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Microsoft Flight Simulator 2024
Microsoft Flight Simulator 2024

Nach einer spürbaren Pause bei den Development Streams hat sich Microsoft Flight Simulator gestern mit fast zwei Stunden Programm zurückgemeldet. Vor der Kamera saß er erneut mit Sebastian Wloch und Martial Bossard, flankiert von Community Managerin Jane – die ja auch in Lelystad am Start war. Und weil man offenbar vermeiden wollte, dass irgendjemand nach zehn Minuten schon wieder in den Feierabend entgleitet, hatten die Entwickler gleich einen ganzen Sack an Themen dabei: Sim Update 5, Wetter, Helikopterphysik, Career Mode, Marketplace, Australia-Update und gleich zwei neue Flugzeug-Highlights.

Die kleine Sendepause bei den Dev Streams wurde im Stream selbst übrigens direkt erklärt. Rund um Sim Update 4, den PS5-Launch, das Stranger-Things-DLC, die Feiertage und den FSWeekend-Termin sei schlicht sehr viel gleichzeitig passiert. Anders gesagt: Es war nicht Funkstille aus Konzept, sondern aus Arbeitsrealität. Das ist in einer Branche, in der gerne jede Woche irgendwo ein „bald“ in die Welt gesetzt wird, fast schon angenehm unprätentiös.

Inhaltlich war der Stream dann vor allem eines: randvoll.

Im Rückblick verwies Neumann zunächst auf die vergangenen Monate. Sim Update 4 habe bei Stabilität und Performance deutliche Fortschritte gebracht. Am selben Tag erfolgte der PS5-Start von Microsoft Flight Simulator, der laut Microsoft überraschend viele neue Nutzer ins Hobby gebracht habe. Kurz darauf folgte das kostenlose Stranger-Things-DLC mit Hawkins als Szenerie, Bell UH-1 und passenden Missionen. Danach kam mit City Update 13 Kalifornien an die Reihe, flankiert vom Blackbird Talon. Außerdem wurde mit der A400M ein 2024-Launch-Flugzeug auch für den MSFS 2020 nachgereicht. Für den Vorgänger gab es mit Sim Update 16.1 zudem noch einmal einen klaren Fokus auf Stabilität und Performance.

Spannender als der Rückspiegel war aber naturgemäß der Blick nach vorn. Sim Update 5 steht laut den Entwicklern unmittelbar bevor und soll, wenn die letzten verbliebenen Must-fix-Bugs aus dem Weg geräumt sind, bereits kommende Woche erscheinen. Veröffentlicht wird das Update auf PC, Xbox und PS5 gleichzeitig. Auf Sonys Konsole bringt es außerdem den Support für PSVR2 mit. Wer also auf der Couch künftig in VR durch den Pattern schweben möchte, bekommt bald grünes Licht.

Inhaltlich setzt SU5 den Kurs fort, den das Team im Stream mehrfach betonte: weniger große Versprechen, mehr Aufräumen. Neumann sprach recht unverblümt von einem fortgesetzten Polishing-Jahr. Der Fokus liege weiterhin auf Stabilität, Fehlerbereinigung, Marketplace-Verbesserungen und besseren Tools für Drittentwickler. Der Begriff „Zero Bug Initiative“ fiel ebenfalls – natürlich in dem Bewusstsein, dass ein Simulator dieser Größe niemals wirklich bugfrei sein wird. Aber die Richtung ist klar: weniger Baustelle, mehr Feinschliff.

Technisch bringt Sim Update 5 unter anderem weitere Optimierungen an der Thread-Verteilung und am Renderer. Besonders bei leistungshungrigen Flugzeugen sollen sich daraus Vorteile ergeben. Gleichzeitig wird die Oberfläche an mehreren Stellen überarbeitet. Die Grafikoptionen werden neu strukturiert, verschiedene Simulations- und Wettervisualisierungen sinnvoller gebündelt und einzelne Menüs aufgeräumt. Das klingt nicht nach Glamour, ist im Alltag aber oft mehr wert als der nächste Hochglanz-Trailer.

