Ihr liebt Flugsimulation.
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Pilot spielen? Das ist sicher nicht die Bezeichnung, die ein Flusi-Fan zur Beschreibung seines Hobbies vorfinden will. Doch das Tool „A Pilot’s Life – Chapter 2“ soll jetzt genau das möglich machen. Verträge schließen, Rotationen fliegen, mit Geld hantieren und die Karriereleiter aufsteigen – mit diesen Faktoren will APL2 punkten. Doch was kann das Tool – und wie ist der Langzeitspaß? Ich habe mich in die virtuelle Arbeitswelt gestürzt.

Start meiner Karriere: Rotationen aus Luqa.
Feucht verchartert

Meine Karriere soll in Malta starten. Die Insel im südlichen Mittelmeer scheint perfekt. Und sie ist für europäische Fluggäste auch keine Unbekannte. Nicht nur, weil sich dort ein schönes Urlaubsziel befindet, sondern weil gefühlt immer mehr Billig-Airlines in Europa in Malta registriert sind. Ob Ryanair Malta oder Avion Express Malta, die Flieger mit 9H-Kennung lassen sich derzeit in ganz Europa finden – feucht verchartertet oder planmäßig eingeflottet. Niedrige Betriebskosten machen es möglich, bei low-cost für niedrige Ansprüche.

Daher ist mein Einstieg in mein Pilotenleben, wie es das Add-on „A Pilot’s Life 2“ von SimBitWorld ermöglicht, auch in Malta. Ich heuere beim National-Carrier Air Malta an. Als Junior First Officer. Viel Auswahl hatte ich nicht. Denn wer ohne Flugstunden auf dem Zettel in die Fliegerwelt einsteigen will, kann nicht bei einer 5-Sterne-Airline vorsprechen…

575 Arbeitgeber

Wer mal so richtig Pilot spielen will, bekommt seit ein paar Monaten das passende Tool an die Hand: A Pilot’s Life ist inzwischen schon in der zweiten Version auf dem Markt. Das Programm stammt aus der Feder des rumänischen Programmierers Ovidiu Ocnaru alias SimbitWorld und sei derzeit das einzige Payware-Tool auf dem Markt, das spielerisch eine Pilotenkarriere nachbilden soll.

Für einmalige 30 Euro Anschaffungspreis sollen 575 Airlines und über 280 000 Flugpläne der Realität in das Programm per Server-Verbindung einfließen und so für eine Vielfalt von Karrieremöglichkeiten sorgen – ob Low Cost in Asien, Cargo-Umläufe in Europa oder Luxus-Airline in den Staaten, ihr selbst könnt im Laufe eurer Karriere entscheiden, wo die Reise hinführen soll.

Das Grundprinzip: Ihr unterschreibt einen Vertrag bei einer Airline und verdient euch durchs Fliegen virtuelle Dollars und Erfahrungspunkte (XP). Mit dem Geld könnt ihr einkaufen: Flugzeug-Lizenzen, XP-Booster, Transferflüge und mehr. Und die XP steigern euren Wert auf dem Arbeitsmarkt. Von Junior First Officer geht es so bis zu Captain L10 – ein langer Weg auf der Karriereleiter, für den bis zu 32 000 XP gesammelt werden müssen.

Angebot und Nachfrage: Der Arbeitsmarkt ist bunt.

So habe ich mich in den letzten Monaten also in die Pilotenkarriere gestürzt. Nach Kauf, Login und Passwort erwartet mich eine einfach gestaltete Oberfläche in wahlweise Light- und Darkmode, die sowas wie mein virtuelles Pilotenleben ist. Neben einer Hauptseite, die meinen Curriculum Vitae und meine Achievements dokumentiert, kann ich hier Bilder hochladen und mein Profilbild einstellen. Natürlich habe ich auch ein Postfach. Hier landen nicht nur die Gehaltsschecks, sondern auch Jobangebote und Kaufbelege.

Doch ich will fliegen. Als Neuling ist daher der Job Market für mich interessant. Denn, das weiß ich schon seit meinem ersten Schülerjob von vor über 20 Jahren: Arbeitsmarkt ist kein Wunschkonzert. Ergo: Wer will mich überhaupt?

Fünf Airlines scheinen verrückt genug zu sein, mir eine Chance zu geben. Darunter eine Cargo-Airline aus den Staaten, die es schon immer vermeidet, Maschinen zu nutzen, die jünger als 30 Jahre sind. Dann ein asiatischer Ferienflieger. Und eben Air Malta, die sympathische Airline der Mittelmeerinsel mit NEO- und CEO-Flotte.

