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Gebaut

Moin – diesmal nicht im Podcast, sondern als Gastautor …

Zuletzt habt ihr mich bei cruiselevel vielleicht im Podcast gehört – diesmal melde ich mich wieder, allerdings in schriftlicher Form. Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin Michael, in der Flightsim-Community besser bekannt als Atarium. Normalerweise beschäftige ich mich vor allem mit Liveries, Texturen und Design rund um den Flugsimulator. Im Rahmen einer Marketing- und Designpartnerschaft mit MOZA hatte ich in den vergangenen Wochen aber die Gelegenheit, mich einmal etwas intensiver mit deren Flight-Sim-Hardware zu beschäftigen. MOZA hat mir dafür die AB9 Force Feedback Base, die dazugehörige Flight Base Table Clamp und den Airbus-inspirierten MA3X Side Stick kostenlos zur Verfügung gestellt. Und da ich Hardware am Ende lieber im tatsächlichen Sim-Betrieb beurteile als anhand eines Datenblatts, wollte ich meine Erfahrungen nicht nur für mich behalten. Deshalb gibt es an dieser Stelle einen kleinen Gastbeitrag für cruiselevel.

Dabei komme ich nicht nur aus einer Ecke der Flugsimulation. Ich fliege im Simulator eigentlich querbeet durch alles, was mich gerade interessiert. Durch meinen früheren beruflichen Hintergrund hatte ich außerdem immer mal wieder die Gelegenheit, in Level-D-Simulatoren zu sitzen. Und aus der privaten Fliegerei kenne ich natürlich auch den guten alten Steuerknüppel aus Kleinflugzeugen – inklusive all der Dinge, die sich eben nicht allein über eine Achsenkurve oder eine Feder nachbilden lassen.

Genau deshalb fand ich die Frage besonders spannend, was eine Force-Feedback-Base wie die AB9 tatsächlich leisten kann. Nicht nur in einem Airbus, sondern auch dann, wenn man zwischen völlig unterschiedlichen Flugzeugtypen wechselt. Denn auf dem Papier klingt das zunächst recht simpel: Stick drauf, USB anschließen und statt einer klassischen Feder kümmern sich Elektromotoren um die Rückstellkräfte. In der Praxis steckt allerdings deutlich mehr dahinter.

Mounting

Transparenz muss sein

Die in diesem Artikel getestete Hardware wurde mir von MOZA im Rahmen der genannten Marketing- und Designpartnerschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. MOZA hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder meine Bewertung des Produkts. Zusätzlich wurde mir für die Community der Rabattcode YV2DHWVNE483 zur Verfügung gestellt, den ihr bei einer Bestellung verwenden könnt.

Fangen wir vorne an: Post ist da

Bevor wir uns mit Newtonmetern, Force-Feedback-Profilen und Airbus-Sidesticks beschäftigen, muss das Ganze natürlich erst einmal aus dem Karton kommen. Und tatsächlich hat MOZA hier schon einen ziemlich guten ersten Eindruck hinterlassen.Die Hardware kam ordentlich und sicher verpackt bei mir an. Base, Stick und Zubehör haben jeweils ihre eigene Verpackung und gerade die eigentlichen Produktkartons sind deutlich hübscher gestaltet, als sie es für ihren Zweck eigentlich sein müssten.

Das erinnert mich ein bisschen an das Auspacken einer PlayStation 5 oder anderer hochwertiger Consumer-Elektronik: ein sauber gestalteter Karton, vernünftige Materialien und innen alles dort, wo man es erwartet. Keine wilde Sammlung aus Kabeln, Plastiktüten und Schaumstoff, die einem beim Öffnen erst einmal entgegenkommt.Stattdessen ist alles sauber einsortiert und einzeln untergebracht.Klingt nach einer Kleinigkeit – und für die Funktion der Hardware ist es natürlich vollkommen egal, ob der Karton hübsch aussieht. Aber wenn man mehrere hundert Euro für ein Produkt ausgibt, gehört für mich auch ein vernünftiger erster Eindruck dazu. MOZA macht das hier wirklich schön.

