
Wenn ein Update schon im Namen verrät, für wen es eigentlich gedacht ist, darf man als Simmer kurz schlucken. Laminar Research gibt allerdings Entwarnung: X-Plane 12.4.4 „The SDK Update“ richtet sich zwar in erster Linie an Entwicklerinnen und Entwickler, bringt aber auch für alle, die einfach nur fliegen wollen, einiges mit. Die Version steht ab sofort als Public Beta bereit.
Neues Werkzeug für die Werkstatt
Kern des Updates ist eine deutliche Erweiterung des Software Development Kits. Vier Bausteine nennt Laminar: eine neue Panel Graphics API, xLua 2.0 sowie Unterstützung für Dear ImGui und das Chromium Embedded Framework (CEF). Das Ziel: mehr Freiheit beim Bau moderner Avionik, Bedienoberflächen und Flugzeugsysteme.

Zur Einordnung: Dear ImGui kennt, wer schon einmal ein FlyWithLua-Fenster geöffnet hat – die schlanke Oberflächenbibliothek ist in der Szene längst verbreitet, bislang mussten Plugins sie allerdings selbst mitbringen. CEF bettet einen Chromium-Browser ein und öffnet damit die Tür für Displays und Menüs auf Basis von Webtechnologie – ein Ansatz, den man aus dem Microsoft-Lager kennt. xLua, Laminars hauseigene Lua-Umgebung für Flugzeugsysteme, springt auf Version 2.0.
Laminar formuliert dazu drei übergeordnete Ziele: das bestmögliche Erlebnis für die Fliegenden, moderne Werkzeuge für die Entwickelnden und ein technisches Fundament für die Zukunft des Simulators. Klar, klingt nach Pressemitteilung. Ist auch eine.
Mehr Licht, weniger Last
Spürbar für alle ist ein neues hybrides Tiled-Lighting-System. Die meisten der oft tausenden Lichtquellen in komplexen Szenen verarbeitet X-Plane nun über ein schnelleres, kachelbasiertes Verfahren, Sonderfälle laufen weiterhin separat. Profitieren sollen vor allem Nachtflüge an großen Flughäfen und Setups mit MSAA – also genau dort, wo die Framerate gern mal in den Sinkflug geht.
Im Cockpit sorgt eine überarbeitete Texturfilterung für schärfere, besser ablesbare Displays und Instrumente, besonders bei niedrigen Auflösungen oder weitem Sichtfeld. Neu ist außerdem ein Textur-Cache auf der Festplatte: Er speichert aufbereitete, GPU-fertige Texturen und soll Ladezeiten sowie Hintergrundlast senken – vor allem bei Szenerien und Flugzeugen mit vielen PNG-Texturen. Bis zu 10 GB lassen sich dafür reservieren. Ergänzend nutzt X-Plane per Sparse Residency den Grafikspeicher effizienter, indem nicht benötigte Teile hochaufgelöster Texturen gar nicht erst im VRAM landen. Laut Laminar die Grundlage für ein ausgefeilteres Textur-Paging in der Zukunft.

Schnee mit Heimatadresse
Beim Wetter führt 12.4.4 persistente, regionale Schneebedeckung ein. Statt eines global einheitlichen Schneelevels kann die weiße Pracht nun geografisch variieren: Alpen verschneit, Adria grün – so, wie es sich gehört. Das funktioniert mit Live- und historischem Wetter und ist auch mit Orthofoto-Szenerien kompatibel.

Auch das Wetterradar bekommt Zuwendung: Niederschlagsechos wurden neu kalibriert, NEXRAD verbessert, und das X1000 zeigt Wetter künftig in einer radialen Sweep-Darstellung, die echtem Bordwetterradar näherkommen soll.


Neue Nachbarn auf dem Vorfeld
Die Bibliothek statischer Flugzeuge wächst um 78 Lackierungen und sechs neue Typen: Airbus A350-900 und A350-1000, Lockheed Martin C-130J Super Hercules, Eurofighter Typhoon, Gulfstream G650 und Embraer Phenom 300. Die Challenger 650 bekommt damit standesgemäße Gesellschaft auf dem Business-Aviation-Vorfeld – wenn auch eine, die sich nicht vom Fleck rührt.







Für Szenerie-Bauerinnen und -Bauer gibt es neue Assets, darunter Freileitungen als Fassaden und barrierefreie Boarding-Rampen. Dazu kommen Arbeiten rund um Farnborough, Heimat der bekannten britischen Airshow, sowie weitere Verbesserungen am X-Plane Gateway.




Beta heißt Beta
X-Plane 12.4.4 steht allen X-Plane-12-Nutzenden als Public Beta zur Verfügung. Wer mitfliegen möchte, aktiviert im Installer die Suche nach Beta-Versionen. Laminar weist wie gewohnt darauf hin, dass bis zum finalen Release noch getestet und nachgebessert wird. Und dann sind da noch die ganzen Add-on-Provider, die jetzt die neue Technologien in ihre Add-ons bauen können. Hier wird sich in Zukunft sicher viel bewegen.














Bravo LM Liest sich gut und schaut auf den Fotos schon sehr vielversprechend aus. Bin gespannt, ob es zu Problemen mit Add ons kommt.