Sebastian Wloch ging darüber hinaus recht ausführlich auf Strömungs- und Wettereffekte ein. Die Visualisierung von CFD, Thermik und Wake Turbulence wird überarbeitet und farblich besser lesbar. Interessant ist das nicht nur für Entwickler und Debugger, sondern auch für Simmer, die nachvollziehen wollen, was das Flugmodell gerade eigentlich tut. Vor allem bei Hubschraubern soll SU5 einige wichtige Korrekturen bringen, etwa beim Ground Effect über unregelmäßigen Flächen und Gebäuden. Auch thermische Effekte in Wolken werden genauer simuliert. Wer bisher durch Wolken flog und sich fragte, warum sich manches eher nach Tapete als nach Atmosphäre anfühlt, dürfte hier genauer hinschauen wollen.

Ebenfalls relevant: Das Wetterradar wird weiter ausgebaut und unterstützt nun Tilt. Die Radarstrahlen sollen sich besser an der tatsächlichen Ausrichtung des Flugzeugs orientieren und künftig noch flexibler konfigurierbar werden. Beim Live-Wetter blieb das Team allerdings realistisch. Man arbeite mit Wettermodellen und Vorhersagedaten, nicht mit einem globalen Netz aus Sensoren im Minutentakt. Mit anderen Worten: Es bleibt eine Annäherung an die Realität, nicht deren pixelgenauer Zwilling.

Auch beim Standard-ATC und KI-Verkehr soll es Fortschritte geben. Bossard sprach unter anderem von verkürzten Wartezeiten bei vollen Frequenzen, verbessertem Bodenverhalten des AI-Traffics und besserem Model Matching, insbesondere bei Rotorcraft. Gerade Letzteres dürfte jene freuen, die bislang im Zweifel eher Flugzeuge mit Hubschrauberambitionen gesehen haben als tatsächliche Helikopterdarstellung.

Ein größeres Thema war auch der Career Mode. Die Entwickler unterstrichen, dass dieser weiterhin hohe Priorität genießt. Mit Sim Update 5 sollen die bislang fehlenden Spezialisierungen freigeschaltet werden – darunter die Klassen oberhalb von Heavy sowie VTOL. Wer also darauf gewartet hat, im Karriere-Modus endlich nicht mehr an künstlichen Hürden hängen zu bleiben, dürfte mit SU5 ein gutes Stück weiterkommen. Weniger erfreulich: Ein Livery-Wechsel im Career Mode ist weiterhin nicht verfügbar und wurde zugunsten dringenderer Baustellen zurückgestellt. Bush Trips sollen dafür perspektivisch wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen, voraussichtlich ab Sim Update 7.

Sehr konkret wurde Microsoft beim Jahresfahrplan. 2026 soll, so Neumann, ein „kick-ass year for digital aviation“ werden – was in Microsoft-Sprache ungefähr der Moment ist, in dem man sich sowohl freuen als auch vorsichtig einen Kalender zücken darf. Geplant sind fünf City Updates, drei World Updates, drei Sim Updates für MSFS 2024 und ein weiteres für MSFS 2020. Dazu kommen ein Famous Flyer, vier Local Legends, zwei Expert Series-Flugzeuge, ein neues Basisflugzeug und die Rückkehr der AAUs, also Aircraft & Avionics Updates. Drei davon sollen noch in diesem Jahr erscheinen. Der erste Schwung kommt gemeinsam mit Sim Update 5 und konzentriert sich zunächst auf Payware-Maschinen aus der Aviator Edition, die nun echte 2024-native Upgrades erhalten.

