Ihr liebt Flugsimulation.
Wir berichten darüber.

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Liebes Microsoft. Oder lieber Microsoft? Oder liebe Microsoft?

Nochmal kurz für euch: Ich bin Hobbyschreiberling und Podcaster, der sich seit über 30 Jahren mit Flugsimulation beschäftigt. Egal welche Stufe des ausgenerdeten Drehstuhlpilotierens, ich habe in den letzten Dekaden alles mitgemacht. Out of Memory-Probleme im FSX. Meshfehler. Nicht ladendes Autogen aufgrund falscher CPU-Auslastung. Undsoweiterundsoweiter.

Software-Kommune

Was ich den letzten Jahren gelernt, quasi routiniert gebrieft bekommen habe: Es gab bis jetzt noch keinen Flugsimulator, der einfach so zu 100 Prozent funktioniert. Also anschalten, loslegen, Abfahrt, bam bam bam.

Wie auch? Schließlich wird dieser Haufen an durchevolutionierter Software-Kommune schon seit 40 Jahren von Menschen erschaffen. Und dann weitergegeben. Verschlimmbessert. Verkauft. Verhökert. Ermordet. Wiederbelebt. Ach ja, und wer weiß, wie lange Menschen hier überhaupt noch Hand anlegen, wo die ChatGPTs und Midjourneys dieser Welt ja gerade eine kleine industrielle Revolution einläuten.

Wie dem auch sei, meine Schmerzgrenze ist daher seit den mittleren neunziger Jahren echt aufs Extremste belastbar. Apollo 13 war eine Sonntagsfahrt gegen das Troubleshooting, das wir Simulator-Masochisten in den letzten 30 Jahren durchgemacht haben. Aber passte ja. Denn für jedes Problem gab es immer eine Lösung.

Wir pixelschiebenden Computerpiloten sind Autodidakten. Wir haben die Ordnerstrukturen des jeweiligen Simulators bis ins 23. Glied aufgedröselt, Dateien gewälzt, Foren gelesen und im Schwarm meistens die Lösung gefunden. In der Burg des Wissens saßen wir und blickten mit Arroganz auf die Bugs herab, die uns die Flugsimulatoren Jahr für Jahr in die Freizeitgestaltung suppten. Wir waren die Kolchose der Kreativen, die Bändiger der Bugs, die Opposition gegen OOMs. Wir hatten die Macht.

Passive-aggressive Schuldzuweisung

Bis jetzt. Denn das Problem, dass mir in der neuesten Kreation eines Flugsimulators seit Monaten das Filderkraut zum Platzen bringt, ist diese blau gerahmte, passiv-aggressive Schuldzuweisung, die ihr uns Tag für Tag, völlig willkürlich und nicht reproduzierbar auf den Bildschirm projiziert:

„Your Bandwidth ist too low.“ – Deine Bandbreite ist zu niedrig.

Erm, wie bitte? Ich habe mir von Software schon viel vorwerfen lassen. Etwa, dass mein Speicherplatz nicht reicht. Oder, dass die CPU zu sehr warmläuft. Oder, dass ich mein Abo verlängern soll. Aber diese dumm-dreiste Unterstellung, wie sie in simpausierender Form in den letzten Wochen vermehrt das Spielerlebnis zerstört, ist eine neue Form der userseitigen Machtlosigkeit!

World-Wide-Web-Wahnsinn

Ich frage mich: Warum bitte haben sich User angesichts des Microsoft Flight Simulators und der mit ihm verbundenen Streaming-Technik sechs Monate lang die Straße aufbaggern lassen, um glasgefaserte, niedriggepingte Datenautobahnen in die Keller zu legen? Warum haben Nuzter:innen den 34. Werbeversuch des lokalen Internetanbieters endlich angenommen, um mit einer 1000er-Leitung in der Forensignatur anzugeben? Warum posten viele hämisch Speed-Tests ihrer Internetleitung, um zu zeigen, wie komplett unnötig schnell und bandbreit ihr World-Wide-Web-Wahnsinn ist? Nur, damit ihr uns jetzt erzählen könnt, unserer Leitung sind zu dünn?!

