Bislang war die Su-25 in DCS eigentlich nur als betagter Su-25T unterwegs, optisch merklich in die Jahre gekommen. Das dürfte sich bald ändern. Eagle Dynamics hat in einem Development Report gezeigt, wie weit die komplette Neuentwicklung der Su-25A mittlerweile fortgeschritten ist. Der Zeitpunkt passt: 2025 jährte sich der Erstflug der Su-25 zum fünfzigsten Mal, gestartet am 22. Februar 1975. Kaum ein anderes Muster wurde seit dem Zweiten Weltkrieg so intensiv und über so viele Jahrzehnte im Kampfeinsatz erprobt, im aktiven Dienst steht die Frogfoot, im russischen Sprachraum unter dem Spitznamen Gratsch (russisch für Saatkrähe) bekannt, bis heute..



Neues Modell statt Politur am Bestand
Anstatt am vorhandenen Modell nur nachzubessern, hat sich das Team für einen Neuaufbau von Außenmodell und Cockpit entschieden. Grundlage dafür waren jahrelange Recherche, Museumsmaterial und 3D-Scans einzelner Zellenbauteile. Nach eigenen Angaben ist so eines der detailreichsten Flugzeugmodelle entstanden, das je für einen Flugsimulator gebaut wurde.




In der Praxis heißt das, dass Nietenreihen, Blechstöße und Abnutzungsspuren einzeln modelliert wurden statt über Texturen angedeutet. Auch die Flugsteuerung, Klappen, Vorflügel, Querruder und Bremsklappen, ist ohne Vereinfachung am Original nachgebaut. Pylonen, Adapter, Zusatztanks und Außenlasten stammen erstmals durchgängig aus der Hand eines einzelnen Artists, was für stimmige Übergänge zwischen den einzelnen Bauteilen sorgen soll, ein Punkt, der sich besonders bei unterschiedlichen Beladungskonfigurationen bemerkbar machen dürfte.
Cockpit mit Ray Tracing und erstmals englischsprachiger Version
Auch innen tut sich einiges bei der Gratsch. Dynamische Ambient Occlusion soll die Cockpitbeleuchtung realistisch anpassen, sobald die Haube geöffnet oder geschlossen wird, dazu kommen animierte Schatten unter Schaltern und Reglern sowie eine neue Beleuchtungstechnik, die vollständiges Ray Tracing simuliert. Laut Eagle Dynamics handelt es sich bei den veröffentlichten Screenshots um direkte Viewer-Aufnahmen und nicht um vorgerenderte Bilder, was bei solchem Ankündigungsmaterial keineswegs die Regel ist.
Für alle, die mit russischsprachigen Cockpits bisher wenig anfangen konnten: Die Su-25A bekommt erstmals auch eine englischsprachige Cockpitversion, analog zu dem Weg, den man bereits bei der MiG-29 eingeschlagen hat.








Die „Frogfoot“ ist ja eines von zwei Flugzeugen, das bereits im Lieferumfang des kostenlosen DCS Simulators enthalten ist. Leider als „Low-Fidelity“ Modell, was bedeutet, dass sie nicht über ein klickbares Cockpit verfügt, und man etliche Tastenkombinationen drücken muss, um den Flieger überhaupt mal hochzufahren. Damit hat sie sicher einen Anteil daran, dass viele Leute, die DCS mal eben antesten wollten, direkt wieder das Weite gesucht haben, nach so einer unzeitgemäßen Ersterfahrung im Simulator. Ging mir jedenfalls mehrfach so. Jetzt habe ich von dem oben beschrieben Projekt auch schon an anderer Stelle gelesen, bin mir aber immer noch nicht klar darüber, ob die neue Su-25 jetzt als eigenständiges, kommerzielles Modul kommen soll, oder entweder die in die Jahre gekommene Version aus dem Hauptprogramm, oder ggf. die etwas bessere Version aus dem Flaming-Cliffs Paket ersetzen soll.
Es wurde von ED bestätigt, dass dieses Modell kostenlos in DCS World inkludiert wird. Da offensichtlich viel Arbeit in das Modell investiert wird gehen viele davon aus, dass eine kostenpflichtige High-Fidelity-Version irgendwann folgen wird. Bestätigt ist das bislang aber nicht.
Außerdem hat Matt Wagner in einem seiner letzten Interviews vor der Krankheit gesagt, dass alle zukünftig entwickelten Flugzeuge mit der Maus bedienbar sein würden. Ob das jetzt nur als Ende der Flaming-Cliff-Reihe zu verstehen ist, oder auch auf die Frogfoot hier, ist ebenfalls offen.