
Manchmal muss man ein Update erst mal mit einer Entschuldigung einleiten, und Nick Cyganski tut das gewohnt ehrlich: Die Projekte wachsen an Komplexität, und wer möglichst nah am Original bleiben will, verbringt eben auch mal Wochen in echten Cockpits statt am Rechner. Ergebnis: Es hat wieder gedauert. Ergebnis Nummer zwei: Es hat sich gelohnt.
Twin Commander: Wenn zwei Flugzeuge sich nur die Zelle teilen
Die Turbo Commander 690B und ihr kolbengetriebenes Pendant, die Aero Commander 685, teilen sich zwar die Zelle, fliegen sich laut Cyganski aber fundamental unterschiedlich. So unterschiedlich, dass er nach eigener Aussage die Komplexität des Projekts zunächst gründlich unterschätzt hat – bis eine Einladung nach Arizona kam.

Dort hat ihn Tim von Flying Wild AZ (sehenswerter YouTube-Kanal für alle, die noch nie eine TC690 von innen gesehen haben) einen ganzen Tag lang durchs System geschleust: Audioaufnahmen, Referenzfotos, System-Deep-Dive, und zum Sonnenuntergang noch ein bisschen Flugzeit. Cyganski beschreibt unter anderem die hydraulische Bugradsteuerung, die per Fußspitzen bedient wird – „fast meditativ“, wie er es nennt, was vermutlich eine höfliche Umschreibung für „gewöhnungsbedürftig“ ist. Trotz der knapp zwei Meter hohen Fahrwerksbeine soll die Landung überraschend sanft ausfallen, was an der tiefen Sitzposition liegt.

Technisch spannend: Die TC690 ist Cyganskis erstes Flugzeug mit TPE331-Getriebe-Turboprops statt der sonst üblichen PT6 – inklusive Demonstration des Negative Torque System (NTS) im Flug und manuellem Enteisen äh, Entfeatherns der Propeller vor dem Start. Die AC685 wiederum bekommt die GTSIO-520-F, mit 435 PS pro Motor einer der stärksten Boxermotoren, die je in einem zivilen Serienflugzeug verbaut wurden – bei über 50 Gallonen Sprit pro Stunde und Motor beim Start. Redline liegt bei 3400 RPM (Getriebeuntersetzung 0,667:1), maximaler Ladedruck bei 44,5 inHg.

Neu ist außerdem, dass die Twin Commanders Black Squares erstes Flugzeug mit professionell modelliertem und texturiertem Außenmodell sind – die Instrumententafeln und Avionik hat Cyganski aber bewusst selbst gebaut, um die Konsistenz zu seinen anderen Mustern zu wahren.




Commander 114: Der kleine Bruder mit großem Gedächtnis
Bevor die Twin Commanders fertig sind, kommt erstmal die Black Square Commander 114 – und die hat einiges im Gepäck. Cyganski ist eigens einen 1978er turbonormalisierten 114er geflogen, exakt das Modelljahr, das simuliert wird.

Highlight ist ein neues State-Saving-System, das ursprünglich für die Twin Commander entwickelt wurde und kurzerhand auch in die 114 gewandert ist. Zahlen gefällig? 445 gespeicherte Parameter bei den Twin Commanders (inklusive Fehlerzustände), 220 bei der 114. Über drei Schalter auf dem Tablet lässt sich der gewünschte Persistenzgrad einstellen, das System erkennt dabei die Flugphase, damit man nicht plötzlich mit kaltem Triebwerk in der Luft aufwacht, obwohl man zuletzt komplett heruntergefahren hat.

Dazu kommen neue Motorengeräusch-Layer für subtile bis dramatische, normale bis abnormale Betriebszustände – laut Cyganski überzeugend genug, um unterbewusstes Systemverständnis zu triggern, das er sich beim echten Fliegen offenbar angeeignet hat, ohne es zu merken. Karosserie-Vibrationen und Bugradflattern gibt’s obendrauf.


Die 114 kommt in zwei Versionen: normal aspiriert und turbonormalisiert (letztere mit Passagier-Sauerstoff und Nachrüst-Klimaanlage). Wer schon jetzt wissen will, was drinsteckt: Es gibt ein achtseitiges Feature-Highlights-PDF im Hochglanz-Magazin-Stil sowie ein komplettes 154-seitiges Handbuch zum Download. Das First-Look-Video ist ebenfalls da – wie immer das Startsignal für die Community-Previews.
King Air Professional: Die 300er kommt – und dann noch das
Zur King Air Professional gibt’s endlich Butter bei die Fische: Es wird ein 300er-Modell, das den kürzeren Rumpf der 200 mit den Triebwerken der 350 kombiniert. Die 300 war zwar nie das meistgebaute King-Air-Modell, dank eines befristeten Zertifizierungsfensters aber die schnellste und leistungsfähigste ihrer Baureihe: 320 KTAS Reisegeschwindigkeit, Steigraten über 3.000 ft/min, 14.000 lb MTOW und das Mehrbus-Elektriksystem der 350. Für Cyganski offenbar die perfekte Kombination, um dem Flaggschiff der Black-Square-Flotte gerecht zu werden.
Und dann, quasi im Nebensatz, die Meldung, auf die viele gewartet haben: Bei so viel investierter Systemtiefe sei eine B1900D-Ankündigung wohl unvermeidlich gewesen. Mehr Details bleibt Cyganski schuldig – aber die Tür ist jetzt offiziell offen.
