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Wer im Simulator Airbus fliegt, kennt den Moment. Der Anflug ist sauber eingefädelt, die Displays im Cockpit sehen aus wie im echten Flieger, die Funksprüche kommen von echten Lotsen im Netzwerk. Dann greift man im Flare zum Sidestick, und in der Hand liegt ein leichtes Stück Kunststoff mit einer Naht an der Seite, das bei jeder Korrektur ein wenig nachgibt. Die Illusion, die sich über einen ganzen Flug aufgebaut hat, wackelt genau dort, wo sie am stabilsten sein sollte: in der Hand.

Genau hier setzt WINCTRL mit dem 32 Sidestick Controller Metal 2 an. Statt eines weiteren Kunststoffgriffs gibt es einen Captain Stick aus einem einzigen Stück Metall, der auf der bekannten Orion 2 Base sitzt. Ich habe mir die Kombination aus Griff und Base genauer angesehen

Der Griff wurde mir von WINCTRL kostenlos zur Verfügung gestellt. WINCTRL hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder meine Bewertung.

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Warum überhaupt ein Metallgriff?

Bevor wir uns das Gerät ansehen, lohnt der Blick auf das Vorbild. Der Sidestick im echten Airbus ist kein Force Feedback Gerät. Er arbeitet rein mechanisch mit Federn und Dämpfern, die ihn zentrieren und einen gleichbleibenden Widerstand erzeugen, unabhängig von Fluggeschwindigkeit oder Luftlasten. Was der Pilot spürt, ist also vor allem zweierlei: das Gewicht und die Masse des Griffs sowie die Charakteristik der Mechanik darunter.

Genau diese beiden Punkte bilden die meisten Heimsimulator-Sticks nur unzureichend ab. Ein Kunststoffgriff ist leicht, und eine einfache Federmechanik zentriert zwar zuverlässig, fühlt sich aber eher nach Gamepad als nach Flugzeug an. Ein schwerer Metallgriff auf einer mechanischen Base mit einstellbaren Federn und Dämpfern ist deshalb vom Grundprinzip her näher am Original als viele motorisierte Lösungen, zumindest auf dem Papier.

Das ist der Maßstab, an dem sich der Metal 2 messen lassen muss. Nicht daran, wie edel er im Regal aussieht, sondern daran, ob er sich in der Hand mehr nach Airbus anfühlt als das, was bisher auf dem Schreibtisch stand.

WINCTRL. Ein alter Bekannter

Den Hersteller muss ich an dieser Stelle nicht mehr ausführlich vorstellen. Wer meinen Test zum TOP GUN MIP 2 gelesen hat, kennt die Geschichte. Die Firma aus Chengdu ist vielen noch unter dem Namen WINWING bekannt und firmiert seit Anfang 2026 als WINCTRL. Groß geworden ist sie mit Kampfjetsteuerungen. Inzwischen deckt das Programm aber auch die zivile Seite mit Panels, Pedalen und Sidesticks für Airbus und Boeing ab.

Auch die Orion 2 Base ist bei uns kein unbeschriebenes Blatt. Philipp hat sie bereits im Orion 2 HOTAS Max Test ausführlich auseinandergenommen, damals allerdings mit einem Viper Griff obendrauf. Die spannende Frage ist also nicht, ob die Base etwas taugt, sondern ob ein Unterbau, der bisher vor allem Kampfjets und Hubschrauber bewegt hat, zum Airbus Piloten umschulen kann.

Ein Griff, mehrere Wege

Der 32 Sidestick Controller Metal 2 ist zunächst einmal nur ein Griff. Er wird einzeln verkauft und braucht eine passende Base. Kompatibel sind ausschließlich die Orion 2 Joystick Base und die Cyber Taurus Bases mit Force Feedback. Libra, Orion 1.0 und die Orion 2.0 MFSSB bleiben außen vor, und Bases anderer Hersteller unterstützt WINCTRL ausdrücklich nicht.

