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Wir berichten darüber.

Es gibt sind bestimmt nicht wenige, die heute beim Release der BlackSquare TBM 850 direkt zugeschlagen haben. Einer davon ist cruiselevel-Leser Jannik, der die TBM für euch in einem Gastbeitrag schon einmal angesehen hat. Hält die Maschiene was sie verspricht?

Lange nicht mehr habe ich mich so auf ein Add-on gefreut wie auf die TBM 850 von BlackSquare. IFR-fähig, schnell und für unbefestigte Pisten zugelassen, besser geht es doch gar nicht! Das ganze noch in der üblichen Qualität und es kann nichts mehr schiefgehen.

Umso größer war meine Freude, als ich hörte, dass die TBM am fünften Oktober kommen soll. Heute war dann der Tag gekommen, und ich griff sofort zu.
Ich möchte euch jetzt an meinen ersten Gedanken und Erfahrungen Teil haben lassen.

Visuals

Entgegen der bisherigen Produkte von BlackSquare, die Teil der “Analog Cockpit”-Reihe waren, basiert die TBM850 nicht auf einem Standardflugzeug des Microsoft Flight Simulator. Das Außenmodell ist komplett von BlackSquare entwickelt worden und glänzt, genau wie die Systeme. Jedes noch so kleine Detail ist umgesetzt, jede Schraube, jedes Decal, alles ist vorhanden und sieht extrem gut aus. Da das Modell ein eigenes ist, sind dieses Mal auch die Türen und Gepäckraumklappen zu öffnen. Ein schönes Detail ist außerdem, dass man die Engine Cowlings öffnen kann. Mehr dazu später.

Die TBM glänzt mit ihrem Außenmodell, das vom Blacksquare komplett neu erstellt wurde

 Im Inneren setzt sich das Ganze fort, alles ist extrem detailliert und die Stimmung ist insgesamt sehr passend. Das Cockpit sieht nicht unbedingt abgenutzt aus, aber eben so als wenn das Flugzeug regelmäßig im Einsatz wäre.

Das Hauptinstrumentenbrett der TBM. Auf den Displays sind Fingerabdrücke der Piloten zu erkennen.

Auch die nicht ganz so wichtigen Teile des Innenraums sind sehr gut umgesetzt. Die Sicherungen befinden sich auf der rechten Seite des Cockpits und sehen sehr gut aus. Wichtig ist dabei, dass sie alle an ihren entsprechenden elektrischen Schaltkreis gebunden sind und durchaus heraus poppen können. Man sollte sie also vor jedem Flug genau kontrollieren!

Die Kabine sieht ebenfalls sehr gelungen aus. Da es im Flugzeug kein Tablet gibt, müssen die Türen direkt durch einen Klickspot geöffnet werden. Ebenfalls in der Kabine befindet sich ein Schlüssel, mit dem sich die Frachttür öffnen lässt.

Die luxuriöse Kabine der TBM850. Auf der Armlehne des linken Sitzes befindet sich der Schlüssel für die Gepäcktür.
Systeme

Wie schon erwähnt, in der TBM ist jeder elektrische Schaltkreis simuliert. Jeder Stromverbraucher hat Auswirkungen auf das elektrische System. Ein besonderes Feature ist, dass die Lichter je nach Stromverbrauch dunkler werden. Wie in allen BlackSquare-Add-ons können über den Wetterradar-Bildschirm über 100 Failures manuell aktiviert werden, oder man kann zufällige Fehler nach verschiedenen Wahrscheinlichkeiten einstellen. Ansonsten möchte ich gar nicht viel Zeit in diesen Teil investieren, denn es gibt nicht viel zu sagen. Alles ist simuliert, alles funktioniert wie es soll. Auch wenn ich kein Fan des Begriffes bin, könnte man die TBM also definitiv als “Study Level” bezeichnen.