Lizenz zum Fliegen

Mit einem Startkapital von 5000 Dollar und 0 XP soll meine Karriere in Luqa starten. Doch bevor ich loslegen kann, brauche ich eine Lizenz – oder sagen wir ein Type-Rating. Denn schließlich muss ich dem künftigen Arbeitgeber ja nachweisen, dass ich die von ihm betrieben Typen überhaupt bedienen kann. Hallo? Es sollte doch klar sein, dass ein Simulator-Drehstuhl-Pilot natürlich von der Spitfire bis zur AN-225 alle Flugzeuge ohne Studie von Handbuch fliegen kann – aber APL2 sieht das anders.

2500 Dollar will mir das Programm für die Lizenz abknüpfen. Dabei sind alle Typen, die in gängigen Simulatoren geflogen werden können. Ober 737-Familie, Dash 8 oder auch eine C208 – beim Lizenzkauf hatte ich natürlich schon ein bisschen im Hinterkopf, welche Airlines pro Lizenz infrage kommen. Ich entscheide mich für Airbus, denn erstens will ich bei den Maltesern fliegen und zweitens macht der Fenix mir zurzeit am meisten Spaß. Der Sim ist übrigens egal – denn APL2 kommuniziert über FSUIPC mit dem Simulator. Und hier reicht die kostenlose Version des Tools von Familie Dowson.

Ohne Lizenzen kein Arbeitsplatz: Manche Typen fehlen.
Von der Insel auf die Insel

Mein erster Flug bei Air Malta steht an. Mein selbst gesetztes Ziel: Ich will mich bis zu meiner Lieblingsairline hocharbeiten, dem Speedbird aus Heathrow. Jobs gibt es dort laut Liste genug – allerdings ist mein Rang als XP-loser Junior First Officer noch so niedrig, dass die Briten erst gar nicht ans Telefon gehen.

Egal – ich habe jetzt ja Air Malta. Mit 25 Dollar pro Stunde machen mir die Malteser sogar das monetär attraktivste Angebot in der ersten Wahl der Qual – aber Achtung, Geld ist nicht alles. Denn entscheidend ist für mich das Streckennetz. Und hier reicht ein Klick auf die Airline, damit eine Karte und Liste aller verfügbaren Flüge dargestellt werden: Malta ist nicht nur ein schönes Ziel mit vielen Destinationen in ganz Europa, auch das Subcharter-Geschäft der Airline findet sich im Flugangebot. Super – ich unterschreibe, meine Karriere beginnt.

Süß: Ein Arbeitsvertrag wird generiert.
Skipper oder Pilot?

Während ich die ersten Pommes an meinem virtuellen Pilotenhemd anbringe, frage ich mich natürlich: Wohin fliege ich denn jetzt? Kann ich jetzt einfach im Streckennetz von Air Malta wild herumfliegen, so wie es virtuelle Airlines auch anbieten? Nein! Denn inspiriert vom realen Airline-Betrieb, bekomme ich einen Schedule. Diesen kann ich mir nur automatisch generieren lassen und schließlich akzeptieren, wenn er mir passt.

Der Schedule wird automatisch auf Basis meiner Wünsche generiert: Flugzeugtyp, Kurz-, Mittel- und Langstrecke und die Art der Rotationen: Entweder return vom Airline-Hub, aufeinanderfolgende Flüge oder wild durchs Strecknetz. Bei jedem neuen Druck auf die „Generate“-Taste entstehen so Umläufe, die aber irgendwie immer einen Haken haben. Entweder sind die Flüge zu lang für meine Feierabende, in denen ich sie bestreiten will. Oder sie führen an Destinationen, die im Sim leider keine Szenerie vorweisen. Hier wünsche ich mir von APL2 eine Möglichkeit, bestimmte Destinationen auszuschließen.

Also dauert es eine Weile, bis ich einen Schedule habe, der von mir den Accept-Klick bekommt. Sollte ich auf einen Flug im Schedule plötzlich so dermaßen keinen Bock haben, kann ich ihn per Skip-Taste überspringen. Und wenn meine begrenzte Anzahl von Skips verbraucht sind – könnte ich neue für teures Geld dazukaufen.