IST SIE NICHT! Denn, und hier bin ich bereit vor Notar, Bundespräsident und Kanzler eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, mein Internet läuft auch im Moment der plötzlichen Blaukasten-Kasteiung so breit wie ein Junggesellenabschied auf der Reeperbahn! Wer gibt mir die zwei sinnlosen verklickten Stunden zurück, in denen ich Ethernet-Benchmarks bemüht habe, nur um meine Unschuld zu beweisen?

Sprecht!!! Woher kommt der Vorwurf, unsere Bandbreite sein zu gering? Zum Glück bin ich nicht allein und die Meldungen im Forum des Microsoft Flight Simulators von Gleichgepeinigten reißen nicht ab. Rafi hatte es im Stream. Fünf Mitflieger parallel fast zeitgleich auch. Und auch auf der scheindemokratischen To-Do-Liste, die im wöchentlichen Zyklus geupdatet wird, wandert die Meldung kontinuierlich nach oben. Bekannt ist das Problem also. Die Stellungnahme seitens euch allerdings noch nicht.

Regelmäßiger Zusammenbruch

Ok, fluchen, schimpfen und sich ärgern ist natürlich immer einfach. Doch warum stattet man ein Spiel mit einer zentralen Funktion aus, wenn diese dann regelmäßig zusammenbricht? Warum ist ein führendes IT- und Software-Unternehmen mit einem Umsatz wie Microsoft nicht imstande, Serverstrukturen mit Niagara-Fall-artigem Durchlass bereitzustellen?

Das Problem: Massive Machtlosigkeit trifft auf reduzierte Reproduzierbarkeit. Denn leider habe ich es noch nicht geschafft, den Bandbreiten-Vorwurf zu rekonstruieren. Ein Sechser im Lotto scheint besser vorhersehbar zu sein als der regelmäßig kreierte Bandbreitenengpass. Und die Lösung ist schon gar nicht zu finden.

Die Vorschläge so weit? Irgendeine Host-Datei in den Tiefen der Windows-Struktur anfassen. Bringt nichts. VPN anschalten. Bringt nichts. Selbst mit Ost-tasmanischer IP kackt mir der Sim die Bandbreiten-Meldung auf den Flimmerkasten.

Und hier kommen wir zum Pudels Kern: Mit diesem Fehler offenbart euer Microsoft Flight Simulator in einem kleinen Fenster sein größtes Problem: Schaltet man die Infrastruktur im Hintergrund ab oder macht man sie unerreichbar, ist das Spiel optisch ein guter Anwärter als Prepar3D 0.5 verkauft zu werden. Da kann dann auch die fantastische 3D-Engine von Asobo nicht mehr helfen. Und auch nicht eine Wolkendecke, die die Sicht auf den Boden versperrt.

Daher tut mir einen dicken Gefallen! Spannt euch die Stirnlampe an, steigt in eure Serverräume und schaltet eure Datenautobahnen frei! Bandbreite beschreibt den Microsoft Flight Simulator doch perfekt: Es gibt keinen Sim, der so viel Möglichkeiten, Flugzeuge, Szenerien und eine so große Community bietet. Da gerade letztere nicht imstande ist, das Problem zu lösen, seid ihr dran, Microsoft. Zeigt uns, dass Bandbreite ein Feature bleibt, mit dem ihr begeistern könnt. Und nicht ein Vorwurf an eure Nutzer.

Liebe Offline-Grüße aus Pattonville. Weltstadt. Mit guter Internetanbindung.

Julius

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Matze
Matze
1 Jahr zuvor

Das ist eben der große Nachteil der Integration eines Streaming Services in ein Spiel. Es ist erschreckend wie unbekannt für viele die tatsächlichen Kosten für den Betrieb von Cloud Infrastruktur ist. Selbst dann, wenn man wie MS als Anbieter „an der Quelle“ sitzt. Globale (!) Bandbreite gibt es nicht kostenlos wie Luft zum Atmen. Und Umsatz ist auch keine Kenngröße für Investitionsmittel lieber Julius. 😉

Mich würde es nicht wundern, wenn MS irgendwann eine monatliche Premium Mitgliedschaft für prioritätes Streaming einführt. Insbesondere dann, wenn die Marketplace Provisionen nicht mehr genügend sprudeln.

Bleibt also die Fehlermeldung. Hier macht es sich MS halt einfach. Eine Fehlermeldung „unsere Bandbreite“ ist zu langsam würde dir ein moralisch besseres Gefühl geben, an dem strukturellen-betriebswirtschaftlichen Problem aber nichts für Dich ändern 😉

In diesem Sinne frohe Ostern!

