
Rhodiumcode hat am 20. September auf dem eigenen Discord das zweite Dev Update zum A350 veröffentlicht. Das Studio, das laut eigener Aussage seit rund drei Jahren im Verborgenen an dem Projekt arbeitet, hat damit eine neue Reihe gestartet: „Inside the Hangar“. Statt einer Featureliste, die dem Flugzeug laut Entwickler ohnehin nicht gerecht würde, gibt es jetzt Themenhäppchen. Den Anfang macht die Integrated Modular Avionics (IMA).
Ein Netzwerk statt einer Variable
Die Rhodiumcode-IMA besteht aus CPIOMs, CRDCs und dem AFDX-Netzwerk, und laut Entwickler ist alles davon simuliert. Beim A350 teilen sich viele Systeme eine gemeinsame Plattform, die Integrated Modular Avionics (IMA). Die Rechenarbeit übernehmen die CPIOMs (Core Processing Input/Output Modules), Module in den Avionik-Schränken, auf denen etwa das Flight Warning System läuft. Fällt ein CPIOM aus, fällt alles aus, was darauf läuft. Die CRDCs (Common Remote Data Concentrators) sitzen nah an Sensoren und Aktuatoren, greifen Rohsignale wie Spannung oder Schalterstellung ab und übersetzen sie in digitale Nachrichten, umgekehrt auch Befehle in Signale.
Verbunden ist das Ganze über AFDX (Avionics Full-Duplex Switched Ethernet), ein Ethernet-Netz mit garantierter Übertragung und Latenz, das redundant über mehrere Pfade läuft. Ein Wert reist also vom Sensor über CRDC und Switches zum CPIOM und von dort weiter zum Display. Unterwegs kann er an jeder Station verloren gehen, und genau das simuliert Rhodiumcode.
Ein Wert wie die Spannung eines AC-Busses ist also keine simple Variable mehr. Er wird berechnet, gemessen, über mehrere Knoten geschickt, empfangen und erst dann angezeigt. Das Team trackt jede Etappe einzeln, weil bei einem Ausfall mal A und B noch ankommen, C bis E aber nicht. Wer eine Spannung fünfmal misst, hat entweder Vertrauensprobleme oder Airbus gebaut.
Bei 12 AC-Bussen (es sind laut Entwickler eigentlich mehr) landet man schnell bei rund 60 Werten, und das nur für diese eine Größe. Dazu kommen die Simulation der Komponenten selbst und redundante Datenwege. Die Performance in MSFS ist deshalb die eigentliche Herausforderung. Nach mehreren Iterationen laufe der komplette AFDX-Datenfluss stabil, so das Team.

Amber XX als Ergebnis, nicht als Skript
Der praktische Nutzen: Die gelben „XX“ auf den Displays sind keine gescriptete Optik. Sie erscheinen, weil die Daten tatsächlich nicht ankommen. Eine gelbe Zahl bedeutet „gemessen, aber nicht normal“, XX heißt „nicht gemessen“. Ausfälle sollen sich so durch die Maschine ziehen wie im Original. Als Beispiel nennt Rhodiumcode den Ausfall beider FWS. Sie laufen auf CPIOMs und können ihren Strom verlieren. Dann fällt ECAM aus, und das CDS zeigt eine Notseite, die je nach funktionierendem CPIOM Zeilen ein- oder ausblendet.
Und sonst?
Die FAQ ist ehrlich, aber dünn:
- Sound: Ein Sound Engineer ist an Bord, Hörproben sollen „hoffentlich bald“ folgen.
- VFX: Für die Effekte sucht das Team noch Verstärkung.
- Test: Es gibt noch keine Tests, für die Alpha sind nur wenige Plätze geplant.
- Termin: „Too early to tell“. Ein konkreter Zeitplan soll erst kommen, wenn die Beta läuft.
- Preis: Nicht festgelegt, aber „reasonably priced“.

Auf dem Papier ist das ambitioniert, und wer Systemtiefe mag, darf sich freuen. Belegt ist bislang aber nichts, es gibt weder ein Gameplay-Video noch Performancewerte oder unabhängige Tester. Ob sich die IMA-Tiefe am Ende in Bildrate und Flugalltag bemerkbar macht, bleibt offen. Dazu kommt, dass der iniBuilds A350 als etablierte Messlatte im Raum steht. Rhodiumcode hat bisher vor allem ein Projekt mitten im Bau gezeigt. Ein schönes Fundament also, aber ein Fundament sieht man beim Fliegen selten. Mal sehen, was das dritte Dev Update präsentieren wird.

Will nicht mal wieder jemand einen 320 machen? Oder vielleicht den siebten A330neo?
Sorry aber warum macht denn niemand einen der am meisten geflogenen Langstreckenjets der Welt, einen brauchbaren A330(ceo!)? Es ist zum Mäuse melken. 😀