Generierter Schedule: Mein Dienstplan
Flugzeugmuster nebensächlich

Ok – ich habe eine Auswahl getroffen! Meine ersten Flüge sind klassische Rotationen aus Luqa. In den kommenden Abenden fliege ich nach Amsterdam, Mailand, Paris, Zürich, Catania und Rom. Hin und zurück. Auch wenn diese in der Realität vom A320 angeflogen werden, könnte ich jetzt schummeln: Denn APL2 ist es eigentlich egal, welches Flugzeug ich im Sim benutze. Da über FSUIPC nur die rohen Flugdaten abgegriffen werden, könnte ich jetzt auch mit einem Dreamliner in Hello-Kitty-Bemalung die Flüge antreten. Die von mir erworbene A320-Lizenz diente nur der Möglichkeit, innerhalb des Airline-Marktes einen passenden Job zu schießen oder einen passenden Schedule zu generieren. Oder eben bei einer Airline mit Mixed-Fleet-Flotte auch mal eine 737-Rotation mit A320 zu fliegen. Aber egal. Schummeln ist nicht, ich sattle den A320 und mache mich auf den Weg nach Europa.

Punkte sammeln

Jetzt sammle ich Geld und XP. XP sind am wichtigsten für meine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt. Für jeden geloggten Flug gibt es einen Score zwischen 0 und 100. Den höchsten Score erreiche ich, wenn ich einen normalen Flug absolviere – sprich die Lichter richtig schalte, G-Kräfte nicht überschreite und bei der Landung an die Wirbelsäulen meiner Passagiere denke. Der Score wird dann mit meiner Flugzeit verglichen. Bei Kurzstrecke gibt es 20 Prozent Abzug auf die XP, bei Langstrecke 20 Prozent Zuschlag. Die gesammelten XP wachsen dann per anschaulichem Balken von Flug zu Flug, bis ich meinen nächsten Rang erreicht habe.

Ich Streber: Voller Score bei diesem Flug
Geld verdienen

Virtuelle Dollars gibt es im Spiel je nach Arbeitsvertrag – wenn ihr bei einer Airline anheuert, habt ihr drei Möglichkeiten. Bei der sorgenfreien Variante gibt’s einen festgelegten Stundensatz. Dieser variiert nach Airline und eurem Rang – die Formel steht im Handbuch. Übersetzt: Ein Junior First Officer bei einer asiatischen Inselairline bekommt vielleicht nur 20 Dollar auf die Stunde. Ein Senior First Officer bei einem Legacy-Carrier in den Staaten dagegen schon 60 Dollar. Dabei ist es egal, in welchen Abständen ihr eure Legs fliegt. Ob nur ein Flug pro Monat oder zwei pro Woche, ihr bestimmt die Geschwindigkeit eurer Karriere.

Wenn ihr allerdings motivierte Vielflieger seid, könnt ihr zwischen zwei Bonusklauseln wählen. Wenn ihr es schafft, mindestens fünf Stunden pro Woche zu fliegen, bekommt ihr einen Bonus von 10 Prozent auf eure Vergütung. Aber auch einen Abzug von 10 Prozent, wenn ihr die Mindeststunden nicht auf die Uhr bringt.

Und wenn ihr überhaupt keine sozialen Kontakte pflegt und eh nie vor die Tür geht, könnt ihr vertraglich auch mindestens 10 Flüge pro Woche versprechen. Dafür gibt’s einen Bonus von 25 Prozent bzw. einen Abzug von 25 Prozent, solltet ihr es nicht schaffen.

Während eure XP nach jedem Flug auf den Status wandern, sieht es beim Gehalt anders aus. Immer montags werdet ihr das Plus auf eurem Konto bemerken. Ein Festgehalt oder monatliches Grundgehalt gibt es nicht – was Sinn macht. Wer nicht fliegt, verdient nichts.

Für Tickets oder Booster - im Shop kann das Gehalt verprasst werden
Sechster Anflug über Gozo

So arbeite ich mich also durch Europa. Vor dem Flug FSUIPC anmachen und nach dem Flug auf „Submit“ Flight drücken, schon habe ich meinen Flug eingereicht. Besonders geschickt: Im Fenster, das in APL2 meine Flüge loggt, kann ich den nächsten anstehenden Flug direkt in Simbrief öffnen. Callsigns und Flugnummern sind dann schon ausgefüllt. Nach dem Flug erhalte ich ein Flightlog, in dem alle meine Vergehen und mein Score festgehalten wird – und eine Karte mit meiner geflogenen Flugstrecke bietet APL2 auch. Wenn während dem Flug schöne Schnappschüsse entstanden sind, kann ich diese mit ein paar Klicks hochladen – auch in 4K-Auflösung.