Patrick
Team
Patrick
1 Jahr zuvor

So sehr ich auch von diversen Bugs und Problemen in meinem Simulator of choice auch sein mag…. Ich starte Xplane 12, den Pegasus Client und Realtraffic und fliege einfach. Tablet mit Charts und Simbrief und externer MCDU und ich fliege. Ohne CTD, ohne Bandbreitenprobleme und sichherlich über die ewig gleichen alten Xplane Texturen aber ich rege mich nicht mehr auf.

Kennt ihr noch das hier:

https://www.mobygames.com/game/89834/flug-simulator-fur-airbus-a-320-europa-edition/cover/group-143557/cover-407111/

Genau das war zwar nicht mein erster Simulator, aber mein erster „Airbus“ Simulator. Über grüne oder braune Landschaft mit Blau als Wasser. Dazu ein rudimentäres Cockpit und eine ausgedruckte Karte von Europa mit VOR’s NDB’s und Flughäfen.

Dort war ich genau so glücklich wie jetzt, denn ich habe es so akzeptiert wie es ist und hatte keine Probleme der „übertechnisierung“ wie es zur Zeit der MSFS hat.

Ist euch mal aufgefallen, wie der MSFS sich überall auf den Festplatten verteilt und in welchen versteckten Ordnern er sich einnistet?

Das hat nichts mit der Qualität zu tun aber für mich schon allein ein Grund skeptisch zu sein, denn es gibt viele andere Produkte die zeigen, dass sowas unnötig ist!

So lange alles klappt, toll, aber wenn man irgendwo rumfummeln muss um die Probleme der Entwickler zu lösen oder Bugs zu umgehen…eine Katastrophe.

Deshalb fliege ich seit gefühlt ewig einfach den „hässlichen“ Xplane mit meinen Airbussen nach alter Airbus Europe Edition und bin froh damit 🙂

Liebe an Alle und frohe Ostern 🙂

Mario Johannes Felder
Mario Johannes Felder
1 Jahr zuvor

Ich hatte den Fehler seit meinem MSFS Einsteig vor ca. einem Jahr vielleicht 5 Mal, bei durchschnittlich mind. einem Flug pro Tag. 250er Internetvertrag, von denen durchschnittlich ca. 230 dauerhaft anliegen. Ich finde, das ist absolut in Ordnung, wenn ich bedenke, dass dafür die Orthos in den Sim kommen – etwas, das ich beispielsweise bei XP12 unglaublich vermisse. Insgesamt denk ich gibt es dringendere Probleme die beim MSFS zu lösen sind, zB die Physik beim Landen.

Sebastian G
Sebastian G
1 Jahr zuvor

Das schlimmste daran ist ja, dass dieses rote Popup-Fenster erst mit SU 10 ? eingeführt wurde und der aufschrei dannach kam, das sei zu zentral im Blickfeld und man muss es wegklicken…. der Fix von Asobo war ja dann, dass sie das Fenster verschwinden lassen, in dem sie in hinterhältiger Art und Weise einfach die Datenfunktionen wie Bing und Fotorealismus ausschalten…. das ist doch keine Lösung … das ist echt stümperhaft.

Christian
Christian
1 Jahr zuvor

Nun ja, müssen halt die Simmer auch lernen, mit den Nachteilen von always online umgehen zu können. Für mich als jahrzehntelanger Online-Games Zocker kein Beinbruch und schon fast Gewohnheit, bockt die iNetverbindung von Game XY rum, nutze ich meine Zeit halt anders.

Thomas Stemmer
Thomas Stemmer
1 Jahr zuvor

Oh, und genau da liegt der Vorteil von P3D und XP 😉

Lothar
Lothar
1 Jahr zuvor
Antwort auf  Thomas Stemmer

Das ist nicht der Fall. Es gibt Orthos, die ich selber in der Qualität und Größe aussuchen und auf die Festplatte laden kann. Damit ist man vom Streaming völlig unabhängig.

simmershome
simmershome
1 Jahr zuvor

Bekomme ich mindesten 1x mal am Tag und die zweite Meldung, connection lost, auch regelmäßig….obwohl mein Internetradio nicht ins stottern kommt, wenn die Meldung erscheint und ich 1000 Mbit Anbindung habe, die auch stabil anliegen

Thomas Stemmer
Thomas Stemmer
1 Jahr zuvor
Antwort auf  simmershome

Nun, wenn ich mir die Probleme von Teams for Business so ansehe (auch des öfteren Netzschwierigkeiten), erscheint es mir ein generelles Microsoftproblem zu sein ….