Passend dazu zeigte Microsoft eine ganze Reihe konkreter Flugzeugprojekte. Besonders prominent war der Embraer Praetor 600 von Working Title. Was Matt Nischan dazu präsentierte, klang eher nach Systemsimulation auf Ingenieursniveau als nach klassischem Default-Flieger mit hübscher Außenhaut. Komplett simulierte Elektrik bis auf Circuit-Breaker-Ebene, detaillierte Hydraulik, tief modellierte Turbinensimulation, echtes IRS-Verhalten, komplexe Avionik-Architektur und sogar RF-Propagation bei Funknavigationssignalen – kurz: Der Praetor 600 wird offenbar nicht das Flugzeug für Leute, die beim Cold and Dark zuerst nach dem „Auto Start“-Button suchen.

Dazu kam als zweite große Überraschung die Expert Series 3: die Piper M600 von FSReborn. Raul meldete sich persönlich zu Wort und machte dabei keinen Hehl daraus, dass die Maschine eher etwas für Simmer mit Hang zum gepflegten Maschinenverständnis werden soll. Auch hier sind tief simulierte Systeme, Circuit Breaker, Zustands- und Verschleißlogik sowie eine enge Zusammenarbeit mit Working Title beim G3000 vorgesehen. Die geplante Veröffentlichung peilt Juni beziehungsweise das Umfeld der FSExpo an.

Für Freunde globaler Inhalte gab es außerdem die offizielle Vorstellung von World Update 21: Australien. Das Update erscheint am 5. Mai und bringt 30 neue oder überarbeitete Regionen, sechs handgefertigte Flughäfen, 20 neue POIs sowie zusätzliche Aktivitäten. Ergänzt wird das Ganze durch die Local Legend 24, die CAC Boomerang – Australiens einziges im Land entwickeltes und gebautes Kampfflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Wer bei Australien sofort an Busch, Küste und Outback denkt, darf sich also auf reichlich neues Futter freuen. Übrigens: Mit AAU4 soll auch die ATR im MSFS24 fliegbar wreden.

Auch beim Marketplace bewegt sich etwas. Für SU5 angekündigt sind eine überarbeitete Startseite, besser kuratierte Empfehlungsbereiche und neue Komfortfunktionen. Besonders interessant: Das Verschenken von Add-ons an Freunde wird eingeführt. Dazu kommt der PS5-Marktplatz für Drittanbieter-Inhalte, allerdings in kuratierter Form. Sony will Produkte dort nur freigeben, wenn sie qualitative und technische Kriterien erfüllen. Das klingt zunächst restriktiv, ist aber angesichts der Plattformgrenzen und Performance-Anforderungen nur logisch. Anders gesagt: Lieber weniger Add-ons auf PS5 als eine Konsole, die sich beim Anflug auf einen überambitionierten Flughafen in den Feierabend verabschiedet.

Und unser cruiselevel-Take des Streams? Alles beim Alten eigentlich: Und es ist Musik drin. Unterm Strich war dieser Stream genau das, was sich viele nach der Pause erhofft hatten: keine bloße Wohlfühlrunde, sondern ein ziemlich dichter Lagebericht zum aktuellen Stand des Simulators. Nicht jede Baustelle ist gelöst, nicht jede Community-Forderung rutscht sofort auf Platz eins, und manches – etwa World Hub, Double Jetways oder Teile des UI-Umbaus – bleibt weiterhin im Wartebereich. Aber der Stream hat recht klar gezeigt, wohin die Reise gehen soll: weniger große Luftsprünge, mehr Substanz im Detail – und neuer Content am Horizont.

So – und weil mein kleines Textchen eh nicht alles abdecken kann, hier nochmal der komplette Stream auf YouTube: Viel Spaß beim Nachschauen!

