
Es gibt Flugzeuge, die man sofort einer Familie zuordnen kann. Der A220 gehört nicht dazu – und genau das macht ihn interessant. Im neuen Vorstellungsvideo nehmen sich iniBuilds und Synaptic Simulations viel Zeit, um zu erklären, warum das so ist, bevor überhaupt ein Rad rollt.
Von der BRJ-X zur A220: eine Geschichte mit Umwegen
Laut Video reichen die Wurzeln zurück ins Jahr 1996, als Bombardier unter dem Namen BRJ-X überlegte, ob man ein größeres Flugzeug als die bestehende Produktpalette bauen könnte. Statt eines Neubaus wurde damals lieber die CRJ gestreckt – Ergebnis war die CRJ900, und die große Lösung wanderte erstmal in die Schublade, so die Erzählung im Video.
2004, erklärt uns iniBuilds weiter, kam die Idee als Machbarkeitsstudie zurück, 2008 wurde das Programm unter dem Namen C Series offiziell gestartet. Das Ziel: ein effizientes, komfortables Flugzeug unterhalb der kleinen 737- und A320-Modelle sowie der Embraer-Konkurrenz, mit 20 Prozent weniger Spritverbrauch gegenüber den damaligen Platzhirschen. Erreicht werden sollte das über eine neue Triebwerksgeneration und rund 45 Prozent Verbundwerkstoffe – ein Wert, den man dem A220 laut den Entwicklern bis heute ansieht, wenn man nah genug herangeht.
Technisch sei das Programm ein Volltreffer gewesen: Die 20 Prozent wurden demnach nicht nur erreicht, sondern übertroffen, und im Vergleich zur 737 MAX seien am Ende rund 8 Prozent Effizienzvorteil übrig geblieben. Wirtschaftlich lief es dagegen aus dem Ruder, so die Darstellung: Aus veranschlagten 2,1 Milliarden Dollar wurden 3,5 Milliarden und mehr, dazu Subventionsstreit und politisches Tauziehen. 2018 stieg Airbus als Mehrheitseigner ein und machte aus der C-Series den A220 – die feine Pointe, die das Video selbst herausstellt: Unter dem Airbus-Namen stecke technisch nach wie vor eine Bombardier-Konstruktion.
Dazu kamen laut Video Kinderkrankheiten beim einzig verfügbaren Triebwerk, dem Pratt & Whitney PW1500G-Getriebefan: unkontrollierte und kontrollierte Triebwerksausfälle, Korrosion, Verdichterpumpen. Mittlerweile gelten diese Probleme dem Video zufolge als gelöst – teils sogar per Software, was, so viel Ironie darf sein, auch im Simulator seinen Widerhall findet. Über 1.100 Bestellungen und mehr als 570 ausgelieferte Maschinen später sei die Erfolgsgeschichte des echten Flugzeugs inzwischen unbestritten, so das Fazit der Entwickler.
Walkaround: 45 Prozent Verbundwerkstoff und ziemlich große Fenster
Im Video führt der Presenter den virtuellen Rundgang um die Maschine am Beispiel einer Breeze-Livery in Providence (KPVD) vor und zeigt dabei eine Nase mit deutlich modernerem Profil als bei älteren Schmalrumpfflugzeugen, dazu sauber umgesetzte Nietlinien an den nicht-composite Sektionen und einen Fahrwerksschacht, der – so der Kommentar – aufgeräumter wirkt als bei mancher A320 oder 737.
Als Auffälligkeiten zeigt iniBuilds den APU-Lufteinlass am Heck, der sich – ähnlich wie bei Boeing-Mustern – im Flug öffnet und dabei spürbaren Widerstand erzeugen soll, sowie ein Heckprofil, das eher an eine 777 erinnere als an einen klassischen Airbus. Dazu kommen, wie im Video mehrfach betont wird, vergleichsweise große Kabinenfenster – ein Merkmal, das laut Presenter auch echten Passagieren auffällt.
Systeme: Airbus-Optik, Boeing-Denke
Im anschließenden Rundflug demonstriert ein Entwickler aus den Synaptic-Team, was den A220 im Cockpit tatsächlich ausmacht: eine Mischung, die sich weder rein nach Airbus noch rein nach Boeing anfühlt. Batterien an, IRS-Ausrichtung läuft automatisch, keine klassische Overhead-Dreherei wie bei A320 oder 737, zeigt der Presenter. Das elektronische Checklistensystem (ECL) erkenne viele Cockpit-Schalterstellungen automatisch – und es gibt auch eine airlinespezifische Procedures-Seite, im gezeigten Beispiel passend zur Swiss-Auslieferung.