Daraus ergeben sich drei Wege zum Griff:

  • der Griff allein, für alle, die bereits eine Orion 2 oder Cyber Taurus Base besitzen,
  • das Orion 2 Combo aus Griff und mechanischer Base, also die hier getestete Kombination,
  • die Cyber Taurus Combos mit motorisierten Bases in drei Ausbaustufen.

Für die meisten Airbus Simmer dürfte die Entscheidung zwischen den ersten beiden fallen. Die Cyber Taurus Varianten spielen preislich in einer anderen Liga, dazu später mehr.

Ein Guss. Der Grund für das Metal im Namen

Wenn ich den Unterschied zu fast allen anderen Airbus Griffen am Markt auf einen Satz eindampfen soll, dann diesen: Es gibt keine Naht.

Der Griff ist im Maßstab eins zu eins dem linken Sidestick eines Airliners nachgebildet und wird nicht aus zwei Kunststoffschalen zusammengeschraubt, sondern in einem einzigen Stück aus Aluminium im Hochdruckgussverfahren gefertigt. Das Ergebnis wiegt rund 0,54 Kilogramm. Zum Vergleich: Das ist mehr, als so mancher komplette Einsteigerjoystick inklusive Base auf die Waage bringt.

Die Oberfläche ist elektrostatisch pulverbeschichtet und bei hoher Temperatur eingebrannt. Optisch ergibt das einen tiefschwarzen Hochglanz, der eher an ein Bauteil aus dem Flugzeug erinnert als an Gamingzubehör. WINCTRL ist beim Thema Haltbarkeit erfreulich ehrlich. Kratzfest heißt nicht kratzsicher, und harte Gegenstände können auf der glänzenden Oberfläche durchaus sichtbare Spuren hinterlassen. Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Die Beschichtung ist fest mit dem Metall verbunden und soll weder abblättern noch abplatzen, wie man es von lackierten Griffen an den Stellen kennt, an denen Daumen und Handballen jeden Tag aufliegen.

Und das merkt man sofort. Wer den Griff zum ersten Mal in die Hand nimmt, spürt die gut 500 Gramm deutlich. Er liegt satt und schwer in der Hand, nichts knarzt und nichts gibt nach. Dazu kommt ein Detail, das kein Kunststoffgriff bieten kann: Das Metall fühlt sich beim ersten Anfassen kühl an und erwärmt sich erst nach und nach in der Hand. Einen echten Airbus Sidestick hatte ich zwar noch nicht in der Hand, aber genau so stelle ich ihn mir vor.

Drei Bedienelemente. Nicht mehr, nicht weniger

Wer vom Orion 2 HOTAS mit seinen zahllosen Schaltern kommt, wird kurz schlucken. Der Metal 2 bleibt seinem Vorbild treu und trägt nur das, was auch am echten Sidestick sitzt.

Da ist zunächst der Abzug unter dem Zeigefinger, im echten Flieger die Sendetaste für den Funk. WINCTRL hat ihm einen bewusst langen Weg mit klar spürbarem Druckpunkt mitgegeben. Oben sitzt der rote Taster, der im Original den Autopiloten trennt und die Priorität zwischen den beiden Sidesticks regelt. Laut Hersteller wurde er auf einen knackigen, eindeutigen Auslösepunkt abgestimmt. Das dritte Element ist ein kleiner Mini Joystick als Hat Switch. Den gibt es am echten Sidestick nicht, weshalb WINCTRL ihn unter einer magnetischen Abdeckung versteckt. Wer es originalgetreu mag, lässt die Klappe drauf. Wer die Blickrichtung lieber direkt am Griff steuert, nimmt sie ab.

Verbaut sind dabei laut WINCTRL besonders langlebige Schalter. Ob das nach Jahren im Alltag zutrifft, kann ich nach wenigen Wochen naturgemäß nicht beurteilen.