Powie
Powie
1 Jahr zuvor

Interessant. Und aus eigener Erfahrung: Ich mache beruflich Cloud Computing und baue genau solche Infrastrukturen auf wie sie hier auch für den FS zum Bsp. gebraucht werden. Ich kann da echt nur mit dem Kopf schütteln, da beckleckert sich weder Asobo mit Ruhm was sie da machen, und obendrauf haben sie doch MS mit Azure im Background.

Es klemmt wie oft an zwei Dingen: Ordentliches Monitoring, und ein Support der der ein offenes Ohr hat was die Kunden berichten.

Immerhin, die letzten Tage ist es erheblich besser geworden…..

Starlink User mit 250MBit 🙂

webcodr
webcodr
1 Jahr zuvor

„Gute Internetanbindung“ heißt eben nicht, dass man jeder Zeit in jedes Netzwerk eine gute Verbindung hat. Man bucht bei seinem ISP einen Tarif, sagen wir mal mit 250 Mbit/s. Kein ISP wird einem zu jeder Zeit die volle Bandbreite garantieren. Die verbindlichen Werte liegt meist bei etwa der Hälfte und erst wenn man darunter liegt, hat man Anspruch auf eine Entstörung.

Je nach Zugangstechnik ist man mehr oder weniger anfällig für Störungen bei der Verbindung zwischen dem Heimnetzwerk und dem ISP. Glasfaser und DSL sichern einem eine exklusive Leitung bis zu einem gewissen Punkt im Netzwerk des ISPs. Bei Kabel ist der Shared-Anteil deutlich erhöht, da man sich die verfügbare Bandbreite mit dem gesamten Segment teilt. Sind diese Segmente klein genug und gut ausgebaut, hat man an dieser Stele schon mal kein Problem. Dann gibt’s aber auch Läden wie Vodafone, die Segmente gerne überbuchen, weil sie sehr aggressiv Neukunden werben, aber mit dem Segmentausbau nicht hinterher kommen. In überbuchten Segmenten hat man gerade zu Stoßzeiten immer wieder Probleme mit Down- und Up-Links, eingeschränkten Bandbreiten, Verbindungsabbrüchen bzw. Packet Loss.

Klammert man diese Faktoren aus, passiert auch dahinter noch sehr viel, dass einem den Spaß im MSFS verhageln kann. Sobald die Verbindung aus dem Netz des ISPs herausgeht, ist man darauf angewiesen, dass der ISP gute Peerings in die anderen Netze hat, die an der Verbindung beteiligt sind. Peerings sind die Verbindungen in andere Netzwerke, die der ISP aktiv mit anderen Netzwerk-Betreibern aushandeln muss. Dazu gehören Rechenzentrumsbetreiber wie Microsoft, aber auch die großen Carrier wie Level3, die einen in andere Netze weiterverbinden. Dazu wird eine gewisse Bandbreite gebucht. Ist die erschöpft, hat man u.U. die gleichen Probleme wie die og. bei einer Überlastung eines Kabel-Segments. Teilweise setzen die ISPs aggressive Maßnahmen wie Traffic Shaping ein, d.h. man bekommt eine gewisse Bandbreite für die Verbindung, aber nicht mehr, um das Peering nicht zu überlasten.

Es kann bei überlasteten Peerings teils Monate dauern, bis mehr Bandbreite ausgehandelt wird. Mit VPNs lässt sich sowas teilweise umgehen, weil das Routing dabei durch andere Netzwerke und Peerings erfolgt, die dann hoffentlich weniger stark belastet sind und mehr Bandbreite bzw. eine stabilere Verbindung hergeben.

Letztendlich muss natürlich auch noch das Zielnetzwerk problemlos funktionieren, um die Verbindung problemlos zu bedienen.