Und so fliege ich. Und fliege ich. Und fliege ich. Und merke nach dem 6. Anflug über das Gozo-VOR: Boah, schon langweilig. Auch wenn ein Subcharter von Triest nach Pisa cool war.

APL2 generiert jede Woche neue Jobangebote, basierend auf meinem Fortschritt und Rang. Doch die Jobs, die mir bis jetzt wöchentlich angeboten werden, versprechen nicht mehr Aufregung. Ich bin doch noch zu unerfahren für die attraktiven Airlines mit großem Streckennetz.

Daher will ich’s einfach mal so versuchen. Im Job Market suche ich mir Airlines, die ein großes Streckennetz und damit viel Abwechslung versprechen: EasyJet, Ryanair, Vueling und noch ein paar andere Low-Cost-Flieger, die auch Airbus in der Flotte haben. Vielleicht schaffe ich es, mit meinem niedrigen Rang bei einer der Airlines hereinzukommen. APL2 bietet hier die Möglichkeit, sich initiativ zu bewerben. Immer werktags, am folgenden Nachmittag erfahre ich dann, ob meine Bewerbung akzeptiert wurde und mir ein Angebot gemacht wird. Und siehe da. Keiner will mich. Es gilt wohl, weiter Stunden zu sammeln.

Reiner Fluglogger

Doch dann – nach 29 Flügen (!) und Aufstieg zum First Officer, wird meine One-Click-Bewerbung von Eurowings akzeptiert! Jetzt darf ich für den deutschen Low-Cost-Carrier durch Europa fliegen. Und so geht es von Stuttgart nach Zagreb, von Berlin nach Malle und von Prag nach Southend – Moment, nach Southend? Ja – denn auch Wartungsflüge und Ferries haben sich in den generierten Schedule geschlichen. Inklusive passender Flugnummer. Also bringe ich den Airbus leer nach Großbritannien und freue mich über die potente Climb Performance. Ach ja, APL2 interessiert keine Beladung oder ähnliches. APL2 ist ein reiner Fluglogger. Kein Passagier- oder Beladungstool. Kein Ansagen-Generator. Und auch Abflugzeiten sind egal. Steht im Schedule 1230 UTC als ETD und ihr könnt aber erst nach dem Abendessen los, kein Problem – APL2 wird euch nicht bestrafen. Hier würde ich mir noch ein Belohnungssystem wünschen. Bonus-XP für eingehaltene Flugzeiten, pünktliche Ankunft, Spritsparen und Co. gibt es in APL2 leider nicht. Schade. Denn die dafür benötigten Daten liefert FSUIPC ja auf die Silbertablett, und es ist sind Faktoren, die den echten Pilotenalltag auch wirklich stressig machen können.

FSUIPC required: Hier wird der Flug vorbereitet und aufgezeichnet
Lücken im System

Und noch allgemeiner Kritikpunkt: Viele der Flüge und Flugnummern im APL2-System sind veraltet oder so nicht mehr existent. Die Flüge kommen von VASchedules, einem Online-Anbieter, der eine Datenbank von Flugbewegungen und Schedules bereitstellt. Und hier ist alles dabei. Wartungsflüge und Ferryflüge, die noch in den normalen Schedule wandern, sind zu verkraften – dass aber mache Airlines fehlen, wie zum Beispiel Sundair (und die kroatische Fly Air41), ist schade. Oder was hat es mit Lauda Motion auf sich, die laut Info-Seite in APL2 über eine 737-300 verfügen und damit zwei Flüge in den USA auf dem Plan haben? Oder warum kann ich mich mit Airbus-Lizenz bei Amerijet bewerben? Und hat Qantas den Jumbo nicht längst ausgemustert?

Gerade in Europa fehlen oft auch die richtigen Callsigns. Flightradar24-Fans wissen, dass europäische Airlines nicht selten mit Buchstaben im Callsign unterwegs sind. Hier weist APL2 dann oft Lücken auf. Für As-real-as-it-gets-Puristen bestimmt nervig, mir ist es zum Glück egal, mit welchem Rufzeichen ich mich auf Langen Radar anmelde. Und so in Stein gemeißelt sind die Callsigns ja auch nicht und würden sicher einen hohen Aufwand in der Datenpflege bedeuten.
Retro-Fans werden natürlich auch nicht bedient. Wer als mit Trans World Airlines oder Pan Am rumgurken will, weil er zum Beispiel nur 727 fliegt – schaut bei APL2 in die Röhre. Bzw. findet erst gar keine Flugzeuglizenz.