Klar ist aber auch: Drei Bedienelemente sind wenig. Wer bisher Licht, Trimmung, Bremsen oder Autopilot Modi auf den Stick gelegt hat, muss diese Funktionen künftig woanders unterbringen, etwa auf dem Schubhebel oder auf Panels. Für ein Airbus Cockpit ist das konsequent. Für einen Schreibtisch ohne weitere Hardware kann es knapp werden.

Im Alltag fühlen sich die Bedienelemente so an, wie man es von anderen WINCTRL Produkten kennt. Sie sind sauber gefertigt und haben einen klaren Druckpunkt, sind beim Betätigen allerdings auch gut hörbar. Jeder Druck auf den Abzug und jeder Tipp auf den roten Taster quittiert der Griff mit einem deutlichen Klicken. Wer nachts fliegt, während nebenan jemand schläft, sollte das im Hinterkopf behalten.

Der versteckte Hat Switch hat sich dagegen schnell als praktischer erwiesen, als ich zunächst gedacht hätte. Ich habe ihm verschiedene Funktionen von SayIntentions.AI zugewiesen und kann die KI-Flugsicherung damit direkt am Griff bedienen, ohne die Hand vom Stick nehmen zu müssen. Gerade im Anflug, wenn ohnehin viel gleichzeitig passiert, zahlt sich das aus.

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Die Orion 2 Base. Mechanik statt Motor

Die Base kennen wir bereits, deshalb hier nur die Eckdaten. Das Fundament bildet eine 21,3 mal 21,3 Zentimeter große Metallplatte mit vorgebohrten Löchern, über die sich die Base an einer Halterung oder direkt am Tisch verschrauben lässt. Alternativ hält sie mit Saugnäpfen auf dem Schreibtisch. Die Mechanik ist kugelgelagert, die Position erfassen Hallsensoren, und der Stick lässt sich rund 17 Grad in jede Richtung auslenken. Eine Drehachse gibt es nicht, im Airbus vermisst man sie aber auch nicht. Angeschlossen wird per USB.

Ab Werk ist die Base mit mittelstarken Federn und einer Nocke ohne Rastpunkt in der Mitte ausgestattet. Das ist für Kampfjets ein vernünftiger Ausgangspunkt. Für einen schweren Metallgriff ist es, wie sich gleich zeigen wird, nur der Anfang.

Neu ist die Verbindung zwischen Griff und Base. WINCTRL setzt hier auf seine Montagestruktur der zweiten Generation, die ein Verdrehen und Wackeln des Griffs verhindern soll. Der Griff wird aufgesetzt, verschraubt und sitzt danach fest auf dem Schaft.

Ich betreibe die Base auf dem Schreibtisch, gehalten von den mitgelieferten Saugnäpfen. Für den Anfang reicht das, die Base steht ordentlich und rutscht im normalen Flugbetrieb nicht weg. Trotzdem würde ich jedem, der den Sidestick dauerhaft nutzen möchte, eine Tischhalterung ans Herz legen. Ein festes Mount sitzt nicht nur sicherer, sondern bringt den Stick auch in eine ergonomischere Position seitlich neben dem Sitz, so wie im echten Airbus. Die vorgebohrten Löcher in der Grundplatte machen die Montage an gängigen Halterungen einfach.

Die Saugnäpfe halten, aber wer regelmäßig fliegt, sollte ein Tischmount einplanen. Das kostet zusätzlich, bringt aber Stabilität und eine realistischere Sitzposition.

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Das Kit. Pflicht statt Kür

Jetzt wird es spannend, denn hier liegt der eigentliche Knackpunkt der Kombination.

Ein über ein halbes Kilo schwerer Metallgriff auf einer rein mechanischen Base bringt Trägheit mit, und Trägheit bedeutet Nachschwingen. Wer den Stick nach einer Auslenkung loslässt, sieht ihn ohne zusätzliche Dämpfung um die Mitte pendeln, bevor er zur Ruhe kommt. Nicht nur ich sondern auch WINCTRL selbst weist darauf hin und empfiehlt deshalb ausdrücklich, auf der Orion 2 das separate Orion 2 Joystick CAM/Spring/Damping Extension Kit zu verbauen. Auf den Cyber Taurus Bases tritt das Problem laut Hersteller nicht auf, weil dort Motoren die Rückstellkräfte steuern.