TL;DR: das Internet ist ein ziemlich komplexes System und Fehlerquellen lauern an jeder Ecke. Da spielt es keine Rolle, welche Bandbreite gebucht wurde. Niemand kann in einem Verbund aus zig Millionen Netzwerken garantieren, dass alles einwandfrei zusammenarbeitet. Die Resourcen sind begrenzt und wenn sich’s an einer Stelle staut, kann das zig verschiedene Ursachen haben. Immer nur blind auf den ISP einzuhauen, ist daher unangebracht.

onlinetk
onlinetk
1 Jahr zuvor
Antwort auf  webcodr

Dann stelle ich Mal ne These auf:

Die Nutzerzahlen des MSFS sind zur VÖ eher mit nachlassenen Hype gesunken statt gestiegen, evt. stangiert. Die Probleme kommen jetzt erst dazu, also gibt es beim Thema Bandbreite und Vermittler zwei Szenarios:

1.: Microsoft hat die Bandbreite reduziert beim Vermittler

2.: Die ganzen Worldupdates sprengen die Bandbreite und Microsoft hat nicht frühzeitig gegen gesteuert

Gleiches gilt für Microsofts eigene Server Kapazitäten

Zum Thema Vodafone kann ich nur zustimmen, mein Nachbar hat die gleichen Probleme. Ich bei der Telekom absolut keine Probleme. Beim Thema Entstörung bei nur 50% der Bandbreite hatte ich sehr gute Erfahrungen mit der Telekom. Bei mir waren plötzlich nur noch 70% verfügbar, es kam nen Techniker zum Messen und fand ne Defekte Telefondose bei mir vor. Diese wurde selbst ohne Materialkosten von der Telekom kostenlos getauscht. Kann über den Verein nichts schlechtes sagen

webcodr
webcodr
1 Jahr zuvor
Antwort auf  onlinetk

Das sind Cloud-Systeme, die dynamisch je nach Last skalieren. Es werden also nur so viele Instanten hochgefahren, wie benötigt werden und wieder runtergefahren, falls die Last sinkt. Abseits von Problemen mit der Server-Software an sich, werden hier weder Microsoft, Asobo noch die Azure Cloud das Problem sein.

Du bezeichnest den Vermittler als Singular. Ich nehme an, Du beziehst Dich damit auf die Peerings in andere Netze. Wir reden hier nicht von einem. Die Azure Cloud hat wahrscheinlich dutzende oder sogar mehr Verbindungen in andere Netzwerke. Da läuft wesentlich mehr drauf als der MSFS. MS Office, Teams, Windows-Aktivierungssysteme und zig Cloud-Kunden. Die können es sich gar nicht leisten schlechte Peerings zu haben.

Peering-Engstellen sind eher die ISPs oder die Carrier, weniger die Rechenzentren-Betreiber. Und auch die Telekom ist in der Hinsicht ein Problemkind. Frag mal WoW-Spieler, wie lange die Probleme hatten, weil sich die Telekom standhaft weigerte ihre Peerings zu Telia auszubauen. Oder was sie teils heute noch mit kleineren Rechenzentrumsanbietern wie Hetzner abziehen. Nach dem Motto „du willst ein gutes Peering für Deine Server-Kunden zu uns, der Telekom? Gerne, aber nur wenn du zahlst, dass dir die Augen tränen.“ Von der Problematik mit DE-CIX und teils lustigen, völlig unnötigen Transatlantik-Routen der Telekom ganz zu schweigen …

Wenn also Asobo nicht gerade Probleme mit der Software oder der dynamischen Skalierung der Systeme hat, dürfte das Problem irgendwo zwischen einem selbst und der Azure Cloud liegen. Je nach ISP laufen die Verbindungen über andere Netze, teilweise können sogar Kunden des gleichen ISPs über unterschiedliche Routen zu Rechenzentren gelangen. Das ist meist regional abhängig, da die schnellste Route bevorzugt wird — das ist nicht immer die kürzeste. Je nach dem, wie viele Standorte es gibt und wo man sich befindet, kann man auch in anderen Rechenzentren landen. Genau daher können auch VPNs helfen, weil das Routing dann komplett anders läuft.

Bei Bandbreiten-Problemen ist die Telekom tatsächlich sehr kulant und ich hatte auch nie Gründe, mich über ihren Kundenservice zu beschweren. Ganz im Gegenteil. Davon könnten sich viele Anbieter mehrere große Scheiben abschneiden.