OVP
Ausgepackt
OVP

Beim Öffnen kommt dann ziemlich schnell dieses klassische: „Okay, das könnte man jetzt wunderbar für ein Unboxing filmen.“ Die Folien abziehen, einzelne Teile herausheben, schön langsam den Deckel öffnen … Perfektes Material für Unboxing-ASMR. Wobei Julius von mir sowieso schon genügend ASMR bekommt. Der braucht jetzt nicht zusätzlich noch zehn Minuten, in denen ich einen MOZA-Karton streichle. Also machen wir lieber mit der Hardware weiter.

Erst einmal: Das Ding ist massiv

Spätestens wenn die AB9 aus ihrer schönen Verpackung herauskommt, ändert sich der Eindruck recht schnell von „Consumer Electronics“ zu „ordentliches Stück Hardware“. Wer von einem normalen Joystick kommt, sollte sich auf einen kleinen Kulturschock einstellen. Das ist keine Base, die man mal eben mit zwei Saugnäpfen auf den Schreibtisch stellt. Die AB9 ist groß, schwer und macht schon beim ersten Anheben ziemlich schnell klar, dass hier ein anderes Konzept verfolgt wird als bei einem klassischen Desktop-Joystick. Im Inneren arbeiten zwei Servomotoren, die zusammen bis zu 12 Nm Drehmoment erzeugen können.

Das klingt zunächst nach einer dieser Zahlen, die man wunderbar auf eine Produktseite schreiben kann. Für mich ist aber weniger die maximale Kraft interessant als die Tatsache, dass diese Kraft kontrolliert, dynamisch und abhängig vom jeweiligen Profil erzeugt werden kann. Das Aluminiumgehäuse macht einen sehr soliden Eindruck. Nichts knarzt, nichts wirkt billig, und auch bei kräftigeren Bewegungen vermittelt die Base eher den Eindruck eines Stücks Simulationshardware als eines Gaming-Peripheriegeräts. Und ja: Sie sieht auch ein bisschen so aus, als könnte sie sich im Zweifel gegen den Schreibtisch durchsetzen.

Messung

Die Tischklemme sollte man nicht unterschätzen

Eine Base mit kräftigen Servomotoren braucht eine entsprechend stabile Befestigung. MOZA bietet dafür die eigene Flight Base Table Clamp an. Die Klemme selbst ist alles andere als filigran und bringt schon ordentlich Gewicht mit. Das ist in diesem Fall aber genau das, was man möchte. Die AB9 sitzt damit sehr fest am Tisch und bewegt sich auch dann nicht einfach mit, wenn die Base stärkere Gegenkräfte aufbaut.

Bei einem klassischen Joystick ist eine leicht nachgebende Halterung vielleicht noch etwas, das man ignorieren kann. Bei Force Feedback wird so etwas sofort unangenehm. Wenn die Motoren gegen die eigene Hand arbeiten, möchte man nicht gleichzeitig das Gefühl haben, dass der gesamte Aufbau mitschwingt. Die Klemme erfüllt ihren Zweck daher ziemlich unspektakulär, aber sehr gut. Der Nachteil ist entsprechend offensichtlich: Das gesamte Setup braucht Platz.

Wer seinen Joystick nach jedem Flug wieder abbauen und im Schrank verschwinden lassen möchte, sollte sich bewusst sein, dass wir hier nicht mehr über eine besonders kompakte Lösung sprechen. Für einen festen Sim-Platz oder einen Schreibtisch, an dem die Hardware länger montiert bleiben kann, passt das Konzept dagegen gut. Und gerade bei einem Airbus-Setup spielt die Position ohnehin eine große Rolle. Ein Sidestick gehört ergonomisch neben den Piloten und nicht irgendwo mittig vor den Bildschirm.