Sound

Der Sound ist leider etwas enttäuschend, er basiert nämlich auf der Standard TBM 930. Die Turbine hört sich zwar nicht schlecht an, aber es ist einfach nicht das, was man mittlerweile von anderen Entwicklern gewohnt ist. Die Sounds der Schalter sind insgesamt stimmig, mir ist aber eine Sache aufgefallen: Die Treppe an der Pilotentür hat den Sound eines Schalters. An einem Punkt während der Animation hört man einen kurzen Klick, das war’s. Es ist zwar meckern auf hohem Niveau, trotzdem finde ich man sollte es ansprechen.

Erster Testflug

Für meinen ersten Flug habe ich die Maschine nach St.Gallen-Altenrhein (LSZR) gestellt. Den Start-up habe ich nach den In-Game-Checklisten abgearbeitet, was sehr gut funktioniert hat. Obwohl ich mir das Handbuch der TBM durchgelesen habe, brauchte ich teilweise ziemlich lange, um manche Schalter zu finden. Dabei war mir die Checkliste eine große Hilfe, denn man kann mit ihr die Position aller Schalter visualisieren, was von BlackSquare sehr schön umgesetzt wurde. Nachdem das Triebwerk endlich gelaufen war, ging es Richtung Piste. Schnell fällt auf, dass die Entwickler mit den Schubhebelpositionen gespielt haben.

In echt ist der Schubhebel der TBM in drei Bereiche aufgeteilt: “Power”, “Taxi” und “Reverse”. Im Taxi Bereich befindet sich der Propeller in der Beta Range, welche im MSFS leider nicht simuliert ist. Um beim Rollen nicht zu schnell zu werden, muss man in den meisten Turboprops im Simulator die Schubumkehr benutzen, was unrealistisch ist. In echt wird nämlich meistens in der Beta Range gerollt.

BlackSquare hat versucht das ganze umzusetzen, in dem die Idle Position des physischen Schubhebels dem Detend zwischen “Taxi” und “Reverse” entspricht. Das heißt, um den Schub auf Idle zu setzen, muss der eigene Schubhebel ein ganzes Stück nach vorne geschoben werden. Das ganze System ist gewöhnungsbedürftig, und wenn ich ehrlich bin: Ich mag es nicht.

Mal schauen, wie es nach einigen Flügen mehr aussieht. Nach dem Rollen ging es an den Takeoff. Der verlief ereignislos und ohne Probleme. Die Rotation hat sich sehr angenehm angefühlt, die Nase machte keinen Sprung nach oben, sondern hob langsam vom Boden ab. Nach dem Einfahren des Fahrwerks fuhr ich relativ schnell die Klappen ein, dabei war ein deutliches Absenken der Nase zu bemerken. Ob dies realistisch ist, weiß ich nicht, aber ich gehe davon aus und es ist toll, dass wir es so simuliert haben.

 Nach etwas Zeit in der Luft frage ich mich, wohin ich denn überhaupt will. Ich habe mir vorher keine Gedanken gemacht, sondern habe mich einfach auf den Apron gestellt. Ich entschied mich dazu, zum Flugplatz Mengen (EDTM) in Oberschwaben zu fliegen. Kurz den Direct im GTN750 eingegeben, den Autopilot aktiviert und- siehe da, das Flugzeug macht genau, das, was es soll.

Die TBM850 kann optional mit verschiedenen GPS-Systemen ausgerüstet werden, darunter das GTN750 von TDS.

Nach einigen Minuten fand ich mich schon im Anflug auf Mengen. Einen wirklichen Descent gab es nicht, da ich in gerade einmal 5000ft geflogen war. In Mengen gibt es kein ILS, lediglich einen RNAV-Anflug.

Den wählte ich im GPS aus, aktiviert den Approach Mode des Autopiloten und dieser flog das vertikale Profil ohne Probleme ab. Nachdem ich das Fahrwerk und die Klappen ausgefahren hatte, stellte sich mir ein Problem. In der In-Game-Checkliste stand keine Anfluggeschwindigkeit. Bis jetzt habe ich auch keine im Handbuch gefunden, weshalb ich einfach raten musste.