Bei Peerings sind sie dagegen knallharte Verhandlungspartner. Ich weiß nicht, wie lange Du schon Telekom-Kunde bist, aber z.B. vor einigen Jahren gab es mal massive Peering-Probleme zu Gartner, die u.a. Die Zeit und das europäische CDN der New York Times hosten. Über Monate waren beide Seiten zu Stoßzeiten kaum nutzbar.

Martin
Martin
1 Jahr zuvor
Antwort auf  onlinetk

Kann an dieser Stelle die Empfehlung für Telekom nur bestätigen. Und man darf eines nicht vergessen: Das gesamte, ehemalige Kabelnetz, ist unter Vodafone; und das gesamte DSL Netz unter Telekom, für beides deutschlandweit.

(Ehemaliges) Kabelnetz = theoretisch höhere Bandbreite und Geschwindigkeit, aber große Schwankungen was tatsächlich beim Endverbraucher nach der Steckdose ankommt.

DSL = auf dem Papier geringere Spitzenleistungen als Kabel, dafür deutlich konstanterer Output und weniger Schwankungen; und der Service für das DSL Netz soll insgesamt auch besser sein.

Und noch ein letzter aber sehr wichtiger Punkt: Deutschland hat in den letzten Jahren in Bezug auf Server-Kästen und Datenleitungen zwar aufgeholt im internationalen Vergleich, hinkt aber punkto flächendeckenden Ausbau noch immer hiinterher; d.h. hier liegen die Probleme zu einem großen Teil auch auf nationaler Ebene begründet, und nicht international.

Microsoft zBsp. für die verschlafenen Ausbau- und Mordenisierungsmöglichkeiten des deutschen Internets während der Merkel-Ära sicher nix dafür kann.

simmershome
simmershome
1 Jahr zuvor
Antwort auf  webcodr

Ich weiß zwar nicht bei welchem ISP Du bist, aber mehr als 10% Schwankung muss man nicht hinnehmen.

webcodr
webcodr
1 Jahr zuvor
Antwort auf  simmershome

Die Telekom scheint inzwischen mehr zu garantieren. Lt. dem Produktinformationsblatt des Tarifs MagentaZuhause XL (250 Mbit/s) garantieren sie inzwischen via VDSL mit Super Vectoring 175 Mbit/s als Minium. Im Upload ist es aber nach wie vor die Hälfte, also 20 statt 40 Mbit/s.

Vodafone garantiert für den GigaZuhause 1.000, also 1 Gbit/s, eine minimale Bandbreite von 600 Mbit/s. Auch das war früher weniger. Knapp über 500. Beim Upload sind es sogar nur 15 statt 50 Mbit/s.

Boris
Boris
1 Jahr zuvor
Antwort auf  webcodr

Das heißt doch letztendlich, dass das Konstrukt „Internet“ für eine Anwendung, die verhältnismäßig große Datenmengen in einem bestimmten Tempo zu einer hohen Anzahl von Usern bringen muss, nicht geeignet ist, oder?

Insofern wäre der ganze MSFS eine Fehlkonstruktion, die langfristig zum Scheitern verurteilt ist. Es sind ja keine bedauerlichen Einzelschicksale, sondern es ist doch wohl eine ziemlich große Anzahl von zahlenden Kunden betroffen…

Andererseits – wenn die gleichen User, die das „bandwidth“-Problem haben, gleichzeitig Netflix in 4K streamen können, muss es ja wohl an der MS’schen Architektur liegen, die hier begrenzt.

manuel
manuel
1 Jahr zuvor
Antwort auf  Boris

Da ich Simulation sehr umfassend betreibe (verschieden Racingtitel, WWI & II Flugsims, Trucksimulatoren, MS Flusis sowieso, etc…) bin ich doch immer wieder überrascht wie groß die Leidensbereitschaft und teils auch Naivität derer ist, die vorrangig Flugsimulatoren zu betreiben scheinen.

Hier vor allem die MSFS 2020 User, und zu FSX/P3D Zeiten war das auch schon nicht anders.

Diese Macken, Abstürze, CTD’s, Leistungseinbrüche auf Grund mangelnder Hardwware-Resourcenausnutzung, erlebe ich in anderen Simulatoren EINFACH NICHT, und das schon mehr als 10 Jahre.

Echt Leute, ihr habt viel zu viel Geduld und Nachsicht mit den Entwicklern, laßt euch viel zu leicht über den Tisch ziehen, was sicher auch einer Community geschuldet ist die großteils uneins zu sein scheint.

