FlightSim Studio hat am 5. Oktober Version 1.0 seiner E-Jets für den Microsoft Flight Simulator veröffentlicht und damit die Early-Access-Phase beendet. Das Update steht ab sofort über Aerosoft One und die Contrail App bereit und ist für Bestandskunden kostenlos. Enthalten sind die E170, E175, E190 und E195 sowie die Frachtversionen E190F und E195F. Die E-Jets laufen im MSFS 2020 und im MSFS 2024, dort vorerst im Kompatibilitätsmodus.
Kunden des Marketplace müssen sich noch etwas gedulden. Version 1.0.0 soll dort in den kommenden Tagen erscheinen, den genauen Termin habe man nach eigener Aussage aber nicht in der Hand.
FSS empfiehlt vor dem ersten Flug sich folgende Informationen durchzulesen, da sich die Bedienung in vielen Bereichen geändert hat: https://flightsim-studio.com/news/nearing-the-end-of-early-access
Länger als geplant
FSS räumt selbst ein, dass das Projekt länger gedauert habe als ursprünglich erwartet und nicht jede Etappe so reibungslos oder schnell verlaufen sei wie gewünscht. Während des Early Access habe man Funktionen ergänzt, die Codestruktur umgebaut und grundlegende Systeme ausgetauscht. Wo absehbar gewesen sei, dass ein schrittweiser Fix später an dieselbe Grenze stoßen würde, habe man sich für einen Neuaufbau entschieden.
Die Versionsnummer sei als Aussage zu verstehen, dass das Kernerlebnis den Standard erreicht habe, den man sich für das Ende des Early Access gesetzt habe. Ein Anspruch, jedes Problem gelöst oder jedes Vorhaben umgesetzt zu haben, sei damit ausdrücklich nicht verbunden. Man sei nun aber bereit, „hinter den E-Jets als Release-Produkt“ zu stehen, so das Studio.
Eigener Autopilot
Die größte Änderung betrifft die Flugführung. Statt weiter um die Grenzen des bisherigen, auf MSFS-Logik basierenden Ansatzes herumzuarbeiten, habe man den Autopiloten neu aufgebaut. So lasse sich das Verhalten beim Erfliegen von Routen, beim Einfangen von Höhen und im Anflug direkter kontrollieren. Laut Changelog folgt der Flight Director im FLCH-Modus nun dem Flugpfad, statt zum Horizont zu springen. Geschwindigkeitswechsel fallen sanfter aus, steile Sinkflüge werden mit weicherem Leerlauf geflogen und Auto TCS aktiviert sich nicht mehr von selbst.

Avionik und FMS neu geschrieben
Die Anzeigelogik von PFD, IESS und EICAS läuft inzwischen in eigenen WASM-Systemen, was laut FSS einen deutlichen Performance-Gewinn bringe und künftige Erweiterungen erleichtere. MCDU und Flugplansystem seien komplett neu geschrieben worden.
Das ist mit Version 1.0 neu oder überarbeitet:
- Geländedarstellung auf dem MFD mit vorausschauenden Terrainwarnungen (EGPWS)
- ATC-Logon über Hoppie mit PDC, ATIS und CPDLC
- ACARS Flight Init aus SimBrief, dazu eine Seite für Abflugverspätungen
- FLT SUM im MCDU mit Zeiten und Treibstoffverbrauch je Triebwerk und APU
- Überarbeitete VNAV-Logik im Sinkflug, funktionierende Heading Legs, Fly-by-Kurven unter Berücksichtigung von Querneigung und Groundspeed
- RNAV-Anflüge hinterlassen keine ILS-Vorschau mehr auf dem PFD, TOGA vor dem Final lädt nicht mehr den Fehlanflug
- TCAS-Overlay bleibt auf der Karte, IDENT funktioniert mit vPilot und Altitude
- Cold and Dark auf reinem Batteriestrom
- GSX-Betankung hängt nicht mehr im Automatikmodus fest
- Behobene CTDs durch doppelte Nearest Airports
- Überarbeitete Cockpittexturen und APU-Effekte

Native MSFS-2024-Version als nächster Schritt
Zunächst wolle man die Version 1.0 im Alltag beobachten, reproduzierbare Fehler abarbeiten und Regressionen beheben. Anschließend steht die native Umsetzung für den MSFS 2024 an. Dafür reiche es nicht, das Label zu ändern, Flugzeug und Systeme müssten an die neuere Plattform angepasst und getestet werden.
Ganz ohne Nebenwirkungen geht das nicht. Die Dateistruktur müsse an den modularen SimObject-Ansatz angepasst werden, wodurch bestehende Custom-Liveries nicht mehr funktionieren. FSS kündigt dafür ein Konvertierungstool an und will Livery-Ersteller vorab kontaktieren. Termine nenne man erst, wenn der jeweilige Build in Entwicklung und Test weit genug fortgeschritten sei.