Mounting
Mounting

Schön modular: Man ist nicht an ein Setup gebunden

Ein Punkt, der mir bei der AB9 ziemlich gut gefällt und auf den ich anfangs gar nicht so viel Augenmerk gelegt hatte, ist die Modularität des gesamten Systems. Man ist nämlich keineswegs darauf festgelegt, die AB9 genau so zu verwenden, wie sie aus dem MOZA-Karton kommt. Schon bei der Befestigung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer beispielsweise bereits Monstertech-Tischhalterungen verwendet, kann die AB9 sehr gut in ein bestehendes Setup integrieren. Gerade bei einem Arbeitsplatz, an dem unterschiedliche Controls montiert und wieder getauscht werden, ist das angenehm.

Mounting Option

Noch spannender wird es aber beim eigentlichen Grip. Denn auch hier ist man nicht zwingend auf den MA3X beschränkt. Der gute alte Thrustmaster Warthog Grip lässt sich beispielsweise ebenfalls verwenden. Wer bereits entsprechende Hardware herumliegen hat oder für bestimmte Flugzeugtypen lieber einen anderen Stick nutzt, kann die AB9 damit wesentlich universeller einsetzen.

Und dann gibt es noch den Zubehörmarkt. Mittlerweile finden sich Hersteller, die hochwertige Metallgriffe für Airbus-Setups anbieten – sowohl für die Captain- als auch für die First-Officer-Seite. Teilweise geht das Ganze dann noch einen Schritt weiter und kommt mit einer gummierten Oberfläche, die wesentlich näher an das herankommt, was man vom echten Airbus-Sidestick kennt.

Oder, etwas weniger elegant ausgedrückt: mit dem guten alten Airbus-Rubber. Und genau hier wird die AB9 für mich als Plattform interessant. Man kauft eben nicht zwangsläufig „den einen Joystick“, der anschließend für immer genauso aussieht und sich genauso anfühlt. Die Base lässt sich vielmehr zum Mittelpunkt eines modularen Setups machen, bei dem sowohl Befestigung als auch Grip an den eigenen Einsatzzweck angepasst werden können.

Heute MA3X. Morgen Warthog. Und wer sein Airbus-Setup richtig ernst nimmt, kann sich später einen entsprechenden Captain- oder FO-Metallgrip daraufsetzen. Das gefällt mir wesentlich besser als ein komplett geschlossenes Ökosystem.

Der MA3X: optisch sehr passend, ergonomisch mit einem Haken

Auf meiner AB9 sitzt für diesen Test der MA3X Side Stick. MOZA positioniert ihn nicht als offiziell lizenzierten Airbus-Sidestick, die Inspiration ist aber natürlich ziemlich eindeutig. Form, Farbgebung, roter Button und die gesamte Silhouette passen sehr gut zu einem modernen Airbus-Setup. Der Stick selbst ist angenehm leicht und fühlt sich in Kombination mit der Base stimmig an. Gerade bei einer Force-Feedback-Lösung finde ich das sinnvoll, weil der Motor nicht unnötig gegen einen schweren Griff arbeiten muss.

Die Buttons und Hat-Switches funktionieren sauber und geben einem genug Möglichkeiten, wichtige Funktionen direkt auf dem Stick abzulegen. In einem ernsthafteren Airbus-Setup wird man ohnehin vieles über die virtuellen oder echten Cockpit-Controls bedienen, aber für den normalen Desktopbetrieb ist man mit den vorhandenen Eingaben gut aufgestellt.

Ein Punkt bleibt für mich allerdings etwas schwer verständlich: Der MA3X ist aktuell für die rechte Hand ausgelegt. Und genau da wird es auf der Captain-Seite etwas kurios. Ich sitze links, der Sidestick steht links, ich bediene ihn mit der linken Hand – und der Griff ist ergonomisch eigentlich für die rechte Hand geformt. Kann man ihn trotzdem benutzen? Ja, definitiv. Ist das ideal? Nein.