Das Kit enthält neben Dämpfern 16 Nocken und 6 Federn. Die Federn gibt es in den Stärken 0.8, 1.0 und 1.2. Je höher die Zahl, desto dicker der Draht und desto mehr Kraft ist nötig, um den Stick auszulenken. WINCTRL empfiehlt für den Metal 2 folgendes Setup:

  1. Dämpfer auf beiden Achsen einbauen und über die Schrauben auf das gewünschte Maß einstellen.
  2. Für die Nickachse die Feder 1.2 verwenden.
  3. Für die Rollachse die Feder 1.0 verwenden.
  4. Die originalen Nocken behalten. Wer sich eine definiertere Mittelstellung wünscht, kann die SC-ARC Nocke ausprobieren.

Dass die Nickachse straffer abgestimmt wird als die Rollachse, ergibt Sinn und entspricht dem Grundgedanken des Vorbilds, bei dem beide Achsen eben nicht identisch reagieren.

Für den Einbau muss die Base geöffnet werden. Zuerst kommt der Griff runter, dann wird der Stick auf den Kopf gestellt. Erst danach werden Dämpfer und Nockenhalterungen eingesetzt und die Dämpfung mit dem beiliegenden Werkzeug schrittweise erhöht. Und hier ist Vorsicht geboten: Zu viel Dämpfung führt dazu, dass der Stick nicht mehr sauber in die Mitte zurückfindet. WINCTRL beschreibt das Ganze selbst als mechanisches Bastelprojekt, bei dem man sich Zeit lassen soll. Das klingt nach mehr Arbeit, als es am Ende ist.

Ganz so dramatisch, wie es klingt, ist es in der Praxis allerdings nicht. Bei mir hat der Einbau rund 20 Minuten gedauert und war deutlich einfacher, als ich vorher befürchtet hatte. Und der Aufwand lohnt sich. Ohne Kit wobbelt der Stick in der Mittelstellung allein durch das Gewicht des Griffs spürbar hin und her. Gerade die Dämpfer ändern das grundlegend. Sie nehmen dem schweren Griff das Nachschwingen und sorgen für genau das ruhige, satte Gefühl, das man von einem Airbus Sidestick erwartet. Für mich sind sie der eigentliche Schlüssel zum Airbus Feeling dieser Kombination.

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SimAppPro. Wenig zu tun

Die Einrichtung läuft wie bei allen WINCTRL Produkten über SimAppPro. Darüber werden Achsen und Tasten zugewiesen, Profile geladen und Firmware Updates eingespielt. Bei zwei Achsen und drei Bedienelementen hält sich der Aufwand naturgemäß in Grenzen, und im Gegensatz zum MIP 2 muss ich hier keine acht Schritte abarbeiten.

Am Rande erwähnt, weil es für Käufer eine Rolle spielt: WINCTRL hat zur FSWeekend 2026 eine vollständig neu gebaute Fassung der Software angekündigt.

In der Praxis gab es bei mir nichts zu beanstanden. Der Stick wurde sofort erkannt, das passende Profil griff ohne Nacharbeit, und ich konnte direkt losfliegen.

Im Cockpit. Was sich wirklich ändert

Getestet habe ich die Kombination im Microsoft Flight Simulator mit drei Airbus Umsetzungen: dem Fenix, den Airbussen von iniBuilds und dem Airbus von FSLabs. Damit waren die wichtigsten Vertreter der Airbus Familie im Simulator abgedeckt, vom etablierten Platzhirsch bis zum jüngsten Neuzugang.