Motto: bei dir piepst es wohl im Oberstübchen, denn ich habe diese Probleme nicht. Und wenn ich diese Probleme nicht habe, dann ist es mir vollkommen wurscht was die anderen machen oder haben.

Dann auch noch diese enormen Hardware-Anforderungen (jetzt auch noch mit „Monster-Internet“), einfach weil das Ding grottig programmiert ist, und wenn man dann in den TM geht sieht man klar dass das Ding die moderne und teure Hardware gar nicht richtig ausnutzen kann.

Die ganze Misere dieses Programmieralbtraums des MS Flugsimulators zieht sich besonders seit Erscheinen des FSX (also 2006) – bald seit 20 Jahren – wie ein roter Faden durch den gesamten Werdegang dieses „Ungetüms“.

Andere Hersteller und Entwickler wären schon längst pleite und vergessen, wenn Sie sich die selben Marotten und immer gleichen „Ausflüchte“ erlauben würden wie die Programmierer und Enduser der MS Flusi-Serie (XPlane und P3D gehören für mich hier mithinein).

Ich höre schon wie es die Spatzen von den Dächern pfeifen: “ Aber das kann man doch nicht vergleichen; das Streaming, die „neuen“ Technologien, die bombastische Grafik, das brauch alles seine Zeit und „Reife“ bis es läuft…“ blablablabla 😎.

Da kann ich als Antwort nur sagen: gut, für euch wird sich nie was ändern. Denn ihr seid für Asobo/MS & Co die dankbarsten „Schafe“ die sich ein Hersteller nur wünschen kann – Hauptsache deren Geldspeicher klingelt weiterhin wie bei Dagobert Duck. Bei gleichzeitig geringstmöchligen Aufwand für Verbesserungen haben Sie natürlich auch eine höhere Rendite und danken es ihren Schafen nochmal 😁.

Und wer sich bereitwillig weiterhin wie eine Banane fühlen möchte die erst im eigenen Heim reif wird, hat eine Masochisten-Software wie den MSFS auch verdient. Prost Mahlzeit 😂 !

„Aber da ist doch diese unglaubliche Grafik, soooo schön, dafür leidet man doch gerne“, pfeifen sicher andere Spatzen von den Dächern.

Hey, sorry Leute, ihr habt einfach total den Anschluß verpasst und euch jahrelang von euren Entwicklern verarschen lassen.

Denn wenn ich zB. das Forza Horizon 4 von 2018 hernehme, dann sieht man dort eine Grafik einschließlich Wolken, Regen und Wettereffekten die sich vor dem was der MSFS heute liefert ÜBERHAUPT NICH VERSTECKEN MUSS – und in diesem Vergleich habe ich nicht einmal das aktuellen Forza Horizon 5 heran gezogen.

Zum Glück habe ich eine große Auswahl. Ärgern gibts bei mir nicht. Wenn ein Teil nicht funktioniert dann einfach aus machen und einen anderen Sim anwerfen.

Philipp
Philipp
1 Jahr zuvor

Die Frage, die sich mir stellt, wieso muss hier der ganze Sim gleich pausiert werden und man muss „ok“ drücken. Das ist totaler Blödsinn, wenn eh keine andere Option besteht.
Technisch wäre es locker möglich, das ganze im Hintergrund laufen zu lassen, wo auch selbst eine Verbindung wieder hergestellt werden könnte, sobald das „Problem“ wieder vorüber ist. Eine KLEINE Meldung diesbezüglich am linken (oder rechten) oberen Rand wäre da völlig ausreichend.

Eckehard
Eckehard
1 Jahr zuvor
Antwort auf  Philipp

Völlig richtig!
Das absolut mindeste was man zudem erwarten kann ist, dass der Sim wenigstens nicht crasht, wenn man die Daten wieder anschaltet.

