laut Update begünstigt hat.

Die Systemtiefe orientiert sich am Ansatz der bisherigen iniBuilds-Airliner, soll laut Entwickler aber die bisher umfangreichste Umsetzung darstellen. Enthalten sind ein vollständiges FMGS mit LNAV/VNAV, Managed- und Selected-Modi, Step Climbs, Holds und Alternate Planning, dazu Fly-by-Wire mit Airbus-Schutzsystemen und vollständiger Normal-Law-Simulation. Das ECAM decke normale und abnormale Systemseiten ab, inklusive phasenbasierter Inhibierungslogik.

Auf der Kommunikationsseite seine natürlich Hoppie und SayIntentions für CPDLC und ACARS integriert, fast ein Standard in heutigen MSFS-Airlinern. Navigraph OANS bringe die Airport-Navigation direkt ins Cockpit, etwa so wie man es aus dem A350 kenne. Das Kraftstoffsystem bildet die Trim-Tank-Architektur des Originals ab, inklusive Feed Sequencing und Balancing-Logik. Elektrische und hydraulische Systeme seien um die Redundanzarchitektur des echten Flugzeugs herum aufgebaut. Flugzeugzustände — Kraftstoffmengen, Hydraulikzustand, Verschleißparameter — werden persistent pro Livery gespeichert. Für Failures-Fans nennt iniBuilds unter anderem Vogelschlag, Triebwerksschäden und GPS-Jamming als vorbereitete Szenarien.

Etwas ungewöhnlich, aber konsequent: Das Wassermanagement sei in der dicken Berta auch simuliert. Der echte A380 verfüge über Duschen, und die Crew muss die Wasserverteilung über das Flight Attendant Panel aktiv steuern. Wird das vernachlässigt, können in bestimmten Kabinenbereichen Sanitäranlagen ausfallen — eine Eigenheit des echten Betriebs, die iniBuilds bewusst abbildet.

Das Cockpit befindet sich nach eigenen Angaben in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Besonderer Aufwand wurde in Ambient Occlusion und sogenannte Detail Materials investiert — Letztere ermöglichen feine Oberflächendetails wie Lederstruktur, Abnutzungsmuster und Paneldetails, ohne auf besonders große Textursheets angewiesen zu sein. Screenshots zeigen das Ergebnis bei Tag und bei Nacht.

Die Kabine orientiert sich an der Emirates-Konfiguration mit vier Klassen. Enthalten sind die vorderen Duschspas, die Onboard-Lounge mit Bar, mehrere Kabinenbeleuchtungskonfigurationen und der charakteristische Sternenhimmel-Effekt an der Decke. Performance-Optimierung — LOD-Management, Texturgrößen, Streaming — soll laut iniBuilds durchgehend mitgedacht worden sein.

Das Sounddesign nutzt ein Foley-System für Cockpit-Interaktionen, bei dem Schalter, Hebel und Regler basierend auf ihrer tatsächlichen Bewegung vertont werden. Positional Audio sorgt dafür, dass sich der Klangraum je nach Aufenthaltsort im Flugzeug verändert — vom Cockpit bis zur Kabine im Oberdeck.

Das Außenmodell ist im Update nur am Rande Thema. iniBuilds kündigt dafür ein eigenes Update an. Decal-basierte Nieten und Panellinien sollen für Detailgenauigkeit ohne übermäßige Texturdichte sorgen. Liveries für die wichtigsten A380-Betreiber sollen zum Release verfügbar sein.

Ein Releasedatum nennt iniBuilds natürlich nicht. Und Achtung: Am Ende des Posts findet sich ein Teaser-Bild, das auf ein weiteres, bislang unangekündigtes Projekt hindeutet – Business-Jet-Vibes sind hier auf jeden Fall schon mal am Start.