Das Ergebnis lässt sich ohne Umschweife zusammenfassen: Im Vergleich zu meinem bisherigen Stick fliegt sich die Kombination merklich besser und vor allem präziser. Das liegt nicht an einem einzelnen Faktor, sondern am Zusammenspiel. Das Gewicht des Griffs nimmt hektischen Bewegungen die Spitze, die Dämpfer sorgen dafür, dass der Stick ruhig in der Mitte steht, statt nachzuschwingen, und die Hallsensoren der Base setzen auch kleine Eingaben sauber um. Am Ende steuert man weniger mit dem Handgelenk und mehr mit Gefühl, und genau so soll es im Airbus sein.

Das Ergebnis lässt sich ohne Umschweife zusammenfassen: Im Vergleich zu meinem bisherigen URSA Minor Airline Stick fliegt sich die Kombination merklich besser und vor allem präziser. Das ist bemerkenswert, denn der URSA Minor ist kein schlechter Stick. Er stammt aus demselben Haus und ist für viele Airbus Simmer der Standard auf dem Schreibtisch. Der Unterschied liegt nicht an einem einzelnen Faktor, sondern am Zusammenspiel. Das Gewicht des Metallgriffs nimmt hektischen Bewegungen die Spitze, die Dämpfer sorgen dafür, dass der Stick ruhig in der Mitte steht, statt nachzuschwingen, und die Hallsensoren der Base setzen auch kleine Eingaben sauber um. Am Ende steuert man weniger mit dem Handgelenk und mehr mit Gefühl, und genau so soll es im Airbus sein.

Ein Blick ins eigene Regal

Spannend ist die Frage, wo sich der Metal 2 im Sortiment einordnet. Mit dem 3X0 Grip hatte WINCTRL bereits einen Airbus Griff für die Orion Bases im Angebot. Dieser besteht aus Kunstharz mit Aluminium und trägt den Hat Switch offen. Der beliebte URSA Minor 32 ist dagegen ein Komplettpaket aus ABS Kunststoff, bei dem Base und Griff eine feste Einheit bilden und das sofort einsatzbereit aus dem Karton kommt.

Der Metal 2 positioniert sich klar darüber. Er richtet sich an Simmer, die überwiegend Airliner fliegen und beim Material keine Kompromisse mehr eingehen wollen. Wer dagegen einfach einen funktionierenden Airbus Stick für den Schreibtisch sucht, ist mit dem URSA Minor weiterhin gut bedient.

Und auch außerhalb des eigenen Regals tut sich etwas. Mit MOZA hat ein weiterer Hersteller nahezu zeitgleich einen Captain Stick auf den Markt gebracht. Linke Griffe waren lange Mangelware, und wer mit der linken Hand fliegen wollte, musste nicht selten zu einem rechten Griff oder zu teuren Kleinserien greifen. Dass diese Lücke nun gleich doppelt geschlossen wird, ist für alle Airbus Kapitäne eine gute Nachricht..

Was ihr vorher wissen solltet

Erstens das Kit. WINCTRL empfiehlt es selbst für den Betrieb auf der Orion 2, legt es dem Combo aber nicht bei. Wer den Griff auf der Orion 2 betreiben will, sollte die knapp 50 Euro von Anfang an mit einrechnen. Ein Kit, ohne das der Hersteller sein eigenes Produkt nicht empfiehlt, gehört eigentlich in den Karton.

Zweitens die Kompatibilität. Der Griff passt nur auf Orion 2 und Cyber Taurus. Wer eine ältere WINCTRL Base oder Hardware eines anderen Herstellers besitzt, kann ihn nicht einfach aufstecken.

Drittens die Tastenzahl. Drei Bedienelemente sind originalgetreu, aber wenig. Wer am Schreibtisch keine weiteren Panels oder einen gut bestückten Schubhebel hat, muss Funktionen auf die Tastatur auslagern.

Viertens die Oberfläche. Hochglanz sieht hervorragend aus, verzeiht aber keine Schlüssel und keine Ringe. Ein Kratzer bleibt ein Kratzer.

Fünftens die Lieferung. Über die globale Seite kommt der Griff per Luftfracht direkt aus dem Werk. Die lokalen Lager, darunter das europäische, werden per Seefracht beliefert. Wer dort bestellt, spart Versand und Zollärger, braucht aber Geduld. Auch der angekündigte Faltenbalg, der die Mechanik der Base optisch verdecken soll, ist noch nicht erhältlich. Einen Termin gibt es nicht, und die endgültige Befestigung kann sich laut WINCTRL noch ändern.