Gerade weil MOZA mit der AB9 inzwischen eine sehr spannende Plattform für Airbus-Simmer geschaffen hat, wäre eine gespiegelte Captain-Version für mich eigentlich die logische Ergänzung. Im Alltag stört es weniger, als man zunächst denken könnte. Trotzdem merkt man bei längeren Sessions, dass die Form nicht wirklich für die linke Hand gedacht ist. Gleichzeitig entschärft die eben angesprochene Modularität diesen Kritikpunkt zumindest etwas: Wer später wirklich einen dedizierten Captain-Grip möchte, findet inzwischen entsprechende Lösungen von Drittanbietern. Trotzdem würde ich mir eine offizielle MOZA-Variante wünschen.

Stick
Stick

Force Feedback ist mehr als nur ein bisschen Rütteln

Der spannendste Teil beginnt aber natürlich erst, wenn man die AB9 einschaltet. Viele verbinden Force Feedback zunächst mit Effekten: Turbulenzen, Bodenunebenheiten, Stall Buffet, vielleicht ein kleiner Schlag bei der Landung. Das kann die AB9 natürlich auch.

Aber für mich ist das nicht der entscheidende Punkt.Der große Unterschied liegt darin, dass die Grundcharakteristik der Steuerung nicht mehr mechanisch festgelegt ist. Bei einem normalen Joystick habe ich eine Feder, eine Nocke oder irgendeine Form von Dämpfung. Damit ist weitgehend vorgegeben, wie sich der Stick anfühlt. Bei der AB9 wird dieses Verhalten aktiv erzeugt.

Wie stark soll sich der Stick zentrieren?
Wie viel Kraft soll für Pitch nötig sein?
Wie fühlt sich Roll im Vergleich dazu an?
Wie schnell läuft der Stick zurück?
Wie stark wird eine schnelle Bewegung gedämpft?

Und wie verändert sich das Ganze abhängig von Flugzeug oder Flugsituation?

Das lässt sich über Software bestimmen.

Und genau dort wird Force Feedback für mich interessant.

Kalibrierung des Sticks

Ein Klick und aus dem Airbus wird ein anderes Flugzeug

Die Software dazu heißt MOZA Cockpit. Den vollständigen Softwareteil möchte ich noch etwas ausführlicher testen, aber schon jetzt gefällt mir der grundsätzliche Ansatz. Es gibt fertige Profile für unterschiedliche Flugzeugtypen. Unter anderem stehen Konfigurationen für Airbus, Boeing 737, Boeing 777, General Aviation und Fighter zur Verfügung.

Das Entscheidende daran ist nicht nur, dass die Werte unterschiedlich sind. Die Base fühlt sich wirklich anders an. Und das ist genau der Punkt, den ich bei einer universell einsetzbaren Force-Feedback-Lösung sehen möchte.Ich fliege nicht nur einen Flugzeugtyp. An einem Abend vielleicht Airbus, am nächsten eine 737, danach irgendeinen Warbird oder ein Kleinflugzeug.

Mit einer klassischen Joystick-Base landet man dann zwangsläufig bei einem Kompromiss.

Die Feder bleibt dieselbe.
Die Mechanik bleibt dieselbe.
Das grundsätzliche Gefühl bleibt dasselbe.

Bei der AB9 kann ich stattdessen das Profil wechseln und bekomme eine andere Charakteristik. Das Ganze funktioniert mit wenigen Klicks und ist in der Software relativ übersichtlich gelöst.

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Image

Wer einfach fliegen möchte, kann eines der vorhandenen Profile laden. Wer etwas tiefer einsteigen möchte, kann eigene Profile erstellen und seine Parameter entsprechend anpassen.Und wer wie wir Simmer gelegentlich etwas zu viel Zeit mit solchen Dingen verbringt, kann sie auch exportieren, teilen und wiederum Profile anderer Nutzer importieren.