Das Dashboard - meine Karriere im Überblick
Typenwechsel

Eurowings war schön. Echt toll. Voll nettes Team und so, moderner Arbeitsplatz, tolle Kantine, Vereinbarkeit von Familie und Beruf bla bla bla….Ich habe trotzdem den Kontinent gewechselt! Mit dem Erscheinen der PMDG 737 habe ich Lust auf das Flugzeug aus Seattle. Daher muss eine Airline her, die die 737 in der Flotte hat. Ich bewerbe mich bei Delta. Und werde wieder genommen. Ok, das war easy. Denn Delta hat immerhin fünf Sterne im Airline-Ranking, dafür aber über 800 verfügbare Stellen.

Ohne Wechselphase starte ich sofort bei Delta und bekomme wieder das Vertragsangebot mit den drei Optionen. Während Eurowings und Air Malta nur auf Airbus setzen, sieht es bei Delta anders aus. Bei der Traditionsairline werde ich daher auch bald die CRJ-Lizenz dazukaufen, denn schließlich gibt es genug Flugstrecken für den CRJ im Delta-Netz. Die Lizenz kostet mich 2000 virtuelle Dollars. Sprich, 7000 Dollar habe ich bisher für Lizenzen ausgegeben – A320, 737 und CRJ.

Und wieder generiere ich mir meinen Schedule – und was mich jetzt ärgert: Egal ob Hub-Rotation oder Random, die Flüge führen ständig über die gleichen Destinationen. Und nach dem vierten Mal in Atlanta, dem dritten Mal in Boston und dem sechsten Visual in Fort Lauderdale, merke ich: Bei Delta werde ich wohl auch nicht alt. Und hier ein weiteres Manko. Ein generierter Schedule hat je nach Fluglänge zu viele Legs mit Wiederholungen. Bei einer kleinen Airline ist das zu erwarten. Bei Delta wünsche ich mir aber mehr Varianz.
Flugtickets, Transfers und Co.

Mein Geld kann ich übrigens jederzeit im APL2-Shop ausgeben: Entweder ich kaufe mir teure XP-Booster. Die als Schulung oder Training getarnten Einkäufe werden dann XP oder Einkommen bei jeden Flug um einen gewissen Prozentsatz heben. Aber 0,5 % Gehaltsbonus für 5000 Dollar? Ein bisserl viel, ne?
Neben dem Kauf von Lizenzen und Skips (siehe oben) gibt es im Shop auch Flugtickets. Mit diesen kann ich beliebige Flüge suchem und buchen. Bei der eigenen Airline sind die Tickets günstiger. Zur Verfügung stehen mir alle Flugbewegungen, die auch so im Schedule aller Airlines zu finden sind. Sollte mir mein tristes Airline-Leben als Delta-Rechtssitzer auf den Geist gehen, kann ich also auch mal mit United von Denver nach Los Angeles fliegen. Der Flug reiht sich nach Kauf dann in vor meinem Schedule ein und wird wie ein normaler Arbeitsflug geloggt. XP gibt es dafür sogar auch. Gehalt natürlich nicht.

Sammlerinstinkt

Nach drei Monaten bin ich jetzt bei Alaska Airlines gelandet. Hier hatte ich irgendwie Lust drauf, denn die Kulisse von Alaska ist im Microsoft Flight Simulator wunderschön und fantastische Freeware wie Anchorage oder Barrow laden zu spannenden Flügen ein. Und auch die Maddog ist mittlerweile in meinem Lizenz-Portfolio gelandet. Vor dem Flug muss ich APL2 nur durch einen Klick mitteilen, welches Flugzeug ich für das nächste Leg wähle. Allerdings nur, damit im Logbuch später auch das richtige Muster steht. Denn für den Flug kann ich alle Flugzeuge nutzen, für die ich lizenziert bin.

Irgendwie habe ich auch nach 3 Monaten, 77 Flügen und 120 Flugstunden immer noch nicht die Lust verloren. Denn der Blick auf den Lebenslauf und das Logbuch zeigt sehr schön, was ich schon alles abgeflogen habe – allerdings bräuchte ich dafür jetzt nicht APL2. Andere Logger wie SimToolKitPro oder Volanta machen das ja auch. Kostenlos.