Weiter zeigt das Video, wie sich die SimBrief-Anbindung konsequent durch Flugplan, FMS-Uplink, Gewichts- und Schwerpunktdaten sowie die Startleistungsrechnung im EFB zieht. Bei der grafischen Flugplanung, lassen sich Warteschleifen direkt auf der Karte definieren und anpassen, VNAV-Randbedingungen per Fingertipp setzen und der Anflugwinkel (VPA) frei justieren.
Fürs Fliegen nicht gerade unwichtig: Als merkenswert hebt das Video das Speed-Trim-System hervor: Anders als beim klassischen Airbus-Sidestick übernehme hier ein „Speed Bug“ auf dem PFD die Trimmfunktion und erinnere eher an moderne Boeing-Konzepte à la 787 – nur eben mit sichtbarer Anzeige (PMDG 777-Piloten werden sich erinnern).
Im Anflugteil erläutert der Presenter den Modus VGP (Vertical Glide Path), der die präzise Führung entlang von RNAV-Anflügen unabhängig von Geschwindigkeits- oder Kursabweichungen übernehmen soll. Und wer glaubt, ein Airbus kenne nur Config 3 und Full, wird im Video eines Besseren belehrt: Der A220 biete mit Flaps 5 eine zusätzliche, eher selten genutzte Klappenstellung für besonders kurze Pisten.
EFB, Terrain Radar und Marketplace-Termin
Im letzten Abschnitt des Videos wird das EFB vorgeführt: Loadsheet, Performance-Rechner, Charts (Navigraph und eine integrierte Quelle), dazu ein paar Extras wie frei wählbare Kabinenbeleuchtung und ein einstellbarer „Abnutzungsgrad“ der Außenhaut für alle, die es lieber nicht ganz werksfrisch mögen. Das Terrain Radar, so ein Hinweis im Video, laufe als externes Programm neben dem Simulator – ein technischer Kompromiss, der etwas Einrichtungsaufwand bedeutet, aber laut den Entwicklern die Mühe wert sein soll. Wie das Programm auf euren Rechner kommt, wird sich zeigen, da der A220 als Marketplace-Release ausgelegt ist.
Und dann ist da noch das, was die Community gerade am meisten interessiert, auch wenn es nicht Teil des Videos selbst ist: Laut Informationen aus Discord soll der Synaptic A220 bereits nächste Woche im Marketplace des MSFS erscheinen.
Wer das Video und den ersten Deep Dive nachschauen will:

Mein Standard-Service-Kommentar:
Wir kaufen nicht am Release-Tag!
Wir warten Reviews ab von Streamern, denen wir vertrauen!
Wir kaufen nicht im Marketplace!
Wir sind freundlich miteinander, weil wir alle das selbe Hobby teilen!
Happy landings!
Ohje, das werde ich nicht hinkriegen.
Ich versuche gerade eher herauszufinden, an welchen Tagen ich am besten Homeoffice mache nächste Woche. 😀
Sowas von wird am Realease-Tag gekauft. Ob der gut ist oder nicht spielt keine Rolle. Ich warte so lange auf einen A220, der muss nur fliegen können irgendwie.
Das Gerät kommt erst in die Auswahlliste, wenn ein vernünftiges wear and tear + maintenance Systeme mit Fehlern integriert ist. Schicke von A nach B Flierger hat der Sim inzwischen, Gott sei Dank, zu genüge. Ich vermisse das gewisse Etwas, was so einen simulierten Flieger einzigartig macht. Und nein, „Circuit Breakers“ gehören nicht mehr dazu.
Die Argumentation „was einen simulierten Flieger einzigartig macht“ könnt ich ja beim 642. Addon der Airbus 320 Familie verstehen. Das fühlt sich inzwischen echt so aufregend an wie ein VW Passat. Aber hier wären ja (sofern das brauchbar simuliert ist) schon mal die Bombardier-Systeme was anderes. Ich trau halt dem Synaptics „by iniBuilds“ Braten nicht, das ist eher mein Problem mit dem Flieger.
Und auch hier findet er etwas zum meckern. Du solltest mal an deiner negativen Einstellung arbeiten. Du findest vermutlich auch bei A2A was negatives. Geh mal raus und tanke Sonne, sonst läufst du ewig mit deiner dunklen Regenwolke überm Kopf…
Das Traurige daran ist, dass Dauermeckerer häufig selbst darunter leiden. Wer permanent nach dem Haar in der Suppe sucht, findet es auch – nur eben auf Kosten der eigenen Zufriedenheit und oft auch der Beziehungen zu anderen Menschen.
*KI generiert 😉
Stimmt aber trotzdem👍
Also Stefan meckert überhaut nicht – er wünscht sich mehr Abwechslung in einem Addon, etwas das ein Flieger einzigartig macht. Wie die Pax Simulation in der Phenom oder damals die Abbildung uns Simulation in der A2A Comanche – also ich weis nicht was daran verwerflich sein soll.