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Der Elefant im Raum: der Preis

Vorbestellungen liefen ab dem 22. Oktober, seit dem 28. Oktober ist der Metal 2 offiziell im Verkauf. Im europäischen Store sieht die Preisliste so aus:

VariantePreis EU Store (07.11.2026)
32 Sidestick Controller Metal 2 (nur Griff)53,31 €
Orion 2 32 Sidestick Combo201,58 €
Cyber Taurus EB29 FFB 32 Sidestick Combo526,59 €
Cyber Taurus EB82 oder ED16 FFB 32 Sidestick Combo876,03 €
Orion 2 Extension Kitknapp 50 €

Die Preise enthalten die Steuern, der Versand ist in der EU allerdings nur unter Bedingungen kostenlos.

Wer die Zahlen einordnen will, sollte zwei Rechnungen aufmachen. Die erste betrifft alle, die bereits eine Orion 2 besitzen. Für sie kostet der Umstieg auf einen vollmetallenen Airbus Griff knapp 53 Euro plus Kit, also rund 100 Euro. Das ist weniger, als viele Kunststoffsticks allein kosten, und in meinen Augen ein sehr fairer Preis.

Die zweite betrifft Neueinsteiger. Mit Combo und Kit landet man bei gut 250 Euro für einen rein mechanischen Sidestick. Das ist deutlich mehr als ein URSA Minor, aber auch deutlich weniger als jede Lösung mit Kraftrückmeldung. Wer über eine Cyber Taurus nachdenkt, zahlt mindestens das Doppelte, bekommt dafür aber auch eine Base, bei der sich das Problem mit dem Nachschwingen gar nicht erst stellt.

Fazit

Der 32 Sidestick Controller Metal 2 ist kein Griff, der das Rad neu erfindet. Er nimmt das, was am echten Sidestick zählt, und setzt es mit einem Material und einer Fertigungsqualität um, die man in dieser Preisklasse bisher nicht bekommen hat: ein Stück Metall ohne Naht, drei Bedienelemente an den richtigen Stellen und eine Oberfläche, die nach Flugzeug aussieht.

Dem gegenüber stehen die Randbedingungen. Auf der Orion 2 braucht der schwere Griff zusätzliche Dämpfung, und das dafür nötige Kit kostet extra und will mit Geduld eingebaut werden. Die Tastenzahl ist bewusst knapp, aber ausreichend.

Für mich steht am Ende eines fest: WINCTRL hat mich mit dem neuen Stick dem Gefühl, ein echtes Flugzeug zu fliegen, wieder ein ganzes Stück näher gebracht. Und das ist doch am Ende das, was zählt.

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1 Kommentar
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Matthias
Matthias
3 Stunden zuvor

Eine Frage mal von mir dazu:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich unterschiedliche Sticks komplett anders anfühlen, weil die Sensitivität extrem unterschiedlich ist.

Beim Fenix werden lineare Sensitivtätskurven empfohlen.

Der Thrustmaster Airbus-Stick passt auch gut und es fühlt sich gut an, der Airbus lässt sich damit präzise steuern, ohne überempfindlich zu sein.

Beim WinCtrl URSA Minor-Stick hingegen passt die lineare Kurve gar nicht mehr – kleinste Bewegungen führen zu extremen Manövern mit dem Fenix, wodurch die Sensitivitätskurve auf ca. -40 eingestellt werden muss, um halbwegs die Kiste kontrollieren zu können. Optimal ist das aber auch nicht, gerade beim flare führen minimale „Ruckler“ beim Steuern zu einer verhunzten Landung.

Ein alter Logitech-Stick dagegen war etwas unterempfindlich, eine Korrektur nach oben war notwendig.

Wie verhält es sich hier mit dem Orion2?

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