Den vollständigen Beitrag gibt es im iniBuilds Forum, der Trailer ist nochmal hier zu sehen. Haltet die Pause-Taste schon mal ready.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
10 Kommentare
Bewertung
Neuster Ältester
Michi
Michi
1 Monat zuvor

Auch seeeehr interessant, die Ankündigung zur Global 6000 am Schluss, damit gibts dann schöne GAF Operations 🙂

localizer
localizer
1 Monat zuvor

„The Airbus A380 has been a long journey for the team, and we are incredibly excited to finally begin sharing more of that work with the community over the coming months.“
Da war Raphi im letzten Podcast mit einem Release in diesem Monat wohl doch etwas zu optimistisch.

Max
Max
1 Monat zuvor
Antwort auf  localizer

Ist schon schwierig zu sagen, wann man da mit einem Release rechnen kann. Ich tippe mal ganz grob vielleicht in Richtung Juli/August? Wer weiß, coming soon ist ja trotzdem relativ dehnbar.

Weiß gar nicht mehr wie das beim A350 damals war, glaube da war es auch nicht so ewig nach dem ersten Trailer.

Kai
Kai
1 Monat zuvor

Ein Ugetüm! Es ist immer wieder ein Wunder, das so etwas überhaupt fliegen kann!

Dennis
Dennis
1 Monat zuvor

Bin sehr gespannt auf die FBW/Inibuilds Vergleiche, wenn es dann soweit ist.

Mathias
Mathias
1 Monat zuvor
Antwort auf  Dennis

Was gibt es da zu vergleichen? Der eine ist Payware, der andere Freeware. ini wird einen ordentlichen und im Detail auch ausgereifteren Job machen (müssen). Dennoch wird es verdeutlichen was für eine Leistung die A380 Freeware ist. Es gibt ja nicht Entweder/Oder sondern beides. Und das ist doch sehr schön am Ende.

Peter
Peter
1 Monat zuvor
Antwort auf  Mathias

Wahrscheinlich braucht man ein Leistung starken PC wie das bei den FBW380 ist

Dennis
Dennis
1 Monat zuvor
Antwort auf  Mathias

Merkwürdige Aussage. Gerade bei so einem besonderen Flieger finde ich persönlich spannend beide nebeneinander zu stellen. Ob Free oder Payware, darum gehts mir nicht.

Peter
Peter
1 Monat zuvor
Antwort auf  Dennis

Sehe ich auch so, jeder Airport jedes Plugin wird verglichen. Da spielt auch keine Rolle ob Pay oder Freeware!

Malte
Malte
1 Monat zuvor

„Letzteres erlaubt dem Simulator, die physische Form des Doppeldeckers direkt zu verarbeiten“

Das ist interessant. Während beim FS2020 in Payware-Addons die Flugphysik „irgendwie nicht so ganz realistisch“ wirkte, könnte das ein Ansatz sein, glaubwürdige Physik abzubilden. Das ist richtig spannend, gerade im Vergleich mit X-Plane, der ja für seine gute Physik bekannt ist.

Könnte dich auch interessieren:

Das kürzlich veröffentlichte Tool "Emergency Dispatcher Pro" von Miravia Softworks ist derzeit hauptsächlich in Gebieten der U.S. Küstenwache angesiedelt und hat bereits seine ersten Updates erhalten. Für Kunden aus Europa und natürlich besonders uns deutsche Community ist es daher aber umso interessanter zu erfahren ob und wann denn auch andere Basen und Länder unterstützt werden. Dies könnte bald der Fall sein.
Die nächste Betarunde des Microsoft Flugsimulators läuft bereits. Diesmal für das kommende Sim Update 6 (SU6). Neben weiteren Arbeiten an Stabilität und vielen Bugfixes gibt die Rückkehr alter Bekannter aus dem MSFS 2020 sowie neue wichtige Features für Standardflughäfen.
Seit heute gibt es von BlueBird Simulations eine eigene Website mit weiteren Infos zu den kommenden Features der Boeing 757. Auch wenn kein genaues Releasedatum genannt wird, so planen BlueBird weiterhin mit Q3 2026. Ein Preis steht nun auch schon fest!