Genau diese Funktion ist meiner Meinung nach enorm wichtig.Denn nicht jeder hat Zugriff auf reale Referenzen oder die Möglichkeit, ein Force-Feedback-Profil über Wochen zu vermessen und zu optimieren. Andere in der Community aber vielleicht schon.

Genau dafür gibt es Project MOZA Sidestick

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist Project MOZA Sidestick von VisualsByPascal, das kostenlos auf flightsim.to verfügbar ist. Und das ist tatsächlich eines dieser Projekte, bei denen man sehr schnell merkt, dass jemand nicht einfach ein paar Regler nach Gefühl verschoben hat. Der Ersteller hat sich intensiv mit dem realen Verhalten eines Airbus-Sidesticks beschäftigt und über einen längeren Zeitraum Kraftwerte und Bewegungen untersucht.

Unter anderem wurden die benötigten Kräfte bei verschiedenen Auslenkungen vermessen, Pitch und Roll unterschiedlich abgestimmt und auch das Verhalten um die Neutralstellung genauer betrachtet. Das Profil wurde dabei nicht nur am heimischen Schreibtisch entwickelt. Zusätzlich wurde es mit einem Level-D-Simulator und echten Sidestick-Assemblies als Referenz verglichen und weiter angepasst.

Genau solche Projekte sind für mich der Punkt, an dem ein System wie die AB9 sein eigentliches Potenzial zeigt. Man kann natürlich selbst so lange an einem Profil drehen, bis es sich subjektiv gut anfühlt. Oder man übernimmt die Arbeit von jemandem, der sich über Wochen mit realen Messwerten beschäftigt hat. Ich weiß, welche Variante ich erst einmal ausprobieren würde.

Zum Download gehört außerdem ein ausführliches PDF, in dem der Mess- und Entwicklungsprozess dokumentiert wird.Für Airbus-Fans ist dieses Profil meiner Meinung nach fast Pflicht.

https://flightsim.to/addon/107356/project-moza-sidestick-visuals-by-pascal

Und genau da hatte ich meinen Aha-Moment

Der Moment, in dem mich die AB9 wirklich abgeholt hat, war nicht der, in dem sie möglichst stark gegen meine Hand gedrückt hat. Es waren die kleinen Unterschiede.

Wie sich die Mitte anfühlt.
Wie viel Kraft man für eine Auslenkung braucht.
Dass Pitch und Roll eben nicht zwangsläufig identisch sein müssen.
Wie schnell der Stick zurückläuft.
Wie sich Dämpfung auf kleine Korrekturen auswirkt.

Das sind Dinge, die sich in Textform nur begrenzt erklären lassen. Man muss sie eigentlich in der Hand haben. Und genau deshalb merkt man nach einigen Flügen auch ziemlich schnell, wie simpel sich ein klassischer federzentrierter Joystick im Vergleich anfühlen kann. Nicht schlecht. Nur deutlich eindimensionaler.


Bildunterschrift: 737-Profil: Taxi Shake

Das Schöne: Man muss nicht jedes Mal bei null anfangen

Ich bin grundsätzlich kein Fan von Hardware, die erst dann gut funktioniert, wenn man vorher drei Abende in Foren und zehn Untermenüs verbracht hat. Natürlich kann man bei der AB9 sehr tief einsteigen.

Man muss es aber nicht. Wer einfach losfliegen möchte, nimmt ein fertiges Profil. Wer bestimmte Dinge anders haben möchte, verändert die entsprechenden Parameter. Und wer auf ein bereits sehr gut ausgearbeitetes Community-Profil zurückgreifen möchte, importiert es einfach. Diese Mischung gefällt mir. Die Hardware funktioniert dadurch sowohl für Leute, die einfach ein gutes Grundsetup möchten, als auch für diejenigen, die jede einzelne Kraftkurve hinterfragen.

Bildunterschrift: 737-Profil: Stall Yoke Shake

Was mir bislang weniger gefällt

Ganz ohne Kritik geht es natürlich nicht. Das gesamte Setup braucht Platz. Die AB9 ist groß, die Tischhalterung massiv und mit montiertem Stick steht da am Ende schon ein ordentliches Stück Hardware auf dem Schreibtisch.

