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Für viele Nutzer des Microsoft Flight Simulators gehört FSLTL seit Jahren zu den festen Größen, wenn es um die Darstellung von KI-Verkehr geht. Das Freeware-Projekt versorgt die Simulation nicht nur mit umfangreichen Flugzeugmodellen und Bemalungen, sondern bislang auch mit Live-Daten, die über den hauseigenen Injector in den Simulator eingespeist werden konnten. Genau diese Grundlage fällt nun jedoch weg.

Wie das Team von FSLTL gestern auf seinem Discord-Server mitteilte, wird die bislang genutzte unbezahlte API von FlightRadar24 zum 30. April 2026 abgeschaltet. Damit steht fest: Der FSLTL-Injector in seiner bisherigen Form wird nicht weiterbestehen können.

Abschaltung der bisherigen API bis Ende April

In der Mitteilung beschreibt das Team die Nachricht als genau das Szenario, das man lange befürchtet habe. FlightRadar24 habe FSLTL darüber informiert, dass die unbezahlte API, auf der der Injector derzeit basiert, zum 30. April 2026 eingestellt werde. Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt müsse daher eine neue Version des Injectors veröffentlicht werden, die ohne diese bisherigen FR24-Abfragen auskommt.

Praktisch bedeutet das laut FSLTL: Der Injector würde dann im Wesentlichen nur noch statische Flugzeuge einspeisen können. Die bisherige Live-Traffic-Funktionalität, also die Nutzung aktueller Verkehrsdaten als Grundlage für den KI-Verkehr in der Simulation, stünde in dieser Form nicht mehr zur Verfügung.

Das Team betont zugleich, dass man sich nun auf die Suche nach Alternativen machen wolle. Allerdings dämpfen die Entwickler die Erwartungen merklich. Nach bisherigen Recherchen und Gesprächen mit potenziellen Anbietern rechne man nicht damit, einen kostenlosen Dienst zu finden, der den bisherigen Funktionsumfang abdecken könne. Denkbar sei allenfalls entweder ein anderer kostenloser Datenanbieter, ein günstigeres Bezahlmodell mit einem Partner oder im schlechtesten Fall ein Injector, der dauerhaft nur noch statische Flugzeuge unterstützt. Auch ein vollständiges Ende des Injectors wird in der Mitteilung als mögliche Konsequenz ausdrücklich genannt.

Kosten für Live-Daten offenbar zu hoch

Besonders deutlich wird die Problematik beim Blick auf die möglichen Kosten. FSLTL erklärt, man habe im Austausch mit FlightRadar24 gehofft, dass es eine günstige Option geben könnte, die Nutzer direkt bei FR24 erwerben und anschließend mit dem Injector verwenden könnten. Dazu sei es jedoch nicht gekommen.

Stattdessen verweist das Team auf die regulären Preise der kommerziellen FR24-API, die nach eigener Einschätzung für den typischen Einsatz im Simulator wirtschaftlich kaum tragbar wären. In internen Kalkulationen habe man teils mit Kosten von mehr als 20 US-Dollar für einen einzelnen dreistündigen Simulationsflug mit 20 KI-Flugzeugen im Umkreis gerechnet. Für ein Freeware-Projekt und dessen Nutzerbasis sei das keine praktikable Grundlage.

FSLTL verbindet diese Aussage mit einer grundsätzlichen Einordnung: Gerade weil Live-Daten teuer seien, würden viele größere kostenpflichtige ATC- und Traffic-Lösungen für MSFS 2020 und MSFS 2024 eben nicht nativ mit solchen Echtzeitdaten arbeiten. Der Zugriff auf hochwertige Live-Verkehrsdaten ist demnach nicht nur eine technische, sondern vor allem eine wirtschaftliche Frage.

FSLTL zeigt Verständnis für FlightRadar24

Auffällig ist, dass der Ton der Mitteilung trotz der schlechten Nachricht betont nüchtern bleibt. FSLTL weist ausdrücklich darauf hin, dass man FlightRadar24 für diese Entscheidung nicht verantwortlich machen oder kritisieren wolle. FR24 sei ein gewinnorientiertes Unternehmen und habe selbstverständlich ein legitimes Interesse daran, für die Nutzung seiner Daten bezahlt zu werden. Das sei, so die Entwickler, vollkommen nachvollziehbar.