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LederhosenCharly
LederhosenCharly
2 Tage zuvor

Sehr schöne Zusammenfassung, Danke Julius. Ich wurde durch den kleinen Sohnemann abgehalten den stream zu sehen, perfekt jetzt in der Bahn zum nachlesen ✌️👍

Philipp Raffreider
Philipp Raffreider
2 Tage zuvor

Hallo,

Dazu kommen ein Famous Flyer, vier Local Legends, zwei Expert Series-Flugzeuge, ein neues Basisflugzeug…“ Sind diese Flugzeuge in der Aviator Edition enthalten, sprich bekomme ich diese FLugzeuge kostenlos, wenn ich die Aviator Edition habe?

Danke und LG

LederhosenCharly
LederhosenCharly
2 Tage zuvor
Antwort auf  Philipp Raffreider

Nein das war doch davor bei bereits releasten Flugzeugen auch nicht so!

Christian
Christian
1 Tag zuvor
Antwort auf  LederhosenCharly

Hä, ich habe auch die Aviator Version und war schon beim letzten local legend sehr verwundert. Das heißt, bei den Aviator local legends, welche ja noch den Stand msfs 2020 haben bleibts bei der Version, während die 2024er Version extra gekauft werden muss? So geht man aber nicht mit Aviator Kunden um!

Michael S.
Michael S.
2 Tage zuvor

Schöne Zusammenfassung. Ein „Arbeits“ Stream, viel an dem sie arbeiten. Der ganz große „WOW“ Effekt ist vielleicht ausgeblieben, aber ich finde es gut dass sie so viele World Updates und Sim Updates planen.

Ich glaube Ende 2026 ist der MSFS 2024 definitiv viel besser als sein Ruf. Ich hoffe nur dass zukünftige Updates keine Kompatibilitätsprobleme für die Add On Flieger bedeuten.

Interessant fand ich auch die durchaus ehrliche zwischen den Zeilen Kritik an so manchem Entwickler, mit dem man nicht mehr zusammenarbeitet, und die hier und da klaren Priorisierungen (zB Payware vor Standardflieger). Das fand ich sehr ehrlich und sehr direkt.

Bis der Career Mode eine wirklich runde Sache wird, dürfte es aber noch dauern.

Insgesamt war mein Eindruck, sie arbeiten gut und kontinuierlich, aber ganz große Begeisterung sieht bei mir anders aus. Aber manchmal ist weniger mehr.

Franz
Franz
2 Tage zuvor
Antwort auf  Michael S.

premium deluxe flieger sind aber auch payware. falls das gemeint war. und die werden teilweise extrem vernachlässigt. ich hab mitgenommen dass die Verantwortung f+r die Pflege der Premium Deluxe flieger viel mehr bei den Studios ist als bei MS. also INI, Carenado etc. und die machens halt nicht bzw viel zu wenig.

Steven
Steven
1 Tag zuvor
Antwort auf  Franz

Ist auch einer meiner Kritikpunkte. Wobei sich Asobo da nicht ganz aus der Verantwortung stehlen kann, schließlich sind sie die Einkäufer für die Flieger in ihre Premium Produkte gewesen. Wenn sie INI und Carenado vertraglich nicht dazu verpflichtet haben Produktpflege zu betreiben, dann ist das ein Versäumnis auf Seiten Asobos.

Dennoch dürfte man auch erwarten können, dass diese Entwickler ein gewisses Eigeninteresse und Anspruch an ihre Produkte haben und diese dann auch so pflegen. Beziehe mich hierbei insbesondere auf den A330 und die Saab340.

GiesingSimPilot
GiesingSimPilot
13 Stunden zuvor
Antwort auf  Michael S.

Im InIForum gab es bereits offizielle Kommentare, dass man für viele Themen auf Aufträge von MS/Asobo wartet! Dies betrifft insbesondere die Öffnung einer Schnittstelle für WinCtrl aber auch Bugfixing usw. 😅

Iridiones922
Iridiones922
1 Tag zuvor

Und was ist mit denn kroatischen sataliten Texture die mehr verschwommen ist als scharf? Warum geht man das große Problem nicht an? Ist sehr enttäuschend das man nicht wirklich an denn wichtigen Dingen erstmal arbeitet

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