Zu Meckern das ein anderer Meckert = du bemerkst 🙂
Och Juuunge… Dann entwickel doch selber was wen du mit allem unzufrieden bist…. Dann hast keine Zeit mehr hier pausenlosnzu jammern.
Man sieht immer wieder gut, wie unterschiedlich die Anforderungen an einen Payware Flieger sind. Mir ist in diesem Fall sowohl egal, dass er im Marketplace verkauft wird, als auch, dass ich keine Failures habe oder die Sicherung für die Toilettenspülung nicht simuliert ist.
Ich möchte einfach einen Qualitativen guten A-> B Flieger für den einen oder anderen Feierabend, und genau das scheint dieser A220 nach allem, was ich bisher gesehen habe, eben dieser Qualität zu bieten.
Ich freue mich darauf, die Airbus untypischen Systeme neu zu lernen und endlich einen Kurzstreckenflieger, unter anderem für London City, zu haben. Dann muss ich auch nicht mehr ständig Zürich–Stuttgart mit dem Fenix fliegen 😉
Ich erinnere mich dunkel daran mal gehört zu haben, dass der A220-300 in London-City keine Zulassung hat sondern nur das kleinere -100 Model. Hatte auch auf London-City gehofft… Aber wenn man es genau nimmt muss man warten bis Synaptic den kleineren A220 nachliefert.
Das stimmt tatsächlich, nur der A220-100 hat aktuell eine Zulassung für LCY, seitens LCY gibt es auch keine größeren Bestrebungen den A220-300 zuzulassen. Dort pokert man aktuell eher darauf, dass in naher Zukunft der A320neo Zugelassen werden könnte, da dieser etwas mehr Paxe mitbringt und somit die Kapaziäten erhöht bei gleichbleibendem Flugbewegungsniveau. Also wahrscheinlich eher für den Realismus mit dem A320neo (von welcher Firma dann auch immer). Aber eigentlich auch voll Off-Topic, nur so Nebenwissen für die, die es interessiert.
Schaue mir den gerne anfangs Winter an – Sommerpause.
Dann dürften auch die ersten Bugs behoben sein.
Soso, jetzt bezeichnen wir also den Airbus-Sidestick als klassisch. Ich werde alt.
Ich glaube, das ist im Kontext von FBW und Auto-Trim gemeint. In dem Kontext ist der Sidestick dann durchaus der klassische Ansatz, und Speed-Trim eine Neuerung (wenn auch näher am Verhalten eines konventionellen Flugzeugs).
In gut zwei Jahren wird der A320 auch schon 40. 😀
Ich verstehe schon wieder diesen Hype nicht. Erst der A220 und als nächsten Hype kommt die 757. Leute haben immer was zu meckern:). Des Menschen Natur. Wir vergessen alle das dies eine Simualtion ist.
Wie Raffi noch im vorletzten Podcast meinte, er denkt nach m Stand der Ding als er den A220 vor 2 Monaten getestet hat „ich denke nicht vor Anfang nächstem Jahr“ … 😅 schau ma mal, welcher Zustand uns dann nächste Woche erwartet!
Der Flieger war doch schon 2025 auf der FSExpo sehr gut spielbar, daher habe ich nie verstanden warum der Zustand so angezweifelt wird. Nach so ewig langer Zeit muss das Teil doch jetzt rekordverdächtig ausgereift sein.
Ich bringe jetzt kein ini-bash typisches Kommentar wie so oft kurz vor Release, leider hat uns dennoch die Vergangenheit genau daran des öfteren zweifeln lassen …
Nun, gehyped bin ich zwar auch nicht, aber auf den A220 freu ich mich schon sehr. Die Systeme sind mal was anderes, finde ich interessant. Normalerweise bin ich auch derjenige der am Releasetag kauft – hier mache ich aber eine Ausnahme. Weniger wegen Inibuilds-typischem Zweifel in der Vergangenheit, sondern eher wegen des Marketplace (hab sa noch nie was gekauft) und weil ich momentan bei heißem Wetter meinen PC eher auslasse 😂 Gekauft wird er, aber nicht zum Release, ich warte hier tatsächlich erste Reviews der üblichen Streamer ab, und natürlich das Cruiselevel-Fazit.
Auch dieser Hype-Train schaut bei mir nicht vorbei, aber Ich frage mich die ganze Zeit was ne ‚Abnut‘ ist…..
Hat ne weile gedauert, bis ich das unlogisch getrennte, logisch zusammengebracht habe.. Ist ja auch schon spät, da fehlt die Hirnfrische und das Denkvermögen offenbart deutliche Abnutzungserscheinungen