Da es ein VFR-Flug war konnte ich die PAPI-Lichter ignorieren. 😉

Die Landung verlief ohne Probleme, das Abfangen fühlte sich sehr gut an, so ein Auf- und Ab wie bei der Standard TBM930 gibt es hier nicht. Auch die Bremskraft der Schubumkehr fühlt sich im Vergleich zur TBM930 deutlich realistischer an.

Beim Rollen nach der Landung fiel mir ein nettes Feature auf. Während sie sich am Boden bewegt, schwankt das Flugzeug sanft auf und ab. Das gefällt mir, leider sind mir außer der TBM nur die SimWorkStudios Flieger bekannt, die einen solchen Effekt umgesetzt haben.

Die TBM nach der Landung an der Parkposition in Mengen
Das sehr detaillierte PT-6 Triebwerk der Blacksquare TBM850. Wenn die Klappen geschlossen sind, wird das Modell nicht geladen, was Performance schonen soll.
Fazit

Mit ihrer Umsetzung der TBM850 hat BlackSquare mal wieder ein großartiges Produkt geliefert. Neben den extrem realistischen Systemen bietet die TBM auch ein hoch detailliertes Außenmodel mit öffnenden Türen, Gepäckluken und Triebwerksverkleidungen. Egal ob man einfach nur eine Runde von A nach B fliegen will, oder sich der ultimativen Herausforderung stellen will, die Blacksquare TBM850 ist für jeden, der eine Mischung aus analogen Instrumenten und moderner Avionik mag, das perfekte Flugzeug!

Ein großes Dankeschön an Jannik Stein für diesen Beitrag!!!

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9 Kommentare
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Stefan
Stefan
1 Monat zuvor

Bei mir erweckt die digitale Anzeige vom Höhenmesser leider nicht zum Leben.
Weiss jemand, wie man das fixen könnte?
Danke 🙂

Soho
Soho
1 Monat zuvor
Antwort auf  Stefan

Hast du mal die Keybindings deines Joysticks oder Throttles geprüft, dass da nicht der Avionikhauptschalter belegt und ausgeschaltet ist?

Christoph
Christoph
1 Monat zuvor
Antwort auf  Soho

Das war es bei mir, danke für den Tipp! Auf meinem Bravo war noch der Avionik Schalter belegt:/ Hatte ich übersehen…

Christoph
Christoph
1 Monat zuvor
Antwort auf  Stefan

Hatte tatsächlich auch das Problem. Die linke Innentemperaturanzeige hat dann auch nicht funktioniert. Bin nochmal in das Hauptmenü zurück und habe die Lackierung geändert und nochmal reingeladen, dann ging alles…

Eike
1 Monat zuvor

Nicht auf dem lvl der Hotstart xp Umsetzung aber auch nur halb so teuer. Definitiv einer der besseren Flieger

psychedelic_tortilla
psychedelic_tortilla
1 Monat zuvor
Antwort auf  Eike

Ganz ehrlich, was Toto und HotStart machen kann 1) der MSFS nicht und 2) einfach auch kein anderer Entwickler nicht. Toto ist ein absoluter Rockstar, das kann man von anderen auch einfach nicht erwarten, HotStart als Messlatte anzulegen.

Bam
Bam
1 Monat zuvor

a2a?!

NicoHB
NicoHB
1 Monat zuvor

Stimmt ! Da ist für die TBM ja auch ein fettes XP12 Update in Arbeit, dann dann hat sich der Kauf hier eh erledigt.

trackback

[…] Version von Amsterdam (EHAM) für den Microsoft Flight Simulator erschienen. Und wie schon bei der TBM hat sich cruiselevel-Mitglied Jannik die Szenerie sofort angesehen. Seinen ersten Eindruck könnt […]

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