Micha
Micha
1 Jahr zuvor

Absolut korrekt Julius 👍
Im Grunde genommen ein Armutszeugnis für MS. Die Perfektion des „leider geilen“ MSFS2020 sieht/spürt man ja alleine schon daran wie schwer sich hochwertige Hardware mit dem Sim im Vergleich zu anderen wirklich sehr guten Simulationsspielen tut. Dieser Flaschenhals alles über einen komplett überlasteten Kern der CPU laufen zu lassen… 🫣
Aber hey MS, dann bietet halt eine monatliches/jährliches Abo an, mit dem der User die „notwendige“ Bandbreite ohne Einschränkungen bekommt. Ich hab diese Rückler, Abbrüche, etc einfach nur noch satt.
Grüße 🖖

christian klingbeil
christian klingbeil
1 Jahr zuvor
Antwort auf  Micha

ich hab bislang nur ein kostenpflichtiges Add-on, die Fenix 320. Zu 90% nach wie vor völlig störungsfrei mit P3d 4.5 und über 200 Add-ons störungsfrei unterwegs. Wenn ich jetzt auch noch für störungsfreie Nutzng zusätzlich zahlen soll: Tschüsseli MSFS. Der Schaden hält sich dann ja in Grenzen. Hier werde ich definitiv nicht in nächster Zeit weiter investieren.

Da sollten sich die Entwickler auch einmal an ASOBO und MS wenden.

onlinetk
onlinetk
1 Jahr zuvor

@Julius
Ich weiß ja wie du es meinst, allerdings wird die Meldung „Du bist Schuld“ eher daraus resultieren das Asobo keine Fehlermeldung differenziert hat wo der Bandbreitenfehler liegt. Es wird schlicht keine Meldung „unser Rechenzentrum boykottiert deine IP“ geben. Für den Sim steht nur fest keine Bandbreite, wo der Flaschenhals liegt wird der Sim nicht differenzieren können.

Ich fliege ja selten, aber außer hin und wieder Mal für 3sec hatte ich das noch nicht bzw hatte ich immer die Meldung das die Verbindung komplett weg ist, war aber vor SU10 schon so

Boris
Boris
1 Jahr zuvor

Tja. Matze hat’s wohl auf den Punkt gebracht. Die Meldung müsste eigentlich lauten „The bandwidth we have reserved for you is too low“. Heißt auf deutsch: Willst du mehr, musst du bald dafür löhnen.

Oder die MS’sche Archiktektur ist wirklich zu schwachbüstig.

In beiden Fällen kann man vermutlich lange darauf warten, dass Asobo sich offiziell dazu äußert, und wenn die Meldung an der Decke der To-Do-Liste plattgedrückt wird.

Am Ende kehren wir alle wieder reumütig zu LM zurück 😀

RandyESB25
RandyESB25
1 Jahr zuvor

Ich finde es etwas übertrieben, das als Vorwurf aufzufassen und sich von so einer blöden Fehlermeldung ärgern zu lassen.
Auch wenn sie sicher nicht toll formuliert ist 😌

Frustrierend ist das Thema aber trotzdem. Ich habe ja nach wie vor die Meldung nicht ein einziges Mal gehabt. 🤷🏻

Markus
Markus
1 Jahr zuvor

Ich kann ja Julius Unmut verstehen, denn es kann was sein, es kann ja technische Probleme geben aber das was einfach ungut ist, dass es keine Reaktion gibt. Man könnte ja seitens MS zumindest antworten, ggf gibt es ja schon Ideen woran es liegen mag, Zumal ja nicht alle betroffen sind. Ich bin auch so ein Glücklicher der noch keine solchen Meldungen hatte.

Aber wie gesagt, zumindest eine Reaktion wäre angebracht.

Grüße Markus

Martin
Martin
1 Jahr zuvor

Enfach nur meinen großen Dank an alle die an dieser Diskussion bisher teilgenommen haben; natürlich auch an Julius unseren Hobby-Schreiberling .❤

Für mich einer der interessantesten und besten Artikel einschließlich der zahlreichen Kommentare der letzten Jahre.

Danke 👍

Martin
Martin
1 Jahr zuvor
Antwort auf  Martin

…ich vergaß vorhin und zum Artikel von Julius, der schrieb:

Apollo 13 war eine Sonntagsfahrt gegen das Troubleshooting, das wir Simulator-Masochisten in den letzten 30 Jahren durchgemacht haben.

Ja, ja und nochmal ja: aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich das man in der Tat einen gewissen Hang zum Masochismus haben muß, wenn man dieses Hobby betreibt. Oder zumindest zu einer Sturköpfigkeit und Ausdauer, die einen auch den Mount Everest ohne Sauerstoff besteigen ließe, so man Extrembergsteigen als Hobby gewählt hätte.

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