Wer regelmäßig zwischen Homeoffice und Simulator wechseln muss, wird wahrscheinlich nicht jedes Mal begeistert alles montieren und wieder abbauen wollen. Dazu kommt natürlich der Preis. Wir bewegen uns hier klar oberhalb klassischer Einsteiger-Joysticks. Wer zweimal im Monat eine Runde im Simulator dreht, wird wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, den Aufpreis zu rechtfertigen.

Und beim MA3X bleibt für mich der größte Kritikpunkt die fehlende echte Linkshänder-Version. Das ist kein Dealbreaker – gerade weil die AB9 eben auch andere Grips aufnehmen kann. Aber bei einem Produkt, das optisch derart offensichtlich in Richtung Airbus geht, würde ich mir eine echte Captain-Version trotzdem direkt von MOZA wünschen.

Mein bisheriges Zwischenfazit

Nach den bisherigen Flügen ist für mich ziemlich klar: Der eigentliche Star des Setups ist die AB9.

Der MA3X passt optisch sehr gut dazu und die Tischklemme erledigt ihren Job zuverlässig. Durch die verschiedenen Mount- und Grip-Möglichkeiten ist das Ganze zudem wesentlich offener und modularer, als man beim ersten Blick auf das MOZA-Ökosystem vielleicht vermuten würde.

Aber die AB9 ist das Teil, das den Unterschied macht. Nicht wegen der maximalen 12 Nm. Nicht wegen spektakulärer Rüttel-Effekte. Sondern weil sie nicht fest vorgibt, wie sich der Stick anfühlen muss. Das entscheidet das Profil. Und damit kann dieselbe Hardware innerhalb weniger Sekunden einen vollkommen anderen Charakter bekommen.

Das ist für jemanden, der im Simulator verschiedenste Flugzeugtypen fliegt, wahrscheinlich eine der spannendsten Eigenschaften des gesamten Systems. Gerade in Kombination mit Community-Profilen wie Project MOZA Sidestick merkt man außerdem, wohin sich das Thema entwickeln kann. Reale Messungen, Referenzen aus Level-D-Simulatoren und anschließend ein Profil, das jeder Nutzer importieren kann. Das ist für mich wesentlich spannender als noch ein weiterer Joystick mit etwas anderer Feder.

Ob die AB9 dadurch plötzlich einen echten Airbus-Sidestick ersetzt? Natürlich nicht. Aber sie bringt uns einen deutlichen Schritt weg von: „Eine Feder zieht den Stick zurück.“ Und näher zu der Frage: „Wie soll sich dieses Flugzeug eigentlich anfühlen?“

Und genau das ist für mich der interessante Teil.

Ich werde mir MOZA Cockpit noch deutlich genauer ansehen: die vorhandenen Profile, die einzelnen Force-Feedback-Parameter, Import und Export sowie die Unterschiede zwischen Airbus, Boeing, General Aviation und Fighter. Denn wenn eine universelle Force-Feedback-Base ihre größte Stärke ausspielen möchte, muss sie nicht nur einen Flugzeugtyp überzeugend darstellen. Sie muss danach auch glaubwürdig etwas vollkommen anderes sein können.

Rabattcode für die Community

MOZA hat mir im Rahmen der Partnerschaft außerdem den Rabattcode YV2DHWVNE483 zur Verfügung gestellt. Wer sich die Hardware selbst anschauen oder etwas bei MOZA bestellen möchte, kann den Code beim Kauf verwenden.

Aktuelle Preise der Produkte:

ProduktAktueller PreisRegulär
MOZA AB9 FFB Base529,00 €599,00 €
MOZA MA3X Side Stick89,00 €89,00 €
MOZA Flight Base Table Clamp55,00 €65,00 €
Gesamt673,00 €753,00 €
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