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Inibuilds rally

Man kennt iniBuilds als Studio, das Flugzeuge und Airports baut. Jetzt kommt eine neue Art der Simulation dazu: Das Team hat eine Rallye-Umgebung in Unreal Engine 5 gezeigt, samt Trailer, in dem ein Rallye-Auto durch die Landschaft fährt. Aber als Business-Pitch, und nicht als Produkt-Ankündigung.

Die Strecke ist italienisch inspiriert, mit Steinbruch, offenem Land und historischem Städtchen. Am Anfang stand laut iniBuilds Recherche zu echten Rallye-Etappen, regionaler Architektur, Vegetation und Straßennetzen. Daraus entstand ein Streckenplan mit Höhenprofilen, Belagswechseln, Straßenbreiten und Kurvenfolgen. Danach kamen modulare Gebäude, Landmarks, Steinbruch-Infrastruktur, Felsen und Props dazu. Technisch setzt das Team auf Nanite, PCG-Vegetation sowie Houdini und Substance. Testfahrten und Performance-Benchmarks sollten dafür sorgen, dass Streckenfluss, Sicht und Objektdichte zusammenpassen.

Pitch statt Produkt

Wichtig ist, was nicht angekündigt wurde: ein Rennspiel. Es ist ein Schaufenster. CEO Ubaid Mussa macht das auf LinkedIn deutlich. Man sei zwar „best known for our work in flight simulation“, die Fähigkeiten des Studios reichten aber über Fahrzeuge, Umgebungen und komplexe Simulationsprojekte hinaus. iniBuilds will einzelne Aufgaben übernehmen oder gleich größere Teile einer Produktion. Wer einen Racing-, Driving- oder Simulationstitel entwickelt, solle sich melden, Mussa bietet sich als „experienced external development partner“ an.

Und damit sind wir bei der Doppeldeutigkeit. Im Deutschen ist die Rallye ein Autorennen über Sonderprüfungen. Im Englischen bedeutet „rally“ auch, Leute hinter einer Sache zu versammeln, zum Sammeln zu blasen. Genau das tut iniBuilds hier: Das Studio zeigt anhand einer Rallye-Strecke, was es kann, und startet damit zugleich seine eigene „rally“ um Auftraggeber. Eine Rallye, um eine Rallye zu bekommen. Wer dabei wie ins Ziel kommt, entscheidet am Ende der Markt.

Das Studio wächst

Überraschend kommt der Schritt irgendwie nicht. Auf der eigenen Website schreibt iniBuilds schon immer, die Erfahrung des Teams lasse sich nutzen, um in andere AAA-Simulationsspiele vorzustoßen. Und langsam gehen vielleicht die Produkte aus? Airbus ist fast voll abgedeckt: Der A380, 2019 erstmals angekündigt, ist seit Mitte September erhältlich und markiert ein großes Finish im Airbus-Portfolio von iniBuilds. Jetzt sucht das Studio nach Boeing- und Embraer-Piloten, offenbar mit Blick auf die Zukunft der eigenen Flotte. Eine offizielle Bestätigung ist das nicht. Es zeigt aber: Das Studio wächst, und wer wächst, braucht mehr Auslastung, als ein einzelner Markt hergibt.

Dazu passt ein Gerücht, das durch die Szene geistert: Bei iniBuilds soll ein Investor eingestiegen sein. Wer das sein soll und in welcher Größenordnung, ist nicht klar belegt. Sollte etwas dran sein, würde es allerdings erklären, warum iniBuilds weiter wachsen will – oder muss.

Aber irgendwie eine Prozedur, die aus der deutschen Flusi-Szene schon bekannt ist. Das Muster kennt man aus Büren. Aerosoft startete am Flughafen Paderborn/Lippstadt mit Trainingssoftware für Piloten und Prozedurtrainern, ab 1992 kamen Add-ons für den Microsoft Flight Simulator dazu. 2002 folgte das Label „Train World“, später kamen Bus- und Bahnsimulationen dazu.

Heute ordnet Aerosoft sein Portfolio über die Marken Aerosoft FLIGHT und Aerosoft MOVE, wobei MOVE für Simulationen rund um alles steht, was sich am Boden bewegen oder planen lässt. Aus dem Spezialisten für Flugsimulation wurde ein breit aufgestellter Simulationspublisher. Ob iniBuilds diesen Weg gehen wird, ist offen. Die Richtung ist aber erkennbar. Der Wille auch.

Ach ja, ein Detail noch am Rande: Am 1. April 2024 verkündete iniBuilds im eigenen Forum den Wechsel von Flugsimulatoren zu Rennsimulatoren. Damals war es natürlich ein gut inszenierter Aprilscherz. Ob dieser Scherz vielleicht in vielen Jahren Wahrheit wird? Die Rallye-Simulation wäre bestimmt ein erster Schritt dorthin.

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4 Kommentare
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Redo XXL
Redo XXL
1 Stunde zuvor

Jetzt muss inibuilds nur noch jemand erklären, dass ein Rallyeauot welches auf Schotter fährt auch Staub aufwirbeln sollte…

Markus F.
Markus F.
1 Stunde zuvor

Gute Rally Spiele, pardon, Simulationen sind finde ich nie verkehrt. Aber auch interessant, wenn sie das wirklich umsetzen – Rally ist zwar mMn die coolste Form des Rennsports aber dennoch eher special interest.

Jan Lucas
Jan Lucas
1 Stunde zuvor

Und gleich auch mal die Intro Musik von Forza 4 genommen : )

Steven
Steven
10 Minuten zuvor

Interessante Entwicklung, in die sich iniBuilds begibt. Es kann durchaus sein, dass die Flugsimulation irgendwann zu klein für das Unternehmen wird. Das kann für uns sowohl gut als auch schlecht sein. Gut, weil durch andere Genres vielleicht neue Technologien in die Simulation einfließen. Schlecht, weil der Fokus stärker auf andere Bereiche gelegt wird und dadurch möglicherweise die Qualität leidet. Es ist ja nicht so, dass jedes ihrer Produkte A+-Niveau hat.

Ich finde es zunächst einmal positiv, dass sie weiter expandieren und auch für Investoren interessant sind. Das zeigt, dass man mit Flugsimulation durchaus gutes Geld verdienen kann, wenn man es richtig anstellt. Meine Sorge ist immer, dass sich aufgrund von Piraterie die harte Arbeit bei der Entwicklung mancher Produkte irgendwann nicht mehr lohnt.

Ich bin also gespannt, wie sich iniBuilds weiterentwickelt. Es gibt schließlich noch einige spannende Regionen und Flugzeuge, die man sich einmal anschauen sollte. Für mich und mein Hobby hoffe ich vor allem, dass jeder Entwickler mit seiner Arbeit gutes Geld verdient, denn das bedeutet, dass es weitergeht. Und wenn Microsoft in zwei Jahren wieder einen neuen Simulator herausbringt und ich dafür erneut 80 Euro bezahlen muss, dann bin ich damit auch fein. Alles besser als gegen Ende der FSX-Zeit, als man das Gefühl hatte, die Simulation sei am Ende.

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