Zugleich räumt das Team ein, dass FSLTL lange von einem gewissen Spielraum profitiert habe, weil es sich um ein kostenloses Add-on für die Flugsimulations-Community handelte. Diese Sonderstellung sei nun offenkundig an ein Ende gekommen. Hinzu komme, dass die kostenlosen Daten auch von anderen kostenpflichtigen Drittanbieter-Anwendungen genutzt worden seien, ohne dass dafür eine Vergütung an FlightRadar24 geflossen sei. Auch das dürfte nach Einschätzung von FSLTL ein Faktor gewesen sein, warum FR24 die alte Schnittstelle nun abschaltet und auf die aktuelle kostenpflichtige API umstellen will.

Basis-Paket bleibt unberührt

Wichtig für Nutzer ist eine weitere Klarstellung aus der Discord-Meldung: Die Abschaltung betrifft nicht die FSLTL Base Models. Das Basispaket mit Flugzeugmodellen, Liveries und VMR-Dateien (für den Einsatz auf VATSIM) soll weiter verfügbar bleiben. Auch künftige Updates für Modelle und Bemalungen seien weiterhin geplant, soweit dies möglich sei.

Die Auswirkungen konzentrieren sich also auf den Injector und dessen Live-Daten-Anbindung. Wer FSLTL ausschließlich oder vorrangig wegen der Modelle nutzt, etwa in Verbindung mit anderen Programmen, ist von der API-Abschaltung nicht unmittelbar betroffen.

Erinnerungen and FSHud

Ganz überraschend kommt die Entwicklung nicht. Bereits im Oktober 2024 hatte sich gezeigt, dass die Nutzung der FR24-Daten innerhalb des FSLTL-Ökosystems lizenzrechtlich heikel war. Damals entfernte FSLTL die Unterstützung für FSHud. Hintergrund war laut damaliger Darstellung, dass der FSLTL-Injector nicht länger als Kanal dienen dürfe, um FR24-Daten an kostenpflichtige Anwendungen weiterzugeben.

Der Kern des Problems war schon damals derselbe: FSLTL konnte sich auf eine Vereinbarung stützen, die der MSFS-Community eine kostenlose Nutzung im Rahmen einer Freeware-Lösung ermöglichte. Eine separate kommerzielle Anwendung wie FSHud fiel jedoch nicht unter diese Vereinbarung. Entsprechend zog FSLTL die Konsequenz und kappte die Unterstützung.

Schon in diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass die Verfügbarkeit von Live-Daten nicht selbstverständlich war, sondern an konkrete lizenzrechtliche Bedingungen gebunden blieb. Die jetzige Mitteilung zeigt, dass sich der Konflikt inzwischen nicht mehr nur auf die Weitergabe an Drittprogramme beschränkt, sondern den Injector selbst in seinem Kern trifft.

Was nun folgen könnte

Wie es mit dem Injector weitergeht, lässt FSLTL derzeit ausdrücklich offen. Ein genauer Zeitplan für eine langfristige Lösung existiert nach Angaben der Entwickler nicht. Fest steht nur, dass bis spätestens 30. April 2026 eine angepasste Injector-Version erscheinen muss, die ohne die bisherige FR24-Anbindung auskommt.

Darüber hinaus nennt das Team vier denkbare Szenarien: einen kostenlosen alternativen Datenanbieter, einen günstigen kostenpflichtigen Anbieter, den Fortbestand des Injectors als reine Lösung für statische Flugzeuge oder das Ende des Projekts in seiner bisherigen Form. Eine belastbare Prognose dazu gibt es derzeit nicht.

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Klaus
Klaus
16 Minuten zuvor

FR24 macht aktuell alles zu Geld was geht.
Erst die Einführung der Werbeeinblendungen und jetzt die Abschaltung. Das ist, was einen im Internet immer mehr den Spaß nimmt.
Alles wird nur noch aus kommerziellen Gründen gemacht, was als Liebhaberei und Hobby gestartet wurde.
Auf Social Media Plattformen genau das Gleiche.
Es geht nur noch um Werbeeinnahmen und Geld, nicht mehr um die Sache an sich.
Alles nur noch kommerziell ausgerichtet und mit penetranter Werbung zugepflastert.
Man fühlt sich nur noch als Melkkuh, die zahlen soll.
Geht es so weiter, dann bin ich raus und kündige meinen Internetanschluss und beende somit auch das Flugsim-Hobby.

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