Wann ich es auf die Insel zu Speedbird schaffe? Wer weiß – zwei Absagen habe ich schon. Aber ich werde es weiter versuchen. Bis dahin kann ich ja weiter die Airline wechseln. Das geht wöchentlich. Und wer weiß, vielleicht sitze auch irgendwann wieder als Captain bei Air Malta auf der Insel. Wenn das Gehalt stimmt.

Logbuch - der druckbare Arbeitsnachweis
Fazit:

A Pilot’s Life 2 ist ein nettes, kleines Tool, das eigentlich nur zwei Bereicherungen in den Flugalltag bringt: Wer nicht so richtig weiß, was er jeden Abend fliegen soll, kann sich mit APL2 einen schönen Aufgabenkatalog mit Flügen generieren. Und das XP-System sorgt für Gamification. Denn irgendwie motiviert es, den Balken immer weiter nach vorne zu treiben, um den eigenen Status in die Höhe zu bringen. Wenn der Piloten-Status hoch genug ist, liegen einem alle Airlines zu Füßen und man kann wöchentlich die Airline wechseln.

Doch nach drei bis vier Flügen schon fühlt sich das Programm nackig an. Zusatzfunktionen wie Spritkontrolle, Kontrolle von Einhaltung der Blockzeiten, mehr Möglichkeiten, das Generieren von Schedules zu beeinflussen sorgen für einen Abzug in der B-Note. Dazu kommt eine Airline-Datenbank, die veraltet bzw. lückenhaft wirkt. Zum richtigen Pilotspielen gehört dann doch mehr.
Doch eines verspricht APL2: Langzeitspaß. Das Tool ist nicht dafür da, nur ein paar Wochen genutzt zu werden. Wenn ihr den stundenbasierten Arbeitsvertrag wählt und immer wieder einen Flug für euren Arbeitgeber loggt, könnt ihr so über Monate hinweg Karriere machen. Schön auch, dass der Flugzeugtyp für das Aufzeichnen des Fluges egal ist. Wenn ihr eine A320 als 737-900 einloggen wollt – APL2 bestraft euch dafür nicht.

Ihr habt es dabei in der Hand, wie schnell ihr aufsteigt. Und im Discord von SimBitWorld könntet ihr dann mit euren Stunden und Rängen posen. Dort findet ihr Nutzer:innen, die gleiches tun. Und direkten Support und Raum für Feedback gitbt es auch. Dort ist auch Entwickler Ovidiu zu finden – mit schneller und freundlichem Support. Und wer weiß, vielleicht programmiert er schon Kapitel 3.

Air Malta, Eurowings, Delta und jetzt Alaska: Welche Ariline kommt als nächstes?

A Pilot's Life Chapter 2

Pilot spielen? Das ist sicher nicht die Bezeichnung, die ein Flusi-Fan zur Beschreibung seines Hobbies vorfinden will. Doch das Tool „A Pilot’s Life – Chapter 2“ soll jetzt genau das möglich machen. Verträge schließen, Rotationen fliegen, mit Geld hantieren und die Karriereleiter aufsteigen. Ich habe mich in die virtuelle Arbeitswelt gestürzt.

A Pilot's Life - Chapter 2

  • Preis-Leistungs-Verhältnis 7.5
  • Immersion 6.0
  • Langzeitspaß 9.0
  • Support 9.0
  • Unser Gesamtergebnis
7.9
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RandyESB25 D
Mitglied
RandyESB25
1 Monat zuvor

Ich nutze es sehr gerne, auch schon die Version 1.
Für mich ist das wichtigste, einfach gesagt zu bekommen, wo ich hinfliegen soll.
Der Preis ist auch sehr fair.

Michael
Michael
1 Monat zuvor

Danke für die Review. Die veralteten Flugpläne sind allerdings wirklich ärgerlich. Teilweise werden da auch komische Flugzeuge zugewiesen, die mal irgendwann im Wetlease geflogen sind. Da die Source dafür ja aber sehr aktuell gehalten wird, könnte man auch das Programm aktueller halten, oder eben ermöglichen, dass man eigene gekaufte Flugpläne importieren könnte. Eine dementsprechende Email ließ der Entwickler aber leider mehrmals unbeantwortet.

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